Die Prediction-Market-Plattform Kalshi hat in einer laufenden Finanzierungsrunde mehr als 1 Milliarde USD eingesammelt. Coatue Management führt die Runde an, bei einer Kalshi Bewertung von 22 Milliarden USD. Der Unternehmenswert hat sich folglich seit November 2025 verdoppelt.
Das Fundraising fällt in eine Phase extremer Gegensätze. Nur zwei Tage vor der Bekanntgabe reichte Arizonas Attorney General Kris Mayes eine 20-zählige Strafanzeige gegen das Unternehmen ein. Der Vorwurf lautet auf Betrieb eines illegalen Glücksspielunternehmens ohne Lizenz. Kalshi steht so gleichzeitig auf dem Höhepunkt seiner Finanzierungsgeschichte und vor seiner ersten strafrechtlichen Konfrontation in den USA.
Bewertung überholt DraftKings und FanDuel-Mutter
Kalshis neue Bewertung von 22 Milliarden USD übertrifft etablierte Sportwetten-Konzerne. Flutter Entertainment, die Muttergesellschaft von FanDuel, liegt rund 3.3 Milliarden USD darunter. DraftKings kommt auf etwa 9.5 Milliarden USD weniger. Für Coatue Management ist es entsprechend die erste Investition in eine dedizierte Prediction-Market-Plattform.
Die Wachstumskurve verlief rasant. Im Juni 2025 lag die Bewertung bei 2 Milliarden USD nach einer 185-Millionen-Runde. Bereits im Oktober folgte die Series D mit 300 Millionen USD bei 5 Milliarden. Im November schloss Kalshi dann eine von Paradigm angeführte Series E über 1 Milliarde USD bei 11 Milliarden Bewertung ab. Innerhalb von neun Monaten hat sich der Unternehmenswert also verelffacht.
Zu den bisherigen Investoren zählen Sequoia Capital, Andreessen Horowitz, ARK Invest und Y Combinator. Auch CapitalG, die Investmentsparte von Alphabet, ist beteiligt. Institutionelle Marktteilnehmer wie Susquehanna International Group und Jump Trading agieren als Market Maker auf der Plattform. Denn Kalshi zieht längst nicht mehr nur Retail-Trader an.
Handelsvolumen verzwölffacht sich in sechs Monaten
Das monatliche Handelsvolumen auf Kalshi überstieg im Februar 2026 die Marke von 10 Milliarden USD. Gegenüber dem Vorjahreshalbjahr entspricht das einer Verzwölffachung. Branchenweit lag das monatliche Volumen im März bei über 15 Milliarden USD. Das bedeutet ein Plus von 665 Prozent im Jahresvergleich.
Sacra, ein auf Startups spezialisierter Datenanbieter, schätzt Kalshis Gesamtumsatz für 2025 auf 260 Millionen USD. Im Vorjahr waren es lediglich 24 Millionen. Das entspricht einem Wachstum von knapp 1'000 Prozent. Der annualisierte Umsatz für 2026 liegt Schätzungen zufolge bei rund 1.5 Milliarden USD. Daraus ergibt sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 15.
CNN fungiert seit Ende 2025 als offizieller Prediction-Markets-Partner von Kalshi. Daneben kooperiert Tradeweb Markets beim Vertrieb von Marktdaten. Beide Partnerschaften trugen zur Mainstream-Akzeptanz der Plattform bei. Chamath Palihapitiya schätzte das wöchentliche Branchenvolumen zuletzt auf über 6 Milliarden USD. Er sprach dabei von einem 100-fachen Wachstum innerhalb von zwei Jahren.
Arizona erhebt erstmals Strafanzeige gegen Prediction-Market-Plattform
Am 17. März reichte Attorney General Kris Mayes eine Strafanzeige mit 20 Anklagepunkten gegen KalshiEx LLC und Kalshi Trading LLC ein. Zuständig ist der Maricopa County Superior Court. Die Vorwürfe lauten auf Betrieb eines nicht lizenzierten Wettbetriebs und illegales Wetten auf Wahlen. Es handelt sich dabei um Vergehen (Misdemeanors), nicht um Schwerverbrechen.
Arizona ist demnach der erste US-Bundesstaat, der strafrechtlich gegen Kalshi vorgeht. Zuvor existierten bereits über 20 Zivilklagen in verschiedenen Staaten bezüglich des rechtlichen Status der Plattform. Der Kernkonflikt bleibt allerdings ungelöst. Kalshi betrachtet seine Produkte als Futures-Kontrakte unter Bundesrecht der CFTC. Mehrere Bundesstaaten stufen sie hingegen als illegales Glücksspiel ein.
Kalshi reagierte scharf. CEO Tarek Mansour erklärte:
"Diese Anklagen haben nichts mit Glücksspiel oder dem inhaltlichen Recht zu tun." - Tarek Mansour, Co-Founder und CEO, Kalshi
Laut dem Unternehmen reichte Arizona die Strafanzeige vier Tage nach einer eigenen Klage beim Bundesgericht ein. Ziel sei es gewesen, den Bundesgerichtsprozess zu umgehen. Der Ninth Circuit lehnte am 19. März zudem einen Eilantrag von Kalshi in einem separaten Nevada-Verfahren ab. Bundesrichter Michael Liburdi forderte Kalshi anschliessend auf darzulegen, warum der Arizona-Fall vor ein Bundesgericht gehört.
CFTC stellt sich hinter Kalshi
CFTC-Vorsitzender Mike Selig bezeichnete das Vorgehen Arizonas als "völlig unangemessen". Die Behörde prüfe ihre Optionen. Kalshi untersteht als regulierte Derivate-Börse der exklusiven Bundesaufsicht durch die CFTC. Somit bleibt offen, ob einzelne Bundesstaaten überhaupt strafrechtlich gegen eine solche Plattform vorgehen dürfen.
Hedgefonds wie Point72 und Balyasny haben ihren Mitarbeitern den Handel auf Prediction-Market-Plattformen bereits untersagt. Die regulatorische Unsicherheit betrifft also nicht nur Kalshi selbst, sondern die gesamte Branche. Konkurrent Polymarket strebt laut Berichten des Wall Street Journal ebenfalls eine Bewertung von über 20 Milliarden USD an. ICE, die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, investierte nämlich bereits strategisch bei einer Pre-Money-Bewertung von 8 Milliarden USD.
Die Frage der Bundes- gegenüber der Staaten-Zuständigkeit bei Prediction Markets könnte letztlich vor dem US-Supreme Court landen. Bis dahin operiert Kalshi in einem rechtlichen Graubereich, der weder institutionelle Investoren noch das Volumenwachstum bisher gebremst hat.







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