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    Der IWF gibt rund 140 Mio. USD frei, nachdem El Salvador seit Juni 2025 kein Bitcoin mehr aus öffentlichen Mitteln gekauft hat.

    IWF: El Salvador stoppte staatliche Bitcoin-Käufe auf Druck

    von Redaktion cvj.ch am 4. September 2026 News

    Der IWF hat bestätigt, dass El Salvador seit Juni 2025 keine öffentlichen Mittel mehr für Bitcoin-Käufe eingesetzt hat. Im Gegenzug gibt der Fonds nach einer Programmüberprüfung rund 140 Mio. USD frei. Damit bestätigt sich das Einknicken des Kleinstaates gegenüber der Wirtschaftsorganisation.

    Der Internationale Währungsfonds vergibt Kredite an Staaten mit Finanzierungsproblemen und knüpft diese an wirtschaftspolitische Auflagen. Die Extended Fund Facility (EFF) ist dabei das mehrjährige Format. Der Fonds zahlt in Tranchen aus und prüft zuvor, ob das Land die Bedingungen einhält. Bleiben Auflagen unerfüllt, stockt folglich die Auszahlung. Ursprünglich führte El Salvador 2021 unter Präsident Nayib Bukele als erstes Land weltweit Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Der Fonds kritisierte den Schritt seither wiederholt als Risiko für Finanzstabilität und Haushalt. Im Dezember 2024 einigten sich Regierung und Fonds auf ein Kreditprogramm über 1.4 Mrd. USD. Es sah unter anderem den schrittweisen Rückzug des Staates aus der Chivo-Wallet vor. CVJ.CH berichtete damals über das bevorstehende Ende der Bitcoin-Nation. Letztlich bestätigt die Einigung vom September 2026 erstmals die Einhaltung der Bitcoin-bezogenen Auflagen. Der staatliche Bestand liegt bei rund 7'764 BTC im Gegenwert von etwa 630 Mio. USD.

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    Wie der Fonds den Stopp der Staatskäufe feststellt

    Die Bestätigung stammt aus der Einigung zwischen IWF-Stab und salvadorianischen Behörden von Anfang September 2026. Sie betrifft die kombinierte zweite und dritte Überprüfung des 40-monatigen EFF-Programms. Die Regierung legte dem Fonds Dokumentation vor, wonach der Zuwachs der Bestände seit Juni 2025 aus privaten Spenden stammt. Der Fonds gibt diese Darstellung in seiner Mitteilung zur Stab-Einigung wieder. Zudem erwartet er über die dokumentierten Spenden hinaus keine weitere Akkumulation.

    Formell ist das mehr als eine Randnotiz. Die Beschränkung öffentlicher Bitcoin-Aktivitäten gehört zu den Bedingungen, die El Salvador mit dem Kredit von 2024 akzeptiert hat. Ohne die Feststellung des Stabs, dass das Land diese Vorgaben eingehalten hat, käme die Überprüfung nicht zum Abschluss. Die Bitcoin-Politik des Landes ist somit Gegenstand einer periodischen Prüfung durch einen externen Gläubiger geworden. Den Nachweis führt die Regierung, nicht der Fonds. Letztlich hängt für El Salvador an dieser Feststellung der Zugang zu weiteren Tranchen des 1.4-Mrd.-USD-Programms.

    Nach Angaben des Fonds arbeitet El Salvador weiterhin an besserer Transparenz darüber, wie sich die Bestände auf die staatlichen Wallets verteilen. Gleichzeitig soll das Land Governance und Risikomanagement für die öffentlich gehaltenen Krypto-Bestände stärken. Beide Punkte stehen weiter aus, obwohl das Programm seit über anderthalb Jahren läuft. Wer die Herkunft der zugekauften Bitcoin unabhängig nachvollziehen will, ist bislang auf die Angaben der Regierung angewiesen.

    Der Bestand wuchs 2025 trotz IWF-Vorgabe weiter

    Der Zeitverlauf der Käufe zeigt, wie zäh sich die Auflage durchsetzen liess. Zunächst kündigte der Fonds im Mai 2025 an, auf unveränderte staatliche Bitcoin-Bestände hinzuwirken. Kurz darauf kaufte die Regierung dennoch acht weitere BTC. Das staatliche Bitcoin Office wies den Bestand später mit 6'190.18 BTC aus. Die Menge war symbolisch, das Signal an den Gläubiger hingegen eindeutig.

    Deutlich grösser fiel der Zukauf im November 2025 aus. Damals erwarb El Salvador an einem Tag 1'090 BTC für rund 100 Mio. USD, den bis dahin grössten Einzeltageskauf des Landes. Zwischen der Ankündigung des Fonds im Mai und diesem Grosskauf lagen sechs Monate. Der Gesamtbestand kletterte folglich auf 7'474 BTC - fünf Monate hinter den Juni-2025-Stichtag, den der Fonds für das Ende der öffentlichen Finanzierung nennt. Laut dem IWF stammten somit auch diese 100 Mio. USD nicht aus Staatsmitteln, sondern aus privaten Spenden.

    Später stieg der Bestand weiter, auf rund 7'764 BTC. Einzelne Aufstellungen nennen 7'762 BTC, was auf unterschiedliche Stichtage oder Rundung hindeutet. Die Differenz ist gering. Sie illustriert jedoch genau jenes Transparenzproblem, das der Fonds adressiert sehen will. Insgesamt existiert bislang keine konsolidierte, öffentlich abrufbare Bestandsrechnung über alle staatlichen Wallets.

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    Makroökonomisch fällt die Bilanz für die Regierung günstig aus. Die IWF-Mission projiziert für 2026 ein reales BIP-Wachstum von 4.5%, getragen von Investitionen, privatem Konsum, Rücküberweisungen, Tourismus und Kapitalzuflüssen. Der Preis dafür ist allerdings die Aufgabe der fiskalischen Handlungsfreiheit in genau jenem Politikfeld, mit dem sich Bukele international profiliert hat.

    Der Bestand selbst bleibt hingegen bestehen und hat an Wert gewonnen. Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 81'000 USD und einer Marktkapitalisierung von 1.63 Bio. USD sind die rund 7'764 BTC etwa 630 Mio. USD wert. Ende 2024, zum Zeitpunkt der ersten Einigung, lag der Gegenwert bei knapp 600 Mio. USD. Der Staat hält also weiterhin Bitcoin, er kauft nur nicht mehr mit eigenem Geld nach.

    Für andere Länder mit ähnlichen Plänen liefert der Fall ein Muster. Ein Staat kann Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklären. Sobald er jedoch multilaterale Kredite benötigt, wird diese Politik verhandelbar. El Salvador hat dem IWF die Käufe aus Staatsmitteln, die Akzeptanzpflicht und die Kontrolle über Chivo überlassen. Übrig bleiben ein Bestand in der Bilanz und der Titel des ersten Landes, das es versucht hat.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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