Federal Reserve erwägt digitale Zentralbankwährung (CBDC)

Die Federal Reserve Bank wird im Sommer 2021 einen Bericht zu der Umstellung auf eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) veröffentlichen. Die fortgeschrittenen Projekte mehrerer Länder, allen voran China, sowie die zunehmende Digitalisierung haben die Diskussion darüber intensiviert.

Die amerikanische Notenbank offenbarte keine spezifischen Pläne für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC). Doch Federal Reserve Präsident Jerome Powell bezog sich auf den Fortschritt der Zahlungstechnologie und gab zu, dass die Notenbank Innovationen „sorgfältig beobachtet und sich anpassen wird“. Ein digitaler Dollar könnte laut Powell das Vertrauen der Menschen in die Währung, Zahlungsnetzwerke, Banken und andere Finanzdienstleistungen stärken.

Verschiedene Möglichkeiten der Notenbank

Der Fed-Präsident verwies auch auf die wachsende Popularität von Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC). Doch Powell ist der Meinung, dass sie aufgrund der hohen Volatilität nicht als Zahlungsmittel geeignet sind. Sogenannte Stablecoins – Kryptowährungen, die an der Wert einer Fiatwährung gebunden sind – würden zwar einige Vorteile bieten, könnten jedoch mit Regulatoren zu kämpfen haben.

„Unser Schwerpunkt liegt auf der Frage, ob und wie ein CBDC das bereits sichere, effektive, dynamische und effiziente US-Inlandszahlungssystem verbessern könnte. Wir halten es für wichtig, dass ein möglicher CBDC als Ergänzung und nicht als Ersatz für Bargeld und aktuelle digitale Formen des Dollars im privaten Sektor dienen könnte.“ – Jerome Powell, Präsident Federal Reserve

Ein digitaler Dollar könnte laut Powell eine Möglichkeit sein, den Zahlungsverkehr effizienter zu gestalten. Allerdings gäbe es immer noch zahlreiche Probleme bei der Implementierung, was die Bemühungen ausbremst. Vor einer definitiven Entscheidung müsste vorerst ein breites Spektrum an Meinungen erfasst werden. Der Bericht, den die Notenbank diesen Sommer veröffentlichen wird, soll das Fundament dafür legen.

Druck von anderen Ländern

Der Federal Reserve hat sich bereits in der Vergangenheit zur Ausgabe einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) geäussert. Priorität sei Qualität und nicht die Teilnahme an einem Wettlauf mit den globalen Konkurrenten.

„Wir sprechen von einem vier- bis fünfjährigen Prozess bis zur tatsächlichen Verfügbarkeit und Nutzung [eines CBDCs]. Dazu gehören eine Menge Lernprozesse, um sicherzustellen, dass die Implementierung mit den sozialen Werten und Gesetzen des jeweiligen Landes übereinstimmt.“ – David Treat, Leiter der Blockchain-Abteilung bei Accenture

Allerdings setzten die Ankündigungen anderer Länder die amerikanische Notenbank unter Druck, so Powell. Die Fortschritte Chinas hätten die Sorge geweckt, dass die Position des US-Dollars als globale Reservewährung untergraben wird. Während der Coronakrise hat sich die Entwicklung des digitalen Yuan besonders beschleunigt.

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