ARK Invest hat Aktien von Coinbase, Circle, Bullish und Robinhood für rund 16.9 Mio. USD gekauft. Es war der zweite Zukauf desselben Krypto-Aktienkorbs innerhalb einer Woche.
ARK Invest ist ein aktiv verwalteter ETF-Anbieter unter Cathie Wood, der sich auf technologieorientierte Wachstumsunternehmen spezialisiert. Drei seiner Fonds halten Kryptoaktien als Kernpositionen: der ARK Innovation ETF (ARKK), der ARK Next Generation Internet ETF (ARKW) und der ARK Fintech Innovation ETF (ARKF). Der Vermögensverwalter rebalanciert aktiv, sobald eine Einzelposition den internen Schwellenwert von 10% am Fondsvermögen erreicht. Käufe können daher sowohl bei sinkenden als auch bei steigenden Kursen ausgelöst werden. Zuvor hatte das Unternehmen am 25. Juni dieselben vier Werte erworben, damals bei fallenden Kursen. Der erneute Zukauf erfolgte hingegen, während Coinbase 1.74% und Circle 3.25% zulegten. ARK griff somit unabhängig von der Tagesrichtung des Marktes zu.
Coinbase und Circle dominieren ARKs 16.9 Mio. Investition
Den grössten Einzelposten bildete Coinbase. ARK kaufte 45'164 Aktien (COIN) im Wert von 6.85 Mio. USD, verteilt auf die ETFs ARKK, ARKW und ARKF. Die Aktie schloss bei 151.65 USD, ein Plus von 1.74%. An zweiter Stelle folgte Circle mit 81'757 Aktien (CRCL) für 6.21 Mio. USD. Der Titel schloss bei 75.96 USD und legte 3.25% zu. Zusammen machten beide Werte somit über 77% des gesamten Tagesvolumens aus.
Deutlich kleiner fielen hingegen die übrigen zwei Positionen aus. Ausserdem erwarb der Vermögensverwalter bei Bullish 149'422 Aktien (BLSH) für 3.54 Mio. USD zu einem Schlusskurs von 23.69 USD (+1.72%). Ebenso bildete Robinhood mit 2'943 Aktien (HOOD) im Wert von rund 300'000 USD die kleinste Tranche, bei einem Kurs von 101.83 USD (+3.18%). Allein im Juni erwarb ARK zudem über 111'000 Coinbase-Aktien. Damit liegt der Wert bei den Juni-Zukäufen klar an der Spitze des Korbs. Der wiederholte Zugriff verweist auf einen geplanten Aufbau.
Die vier Titel decken das Krypto-Ökosystem systematisch ab. Coinbase steht für Börsenumsatz und institutionelle Dienste, Circle für Stablecoin-Ausgabe und Zahlungsinfrastruktur. Bullish ergänzt das Bild als Kryptobörse mit Digital-Asset-Infrastruktur, Robinhood als Retail-Brokerage mit angeschlossenem Krypto-Handel. Insgesamt bündelt der Korb vier unterschiedliche Segmente in einer einzigen Kaufrunde. Dass ARK ihn diesmal bei steigenden Kursen aufstockte, verleiht der Allokation zusätzliches Gewicht.
USDC als erster Stablecoin auf BNYs institutioneller Custody-Plattform
Am selben Tag weiteten Circle und die Bank of New York Mellon ihre Zusammenarbeit aus. USDC ist seither der erste Stablecoin auf BNYs Digital-Asset-Custody-Plattform. Institutionelle Kunden der Bank können den Token künftig in Custody-Wallets halten und übertragen. Zudem lässt sich US-Dollar in USDC prägen (Mint) und USDC wieder in Dollar einlösen (Burn). Die Plattform unterstützt die Funktion zunächst auf Ethereum und Solana. Damit erhalten regulierte Institutionen einen direkten Verwahrweg für USDC innerhalb bestehender BNY-Infrastruktur. BNY zählt mit verwahrten und administrierten Vermögen von 59.4 Bio. USD zu den grössten Verwahrstellen weltweit. Die Bank verwaltet ebenfalls eigene Mittel von 2.1 Bio. USD.
Die Basis dieser Circle-BNY-Partnerschaft reicht ins Jahr 2022 zurück, als BNY zur Primärverwahrstelle für die USDC-Reserven wurde. Mit der jüngsten Erweiterung wird der Token nun zur ersten digitalen Währung auf der neuen Custody-Plattform. Diese deckte zuvor bereits Bitcoin, Ether und tokenisierte Wertpapiere ab. USDC ist nach Marktkapitalisierung der zweitgrösste Stablecoin und kommt auf einen Umlauf von rund 73.6 Mrd. USD. Als regulierter Emittent rückt Circle damit ins Zentrum der institutionellen Stablecoin-Nachfrage.
Nicht zuletzt bedeutet der Schritt für Circle institutionellen Rückenwind, der ARKs zeitgleichen Zukauf in ein konkretes Umfeld stellt. Gleichzeitig fällt das verstärkte Interesse des Vermögensverwalters an CRCL mit einem handfesten Geschäftsabschluss zusammen. Aus Sicht von BNY erweitern die neuen Funktionen die Wege, auf denen Kunden Werte mit der gewohnten operativen Grösse und Resilienz bewegen können.
"BNY ist seit jeher dort, wo institutionelle Finanzierung als Erstes agiert. Dass USDC der erste Stablecoin in ihrem neuen Angebot ist, spiegelt die regulatorische Sorgfalt wider, die Circle von Beginn an in USDC eingebaut hat." - Kash Razzaghi, Chief Commercial Officer, Circle Internet Group
Benchmark sieht Coinbase als künftige Infrastrukturplattform
Rückhalt erhält ARKs Coinbase-Engagement von der Analystenseite. Benchmark-Analyst Mark Palmer bekräftigte im Juni sein "Buy"-Rating samt einem Kursziel von 270 USD. Dieses Ziel geht auf eine frühere Anhebung von 260 auf 270 USD zurück. Ausgangspunkt war ein Q1-Nettoverlust von 394 Mio. USD. Dem stellt die Bank jedoch zwölf eigenständige Geschäftsfelder gegenüber, die jeweils annualisiert rund 100 Mio. USD erwirtschaften. Letztlich soll diese Diversifizierung Coinbase weniger abhängig vom schwankenden Handelsgeschäft machen.
Im Zentrum der Einschätzung steht die Tokenisierung. Coinbase lancierte im Juni tokenisierte US-Aktien als Teil seiner "System Update"-Strategie. Diese Strategie hatte das Unternehmen ursprünglich Mitte Juni vorgestellt. Damit begründet Benchmark den Übergang von einer zyklischen Kryptobörse hin zu einer fundamentalen Infrastrukturplattform. Über die tokenisierten Aktien rückt das Unternehmen näher an klassische Handelsplätze und erschliesst sich Erträge jenseits des reinen Kryptohandels. Diese Erträge gelten als vergleichsweise stabil gegenüber dem volatilen Provisionsgeschäft.
Trotz eines Kursrückgangs von rund 28% seit Jahresbeginn kaufte ARK weiter zu. Auffällig ist daher der Abstand zwischen dem Schlusskurs von 151.65 USD und dem Benchmark-Ziel von 270 USD. Folglich setzt der Vermögensverwalter darauf, dass sich die Infrastruktur-Erlöse durchsetzen, bevor der Markt sie einpreist. In dieser Lesart erscheint der Q1-Verlust eher als Übergangskost denn als struktureller Bruch.
ARK kauft dieselben vier Aktien zweimal in einer Woche
Das Doppelkauf-Muster fällt aus dem Rahmen eines rein mechanischen Vorgehens. Zunächst hatte ARK am 25. Juni die vier Werte bei fallenden Kursen gekauft, am 29. Juni folgte der Zukauf bei steigenden. Möglich macht beides die 10%-Rebalancing-Regel. Sie löst Käufe aus, sobald sich die relativen Gewichtungen im Fonds verschieben, unabhängig von der Kursrichtung.
Allerdings legte der breite US-Markt am 29. Juni ebenfalls zu, von S&P 500 über Dow Jones bis Nasdaq Composite. Die Kryptoaktien stellten letztlich kein Sonderphänomen dar. Dass ARK Coinbase parallel über die drei Fonds ARKK, ARKW und ARKF aufstockte, deutet jedoch auf eine fondsübergreifende Koordination hin. Die über 111'000 im Juni erworbenen Coinbase-Aktien lassen sich folglich weniger als Reaktion auf Tagesvolatilität lesen, sondern als struktureller Positionsaufbau. Ferner blieb das Kaufverhalten über die gesamte Woche konstant.
Insgesamt verschiebt sich damit der Charakter der Käufe. Aus einer Reihe einzelner Rebalancing-Schritte wird ein erkennbares Bekenntnis zum Kryptoaktien-Segment, das über kurzfristige Handelssignale hinausreicht.








