„Krypto-Lunch“ – Eine Zusammenfassung

Letzte Woche fand die Eventreihe «Krypto-Lunch» unseres Partners 10×10 statt. In der Eventreihe, welche sich mit verschiedenen Bereichen der Krypto-Welt beschäftigt, lieferten Experten eine Bestandsaufnahme hinter den jüngsten Krypto-Entwicklungen.

Die Vortragenden boten einen interessanten Beitrag, sowie informative Ausführungen über das aktuelle Geschehen rund um den Bereich der Krypto-Währungen. Besonders war, wie das Event statt fand. Teilnehmende konnten sich entscheiden, ob sie den Krypto-Lunch physisch anwesend oder über Zoom besuchen möchten. Das Thema des Events lautete: Krypto-Assets – die Anlage der Zukunft?

Mehr als ein Spekulationsobjekt

Rino Borini – Co-Gründer und CEO der Scarossa (Betreiberin der 10×10.ch Plattform) – führt das Event und beginnt seinen Vortrag mit der Frage, welche Finanzprodukte es auf dem Markt gibt und was Investoren beachten müssen.

Der Redner leitet seine eigene Präsentation mit den News von Fidelity Investments ein. Diese planen momentan einen Bitcoin Index Fund. Laut ihm zeigt das Interesse einer der weltweit grössten Asset-Manager, dass Kryptowährungen wohl doch mehr als nur «spekulative Spielzeuge» sind. Zudem zitiert er eine Fidelity-Umfrage bei institutionellen Investoren, laut der bereits 36% in digitale Assets investiert haben und 60% dafür Platz in ihrem Portfolio sehen.

Doch nicht alle Kryptowährungen performen gleich gut und haben den gleichen Nutzen. Er betont deshalb, dass der Grossteil aller Kryptowährungen (laut CoinMarketCap knapp 7’000) mehr oder weniger nutzlos sind. Genau dort liegt auch die Schwierigkeit bei der Investition: Es ist anspruchsvoll, qualitativ hochwertige Projekte zu finden und eigene Coins sicher aufzubewahren.

Inzwischen gibt es laut Borini jedoch ein breites Angebot aus der bereits etablierten Finanzindustrie. Diese kann man sehr ähnlich wie die momentane Finanzindustrie darstellen, da auch immer mehr Investoren und Fondsmanager aus der traditionellen Welt zur Krypto-Szene wechseln und ihr Wissen mitbringen.

ETPs, Fonds oder strukturierte Produkte

Besonders die Schweizer Börse hat in diesem Bereich eine führende Position eingenommen. Der erste Bitcoin ETP wurde hier lanciert. Unterdessen gibt es viele weitere Angebote für traditionelle Investoren, von Krypto-Indizes über ETPs von einzelnen Währungen bis zu Tracker-Zertifikaten.

Bitcoin: Digitales Gold

21Shares Mitgründer Hany Rashwan – ein in den USA aufgewachsener Ägypter – erläutert, wie er überhaupt mit der Krypto-Welt in Berührung kam.

Zur selben Zeit, als er ab 2011 Unternehmen im Silicon Valley unterstützte, wurde ihm Bitcoin zum ersten Mal vorgestellt. Damals hielt sich seine Begeisterung für Kryptowährungen in Grenzen. Ausschliesslich für illegale Geschäfte oder Transaktionen in Ländern wie Venezuela, Somalia und Nordkorea sah er Vorteile.

Doch als wenige Jahre später sein Heimatsland Ägypten eine plötzliche Währungsentwertung von über 30% erfuhr, erkannte Hany Rashwan allmählich das Potenzial einer klar begrenzten, disinflationären Währung. Er war überzeugt, dass sich immer mehr Personen vor der Geldentwertung der Zentralbanken mit Anlagen wie Bitcoin schützen wollen. Somit entstand in der Schweiz der weltweit erste Bitcoin ETP.

Fortgesetzt wird die Präsentation mit einem Vergleich von Bitcoin und der stabilen Wertanlage Gold. Der Vortragende erklärt, dass der Preis von Gold nach der Entkoppelung des US-Dollars ab 1971 ungefähr 15 Jahre starke Kursschwankungen erfuhr. Obwohl damals Goldinvestoren als verrückt galten, ist Gold heute zweifelsfrei eine sichere Wertanlage.

Gemäss Rashwan sind sich viele Personen vor allem durch die Überlegenheit vieler Eigenschaften (verglichen mit Gold) einig, dass Bitcoin nicht weit entfernt vom Status einer Wertanlage ist. Seiner Meinung nach sind die wichtigsten davon: Knappheit, Teilbarkeit, Prüfbarkeit und Übertragbarkeit. Der einzige Vorteil von Gold gegenüber Bitcoin, ist laut ihm, dass es glänzt. Goldschmuck sieht einfach viel besser aus und wir können es tatsächlich anfassen.

Gold ist gut. Bitcoin ist besser.

gold vs bitcoin

Die totale Menge von Bitcoin ist klar auf 21 Millionen limitiert, es ist leicht teilbar, das Verschicken in der ganzen Welt ist problemlos möglich und Fälschungen sind praktisch ausgeschlossen. In all diesen Aspekten ist Gold zwar nicht schlecht, doch Bitcoin schlichtweg unterlegen: Die Gesamtmenge von Gold ist zwar knapp, doch nicht klar festgesetzt, es kann nur bis zu einem gewissen Grad aufgeteilt werden, wurde immer wieder gefälscht und ist sehr schwer zu transportieren.

Es handelt sich bei Bitcoin also nicht um eine Revolution, sondern vielmehr um eine Evolution von Gold. Und da es als bessere, digitale Version von Gold beschrieben werden kann, sind besonders die jüngeren Generationen daran interessiert.

Integration in ein Multi Asset Portfolio

Sina Meier – ebenfalls von 21 Shares – befasst sich mit der Thematik, weswegen Krypto-Assets in ein Multi Asset Portfolio integriert werden sollten.

Hierfür nennt sie drei wesentliche Gründe. Als ersten Grund führt die Rednerin die Funktionalität von Bitcoin als „sicheren Hafen“ (en. safe haven) auf. Schon vor der Corona-Krise war die steigende Hochverschuldung unserer Banken kein Geheimnis. Die gegenwärtige Krise hat dies alles andere als verbessert. Bitcoin jedoch könne als moderne, langfristige Wertanlage als Schutz vor Inflation eingesetzt werden.

Weiters wird auf den zweiten Grund, die Unkorrelierten Returns bzw. die durch Bitcoin gegebene Diversifikation eingegangen. Die Korrelation, welche bei Globalen Anleihen wie auch Aktienmärkten generell hoch sind, steigen bei Krisenzeiten weiter an. Kryptowährungen jedoch sind unabhängig von traditionellen Aktienmärkten und können somit auch als Diversifikation eingesetzt werden.

Beim dritten Punkt, den Sina Meier aufführt, handelt es sich um die Rendite. Durch die starken Kursschwankengen von Kryptowährungen können hohe Gewinne, aber auch hohe Verluste erzielt werden.

In weiterer Folge zeigt Sina Meier eine Übersicht über die Produkte von 21 Shares. 21 Shares besitzt 11 verschiedene ETPs, die Währungen Schweizer Franken, US-Dollar, Euro und Pfund sind Teil von 5 verschiedenen Produkten.

Auch erklärt Sina Meier, dass 21 Shares viel Engagement und Zeit in Weiterbildungen investiert. Es werden regelmässig Webinars angeboten, auch speziell für Frauen. Diese sind nach wie vor im Finanzbereich sowie auch im Kryptobereich stark unterrepräsentiert.  Ein Expertenanspruch bestehe hierbei nicht, doch ein gewisses Know-How sei wünschenswert.

Eine App, um anspruchsvollen Prozessen entgegenzuwirken

Julian Liniger, CEO und Mitgründer des Startups „Relai“ erzählt seine Unternehmensgeschichte und erläutert die Günde, weswegen er die Etablierung dieser Schweizer Bitcoin App als so essenziell empfunden hat.

In Bitcoin zu investieren ist für die breite Masse immer noch eine komplizierte und aufwändige Angelegenheit. Die Schweizer Bitcoin App «Relai», welche von sich behauptet die einfachste der Welt zu sein, versucht das zu ändern und endlich jedermann den Zugang zur Mutter aller Kryptowährungen zu ermöglichen.

Begonnen hat die Idee seines Startups mit der gewollten Problemlösung des gegenwärtigen Finanzsystems. Auch Julian Liniger spricht die übermässige Gelddruckerei von Banken und die daraus resultierende höhere Inflation an. Auch den Negativzins und die hohen, intransparenten Bankgebühren greift er in der Thematik auf. Um gegen die Inflation anzukämpfen, stellt sich die Frage nach der besten Investition. Früher – meint Liniger – waren das Gold, Aktien, Immobilien und nun auch Bitcoin. Verglichen mit anderen Anlageklassen zeigt sich, dass Bitcoin das best performende Asset ist.

Die Vorteile der Kryptowährung motivieren Investitionen. Leider ist der Prozess des Kaufs und Verkaufs von Kryptowährungen kompliziert und zeitraubend. Julian Liniger wünschte sich deshalb eine sogenannte „One-Click-Solution“, um Bitcoininvestitionen zu tätigen. Relai als Bitcoin-Investitionsapp soll die Schwierigkeit Bitcoins zu kaufen und zu verkaufen umgehen. Die Besonderheit in der App liegt in der mobilen Version und Schnelligkeit. Die Erstellung eines Accounts oder eine Registrierung ist für den Erwerb von Bitcoins mittels dieser App nicht nötig. Die App erfreut sich schon grosser Beliebtheit.

 

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Redaktion cvj.ch

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