Eine Einführung zu Polygon und Ethereum-Skalierung

Sidechains zielen darauf ab, die oft zitierten Einschränkungen von Ethereum zu beheben, wie z. B. verzögerte Transaktionen und hohe Gebühren. Eine Einführung zu der führenden Sidechain Polygon, dem MATIC-Token und anderen Skalierungslösungen für Ethereum.

Eine Sidechain ist eine separate Blockchain, die in Verbindung mit einer zugehörigen Mainchain (z.B. Ethereum) arbeitet. Sie verfügt über einen eigenen Konsens-Mechanismus und ist mit dem Mainnet durch einen verbunden (was bedeutet, dass Coins zur und von der Mainchain zur Sidechain übertragen werden können). Das Matic Netzwerk kündigte im Februar 2021 sein Rebranding zu Polygon an und positionierte sich im Rennen um die erste voll funktionsfähige Interoperabilitätslösung.

Polygon Netzwerk und der MATIC-Token

Das Polygon-Projekt ist einer der jüngsten Versuche zur Verbesserung der Blockchain-Interoperabilität und Skalierung durch eine Ethereum Virtual Machine (EVM) kompatible Sidechain. Das Netzwerk bringt Skalierungslösungen für Ethereum, indem es eine Brücke zum Verschieben von Assets zwischen der Mainchain und einer Proof-of-Stake-basierten Sidechain verwendet. Die Architektur ist in ein Vier-Schichten-System aufgeteilt, bestehend aus Ethereum, einem Security Level, der Polygon Schicht und einer Ausführungsebene. Das Ergebnis ist eine Lösung für schnellere und kostengünstigere Transaktionen.

Eine einzelne Polygon-Sidechain sollte in der Lage sein, 65’536 Transaktionen pro Block zu erreichen (derzeit kann Ethereum etwa 714.29 Transaktionen pro Block für einfache Transaktionen durchführen). Es ist möglich, dass sie in naher Zukunft in der Lage sein wird, Millionen von Transaktionen auf mehreren Ketten abzuschliessen.

Verschiedene Ebenen des Polygon-Netzwerks / Quelle: Polygon

Ähnlich wie Ether (ETH) wird der MATIC Coin verwendet, um Transaktionsgebühren zu bezahlen, über Verbesserungsvorschläge abzustimmen und um Staking zu betreiben. Eine Explosion in der DeFi-Aktivität hat auch viele native Ethereum-Protokolle auf das Polygon Netzwerk gezogen. Kürzlich lancierte Aave (ein Protokoll, um Zinsen auf Einlagen zu verdienen und Vermögenswerte zu leihen) auf dem Polygon-Netzwerk, wodurch mehr als 60’000 Nutzer von Ethereum auf das Layer-2-Netzwerk wechselten, mit ungefähr 12 Milliarden Dollar an Einlagen und 7 Milliarden Dollar an geliehenen Vermögenswerten. Curve (eine dezentrale Börse) lancierte ebenfalls kürzlich auf Polygon und bietet zusätzliche MATIC Coins an, wenn Sie Liquidität über ihre Pools anbieten.

Diese beiden Protokolle sind Early Mover und haben daher sehr wahrscheinlich einen Vorteil gegenüber Plattformen, die nicht auf Polygon operieren. Meine persönliche Erfahrung mit dem Polygon-Netzwerk war, dass es benutzerfreundlich ist und erhebliche Einsparungen in Bezug auf die Transaktionsgebühren ermöglichen kann.

Alternative Skalierungslösungen

Der Schlüssel zu allen Interoperabilitätslösungen ist, wie gut sie eine skalierbare Sidechain-Alternative für Ethereum ermöglichen: Kümmert sich die Lösung um die Transaktionsgeschwindigkeit, den Durchsatz und die Probleme der Community Governance? Bei Polygon ist eine Roadmap darüber, wie oder wann ihre Interoperabilitätslösung vollständig live sein wird, noch nicht zu sehen. Ihre Ankündigungen mit Partnern deuten jedoch darauf hin, dass die Dinge sich entwickeln und Gestalt annehmen.

Es ist auch wichtig, ein Auge auf alternative Interoperabilitätslösungen zu werfen, z. B. Polkadot und Cosmos. Diese zu vergleichen ist wichtig, um zu verstehen, wie sich der Sektor entwickelt und um auf dem Laufenden zu bleiben, was die Marktteilnehmer versprechen.

Polygon hat gesagt, dass es das Ziel hat, einige wahrgenommene Einschränkungen von Projekten wie Polkadot und Cosmos anzugehen. Dazu gehört die einfache Implementierung für jeden, der bereits Apps auf Ethereum baut.


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Über den Autor

Pirro Morandi ist Head of Business Development bei der Crypto Broker AG. Bevor er zur Crypto Broker AG kam, arbeitete Pirro als Emerging Markets Fixed Income Sales bei der Credit Suisse AG und bekleidete verschiedene Positionen als Investment Consultant und Relationship Manager bei Clariden Leu und Credit Suisse. Pirro hat einen Bachelor of Science in Business Administration mit Schwerpunkt Banking & Finance.

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