PostFinance hat ihr Krypto-Angebot um sechs weitere digitale Währungen erweitert. Seit dem 17. Februar 2026 stehen in E-Finance und der PostFinance App neu Algorand (ALGO), Arbitrum (ARB), NEAR Protocol (NEAR), Stellar (XLM), USDC und SUI zur Verfügung. Insgesamt umfasst das Angebot damit 22 Kryptowährungen.
Die Nachfrage seit dem Launch im Februar 2024 spricht eine deutliche Sprache. Kunden eröffneten laut der Bank über 36'000 Krypto-Depots und tätigten mehr als 565'000 Trades. Denn PostFinance war 2024 die erste systemrelevante Schweizer Bank, die ihren Kunden direkten Zugang zu Kryptowährungen ermöglichte. Mit rund 2.5 Millionen Kunden erreicht das Institut entsprechend etwa einen Drittel der Schweizer Bevölkerung.
Von elf auf 22 Assets in zwei Jahren
Der Ausbau folgt einem klaren Rhythmus. Im Februar 2024 startete PostFinance mit 11 Kryptowährungen, darunter Bitcoin und Ethereum. Fünf weitere kamen im Juli 2024 dazu. Anschliessend führte die Bank im Januar 2025 Ethereum-Staking ein. Nun folgt die bisher grösste Erweiterung des Sortiments mit sechs Neuzugängen.
Besonders auffällig ist die Aufnahme von USDC. Damit nimmt PostFinance erstmals einen Stablecoin ins Angebot auf. USDC bildet den US-Dollar ab und ermöglicht Kunden so eine digitale Dollar-Position ohne direkte Kursvolatilität. Die übrigen fünf Neuzugänge sind Layer-1- und Layer-2-Protokolle mit unterschiedlichen technischen Schwerpunkten. Konkret fokussieren Algorand und Stellar auf Zahlungsinfrastruktur, NEAR und SUI auf skalierbare Smart Contracts und Arbitrum auf Ethereum-Skalierung.
Der Mindesteinstiegsbetrag liegt weiterhin bei 50 US-Dollar. Krypto-Sparpläne funktionieren dabei analog zu Fondssparplänen, und der Handel läuft rund um die Uhr. Für die Verwahrung und technische Infrastruktur arbeitet PostFinance gleichzeitig mit der FINMA-regulierten Krypto-Bank Sygnum zusammen.
"Unsere Kundinnen und Kunden wollen Kryptowährungen bei ihrer vertrauenswürdigen Hausbank handeln. Genau das liefern wir und investieren konsequent in den weiteren Ausbau unseres Angebots." - Dr. Alexander Thoma, Head of Digital Assets, PostFinance
Schweizer Bankenmarkt bleibt gespalten
PostFinances Krypto-Strategie kontrastiert mit der Zurückhaltung anderer Grossbanken. UBS bietet weiterhin keine Krypto-Produkte für Privatkunden an. Julius Bär ermöglicht zwar direkte Token-Investments und Zugang über ETPs, richtet sich damit aber an vermögende Kunden. Swissquote und Dukascopy bedienen eher das Segment handelsaffiner Nutzer. Die Neobank Yuh bietet dennoch Krypto-Trading mit einer Gebühr von 1 Prozent.
PostFinance besetzt somit eine spezifische Nische im regulierten Krypto-Trading für den Massenmarkt. Ein Mindesteinstieg von 50 US-Dollar, die Integration in die bestehende Banking-App und das Vertrauen einer staatlich kontrollierten Bank sprechen Kunden an. Gerade wer Kryptowährungen ausprobieren will, muss sich so nicht bei spezialisierten Krypto-Börsen registrieren. Insgesamt entsprechen 36'000 eröffnete Depots bei 2.5 Millionen Kunden einer Penetrationsrate von knapp 1.5 Prozent. Für ein Produkt, das erst zwei Jahre am Markt ist, signalisiert das solides Wachstumspotenzial.
Retailkunden bevorzugen XRP vor Ethereum
Die bisherige Trading-Verteilung liefert aufschlussreiche Einblicke in das Verhalten von Schweizer Retailkunden. Bitcoin dominiert mit 35 Prozent aller Trades. Auf Platz zwei folgt allerdings nicht Ethereum, sondern Ripple (XRP) mit 23 Prozent. Ethereum kommt demnach erst auf 11 Prozent.
Dass XRP bei PostFinance-Kunden doppelt so beliebt ist wie Ethereum, weicht deutlich von institutionellen Portfolios ab. Dort dominieren typischerweise Bitcoin und Ethereum. Bei Retailkunden spielen hingegen niedrigere Stückpreise (Unit Bias) und mediale Aufmerksamkeit eine grössere Rolle. XRP profitiert nämlich von einer besonders aktiven Community im deutschsprachigen Raum.








