Bitcoin galt lange als der "Goldstandard" der Krypto-Welt. Doch 2026 zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab, denn institutionelle Investoren setzen zunehmend auf Ethereum.
Dieser Trend markiert einen Übergang: weg von Krypto als reinem Wertspeicher, hin zur Anerkennung als digitale Infrastruktur. Viele Unternehmen blicken über die blosse Knappheit hinaus. Stattdessen setzen sie auf Ethereums Fähigkeit, zuverlässige Erträge zu erzielen und die Finanztechnologie voranzutreiben.
Grosse Akteure bauen ihre Ethereum-Positionen aus
Ein Beispiel für diesen Wandel ist BitMine Immersion Technologies. Das Unternehmen hat sich als führendes "Ethereum Treasury"-Unternehmen neu aufgestellt. Anfang 2026 gab BitMine bekannt, über 4,3 Millionen ETH angesammelt zu haben - rund 3,5% des weltweiten Angebots. Durch aggressives Staking will die Firma hohe Erträge erzielen. Über ein eigenes Validator-Netzwerk strebt sie jährliche Rewards von über 370 Millionen US-Dollar an.
Die jüngsten 13F-Einreichungen von Goldman Sachs zeigen ein ausgewogenes Bild. Der Bankkonzern hält rund 1,1 Milliarden US-Dollar in Bitcoin und 1 Milliarde in Ethereum. Bitcoins Marktkapitalisierung ist deutlich grösser als die von Ethereum. Diese Beinahe-Parität stellt daher eine klare Übergewichtung dar und ist ein starkes Vertrauensvotum in ETH als strategisches Asset.
Warum einige Unternehmen Ethereum gegenüber Bitcoin bevorzugen
Der Kern dieses Trends liegt in Ethereums Fähigkeit, "Yield" zu erzeugen. Das bedeutet: Anleger können eine Art Zins oder Dividende auf ihre Investition verdienen. Durch einen Prozess namens Staking verdienen Institutionen jährlich etwa 3% bis 5%, indem sie das Netzwerk sichern. Dieser Cashflow ist ein grosser Anziehungspunkt für Wall-Street-Firmen. Sie bevorzugen Anlagen mit klar erkennbaren Erträgen gegenüber solchen, die nur in einem Tresor liegen.
Über die direkten Erträge hinaus bieten Ethereums Smart Contracts zusätzlichen Nutzen. Sie fungieren als selbstausführender Code auf der Blockchain und bilden das Rückgrat für Decentralized Finance (DeFi). Dabei automatisieren sie Dienste wie Kreditvergabe, Kreditaufnahme und Handel - ganz ohne Mittelsmänner. Zugleich ist Ethereum der wichtigste Standort für Real-World Assets (RWA). Dieser Sektor ist Anfang 2026 auf über 24 Milliarden US-Dollar gewachsen (laut rwa.xyz). Traditionelle Anlagen wie Anleihen, Aktien und Immobilien werden dabei auf die Blockchain gebracht. Das macht den Handel schneller, günstiger und rund um die Uhr verfügbar. Ethereum hält derzeit rund 60% Marktanteil bei tokenisierten Anlagen. Die Blockchain ist damit zum "Premiumviertel" geworden, in dem grosse Banken und Fonds ihre wichtigsten Geschäfte abwickeln.
Wie sich Ethereum von Bitcoin abkoppelt
Derzeit lässt sich ein struktureller Bruch in der Korrelation beider Assets beobachten. Seit der Einführung von Spot-ETFs haben sich die Kapitalflüsse aufgeteilt. Bitcoin wird als "digitales Gold" gekauft, Ethereum als "digitale Infrastruktur" gesammelt. Ethereums eigene Fundamentaldaten bestimmen zunehmend den Kurs. Dazu gehören steigende On-Chain-Aktivität, ein sinkendes Angebot und die Verbreitung tokenisierter Anlagen bei Banken.
Die Zahlen zeigen ein starkes Potenzial. ETH könnte in der zweiten Jahreshälfte 2026 deutlich besser abschneiden als BTC. Nach Bitcoins Konsolidierung dürfte Kapital vermehrt in nutzbare Assets wie ETH fliessen. Mehrere Faktoren stützen dieses Szenario: anhaltende Staking-ETF-Zuflüsse, Protokoll-Upgrades und regulatorische Fortschritte. Dazu kommt ein günstiges Umfeld mit sinkenden Realzinsen. In einem reifenden Bullenmarkt sind relative Zugewinne von 2x bis 3x gegenüber Bitcoin möglich.
Dieser Wandel positioniert ETH neu: weg vom reinen Wertspeicher, hin zur führenden programmierbaren Blockchain. Davon profitiert die gesamte Branche durch mehr Vielfalt und Widerstandsfähigkeit.







