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    Bessent fordert den Clarity Act bis Sommer und bestätigt Fortschritte bei der strategischen Bitcoin-Reserve der USA mit 328'372 BTC.

    White House vermittelt im CLARITY Act-Zinsstreit ohne Ergebnis

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    von Redaktion cvj.ch am 3. Februar 2026 | Aktualisiert 26. August 2026 Legal/Compliance

    Ein über zweistündiges Treffen im Weissen Haus zwischen Vertretern der Krypto-Industrie und der Banking-Lobby endete am Montag ohne Kompromiss. Im Kern ging es darum, ob Plattformen wie Coinbase ihren Nutzern Zinsen auf Stablecoins zahlen dürfen.

    Patrick Witt, Executive Director des Presidents Council of Advisers on Digital Assets, leitete das Gespräch im Diplomatic Reception Room. Das Ergebnis ist eine neue Frist. Das Weisse Haus fordert beide Seiten auf, bis Ende Februar 2026 eine gemeinsame Formulierung zur Stablecoin-Yield-Frage vorzulegen. Ohne Einigung bleibt nämlich der CLARITY Act blockiert - das zentrale Gesetz zur Regulierung digitaler Assets in den USA.

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    Banken gegen Krypto: Der Kern des Konflikts

    Auf der einen Seite sassen Coinbase, Circle, Ripple, Crypto.com und Kraken. Dazu kamen die Branchenverbände Blockchain Association, Digital Chamber und Crypto Council for Innovation. Ihnen gegenüber standen die American Bankers Association (ABA), die Independent Community Bankers of America (ICBA), das Bank Policy Institute und das Financial Services Forum, das die CEOs der grössten Wall-Street-Banken vertritt.

    Der Streit dreht sich um Section 404 des CLARITY Act. Konkret verbietet die Bestimmung Krypto-Dienstleistern jegliche Zinszahlung "ausschliesslich im Zusammenhang mit dem Halten einer Zahlungs-Stablecoins". Schon der im Juni 2025 verabschiedete GENIUS Act untersagt Stablecoin-Emittenten die direkte Zinszahlung an Halter. Allerdings erlaubt er Drittplattformen wie Coinbase weiterhin Rewards-Programme. Dagegen wehrt sich die Banking-Lobby. Über 3'200 Banker unterzeichneten am 14. Januar einen Brief an den Senat mit der Forderung, dieses "Loophole" zu schliessen.

    „Die Politik muss Kryptobörsen, verbundenen Unternehmen und anderen Zwischenhändlern – nicht nur Emittenten – vollständig untersagen, Zinsen, Renditen oder Prämien auf Bestände an Zahlungs-Stablecoins zu zahlen.“ - Rebeca Romero Rainey, Präsidentin und CEO, ICBA

    280 Milliarden USD Markt als Zankapfel

    Die Schärfe der Debatte erklärt sich durch die Dimension des Marktes. Stablecoins kommen zusammen auf über 280 Milliarden USD. Tether (USDT) dominiert mit einer Marktkapitalisierung von 187 Milliarden USD und 63 Prozent Marktanteil. Circle (USDC) folgt mit 75 Milliarden USD, wuchs zuletzt aber mit 73 Prozent deutlich schneller als Tether mit 36 Prozent. Treasury Secretary Scott Bessent prognostiziert ein Wachstum auf 3.7 Billionen USD bis Ende des Jahrzehnts.

    Coinbase verdient bereits erheblich an Stablecoins. Allein im dritten Quartal 2025 trugen sie fast 20 Prozent zum Umsatz bei - insgesamt 355 Millionen USD. Grundlage ist ein Revenue-Sharing-Deal mit Circle, bei dem Coinbase 100 Prozent der Zinserträge auf USDC auf der eigenen Plattform behält. Kunden erhalten derzeit 4.1 Prozent APY auf USDC, Coinbase One Mitglieder bis zu 4.5 Prozent. Somit hat Coinbase ein direktes finanzielles Interesse am Fortbestand der Yield-Programme.

    Standard Chartered warnt indes vor den Konsequenzen für traditionelle Banken. Geoffrey Kendrick, Head of Digital Assets Research, beziffert den potenziellen Abfluss auf 500 Milliarden USD bis 2028. Voraussetzung wäre ein Stablecoin-Markt von 2 Billionen USD. Aus Schwellenländern könnten zusätzlich 1 Billion USD abfliessen. Besonders verwundbar eien US-Regionalbanken wie Huntington Bancshares, M&T Bank, Truist Financial und CFG Bank, denn bei ihnen macht die Net Interest Margin bis zu 80 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

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    Coinbase-CEO Armstrong verschärft den Konflikt

    Brian Armstrong zog Mitte Januar 2026 die Coinbase-Unterstützung für den CLARITY Act zurück. Er kritisierte, die Bestimmungen zu tokenisierten Aktien, DeFi-Restriktionen und Stablecoin-Yields würden "übermässige Regulierung institutionalisieren". Daraufhin verschob das Senate Banking Committee die für den 15. Januar geplante Markup-Session. Am 29. Januar verabschiedete das Senate Agriculture Committee den CLARITY Act dennoch - doch ohne Zustimmung des Banking Committee bleibt das Gesetz blockiert.

    Armstrongs Position isolierte Coinbase innerhalb der eigenen Branche. Der Rest der Krypto-Industrie zeigte sich kompromissbereiter. Entsprechend versuchte das White-House-Treffen, die verhärteten Fronten aufzubrechen. Witt formulierte seine Haltung unmissverständlich: "Consumers win when there's choice."

    Die Banking-Verbände halten dagegen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten ABA, Bank Policy Institute, Financial Services Forum und ICBA: "Wir müssen sicherstellen, dass alle Gesetze die lokale Kreditvergabe an Familien und kleine Unternehmen unterstützen, die das Wirtschaftswachstum vorantreiben." Nach Berechnungen der ICBA könnte die Zulassung von Krypto-Intermediären zur Zinszahlung die Einlagen der Branche um 1.3 Billionen USD reduzieren. Das Community Bank Lending würde demnach um 850 Milliarden USD sinken.

    Frist bis Ende Februar

    Das Weisse Haus verlangt bis Ende Februar einen Kompromiss zur Stablecoin-Yield-Formulierung. Gleichzeitig tickt die Uhr beim GENIUS Act, dessen Implementierungsfrist am 18. Juli 2026 abläuft. Ohne Einigung im Zinsstreit droht der CLARITY Act auf unbestimmte Zeit im Senate Banking Committee hängenzubleiben.

    „Untätigkeit ist keine Option, und wir sind entschlossen, die Ärmel hochzukrempeln und hart daran zu arbeiten, dass der legislative Fortschritt nicht zu Lasten von Innovatoren oder Verbrauchern geht, die digitale Vermögenswerte als Grundlage für ihre finanzielle Zukunft betrachten.“ – Cody Carbone, CEO, Digital Chamber

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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