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    Ordinals: NFTs auf der Bitcoin-Blockchain

    Ordinals: NFTs auf der Bitcoin-Blockchain

    von Redaktion cvj.ch am 22. Februar 2023 Hintergrund

    Ein unerwartetes Ereignis in der Bitcoin-Geschichte führte zu einer neuen und anhaltenden Nachfrage nach Bitcoin-Blockraum. Inschriften direkt auf der Bitcoin-Blockchain ermöglichen die Schöpfung digitaler Artefakte, sogenannter Ordinals; einer neuen Art von NFT.

    In den letzten Wochen hat sich die dauerhafte und unveränderliche Inschrift von nicht-monetären Daten direkt in die Bitcoin-Blockchain zu einem unerwarteten Trend entwickelt. Die "Ordinals" Bitcoin-NFTs führten zu Diskussionen und Debatten über die Auswirkungen dieser Anwendung des Bitcoin-Netzwerks. Schliesslich wurden Blöcke des sichersten dezentralen Netzwerks rasch mit NFT-Transaktionen gefüllt, was normale Transaktionen verlangsamen lässt.

    Ordinals: ein unerwarteter Nebeneffekt des Taproot-Upgrades

    Der langjährige Bitcoiner und Programmierkünstler Casey Rodarmor hat im Januar 2023 eine Möglichkeit gefunden, eine Art von NFT auf dem Bitcoin-Netzwerk zu schaffen. Er nutzte dabei das jüngste Taproot-Upgrade für Bitcoin, um Bilderdaten effizienter zu speichern. Taproot lockerte zusammen mit einem früheren Upgrade der Blockchain die Grössenbeschränkungen für Daten in Transaktionen. Dadurch wurde es einfacher, beliebige Daten darin zu speichern, solange die Transaktion in einen Block passte. SegWit führte eine geteilte Datenstruktur für Bitcoin-Transaktionen ein, die zum einen die Effizienz der Transaktionsdaten verbesserte und zum anderen den Gestaltungsspielraum für Bitcoin-Skripte (z.B. für das Lightning Netzwerk) vergrösserte.

    Casey, der Entwickler der Ordinals, nutzte die Upgrades, um alte OP-Codes in sogenannte "Envelopes" umzuwandeln und in einer Inschrift (Inscription) beliebige Daten zu speichern. Jede Inschrift auf Bitcoin wird als "digitales Artefakt" bezeichnet, weil sie in sich vollständig und dezentralisiert ist. Der Ordinal ist ein eindeutiger Bezeichner, der mit einer Folge von Vermögenswerten verbunden ist. Dabei ist es möglich, eine unendliche Anzahl von Vermögenswerten zu erstellen, die alle mit demselben Ordinal verbunden sind. Dies ist ein bedeutender Unterschied zu herkömmlichen NFTs, die in der Regel zur Darstellung eines einzigartigen, eindeutigen Vermögenswerts verwendet werden.

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    Bitcoin-NFTs unterscheiden sich von Ethereum-Bildern

    Eine Inschrift besteht aus einem Inhaltstyp bekannt als MIME sowie dem Inhalt selbst, der die Form einer Byte-Zeichenkette einnimmt. Dies ermöglicht es, Inhalte von einem Webserver zurückzuliefern und direkte HTML-Inhalte zu erstellen, die die Inschriften verwenden und darstellen. Die auf der Bitcoin-Blockchain gespeicherten Daten reichen somit von Bildern über Audioclips bis hin zu einer minimalisierten Version des Videospiels Doom.

    Multimediale Daten auf der Bitcoin-Blockchain / Quelle: Glassnode

    Das "Ordinal Theory Handbook" argumentiert, dass Bitcoin-Inschriften den Ethereum-NFTs überlegen sind. Ordinals sind unveränderlich und der Inhalt wird vollständig auf der Blockchain gespeichert. Dies unterscheidet sich von den meisten NFTs, deren Metadaten vom Ersteller geändert oder sogar gelöscht werden können. Die ERC721-Token auf Ethereum signalisieren oft das Eigentum an zugehörigen Metadaten, die in der Regel ausserhalb der Blockchain (IPFS) gespeichert werden.

    Bitcoin-Blöcke werden mit Ordinals gefüllt

    Bitcoin-Blockraum bezieht sich auf die begrenzte Menge an verfügbarem Platz auf jedem Block im Bitcoin-Netzwerk. Blöcke sind Sammlungen von Bitcoin-Transaktionen, die der Blockchain von Minern hinzugefügt werden, die für ihre Bemühungen mit neu geschaffenen Bitcoin belohnt werden. Wenn der Blockraum mit Daten gefüllt wird, kann dies zu langsameren Bestätigungszeiten und höheren Transaktionsgebühren führen. Das liegt daran, dass die Miner Transaktionen mit höheren Gebühren priorisieren. Nutzer müssen also möglicherweise mehr bezahlen, damit ihre Transaktionen schnell bearbeitet werden.

    alltimehight bitcoin blocksize
    Verdoppelung der durchschnittlichen Blockgrösse / Quelle: Blockchain.info

    Seit der Einführung im Januar 2023 wurden über 150'000 Ordinals geschaffen, obwohl die Erstellung und Anzeige der "Bitcoin-NFTs" für den Alltagsnutzer alles andere als leicht ist. Getrieben von Begeisterung über den neuen Anwendungsfall des dezentralen Netzwerks überstieg die durchschnittliche Blockgrösse Bitcoins so zum ersten Mal 2MB.

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    Verschwendeter Blockraum oder neue Mining-Einnahmen?

    Ordinals haben zu einer graduellen Überlastung des Mempools geführt und üben einen anhaltenden Druck auf die Netzwerkgebühren aus. Bislang wirkt dieser Druck jedoch vor allem auf den Wettbewerb in den niedrigsten Gebührenbereichen (beispielsweise Lightning Channels). Es gibt also noch keine eindeutigen Anzeichen dafür, dass Bitcoin-NFTs monetäre Transaktionen "verdrängen". Bisher wird lediglich die unterste Gebührengrenze für die Aufnahme in einen Block leicht angehoben. Für einige Bitcoiner trotzdem ein Dorn im Auge.

    i retracted/deleted that as it was stupid and getting misinterpreted see here. https://t.co/fv0AfrPUMH

    — Adam Back (@adam3us) January 30, 2023

    Verteidiger der Ordinals-NFTs argumentieren, dass neuer Wettbewerb um Bitcoin-Blockraum bessere Anreize für Miner schaffen könnte. Schliesslich wird die Bitcoin-Subvention - der Betrag an Bitcoin, den ein Miner für das erfolgreiche "Schürfen" eines Datenblocks erhält - alle 210'000 Blöcke (rund vier Jahre) halbiert. Höhere Transaktionsgebühren würden diesen Prozess trotz der stetig abnehmenden Inflation, einer zentralen Eigenschaft Bitcoins, lohnenswert machen.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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