Wochenrückblick Kalenderwoche 9 – 2021

Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Krypto-Währungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.

Über die letzten Monate konnte ein zunehmendes institutionelles Interesse an Bitcoin beobachtet werden. Das ist auch den Finanzinstituten an der Wall Street nicht entgangen. Entsprechend bereiten sich einige auf eine grössere Adoption von Krypto Assets vor. Es werden vermehrt Einschätzungen zu der neuen digitalen Anlageklasse gemacht und Dienstleistungsangebote werden definiert. Als einer der grössten Finanzdienstleister hat Citibank diese Woche einen ausführlichen Bericht zu Bitcoin veröffentlicht. Der Rapport basiert auf einer Reihe von Interviews mit CEOs und Fachleuten der führenden Custodians, Börsen, Infrastruktur- und Vermögensverwaltungsunternehmen. Behandelt wird neben der Entstehungsgeschichte auch das Potenzial von Bitcoin. Die Citi Autoren beschreiben darin einen „Wendepunkt“ für die grösste Kryptowährung. Dabei könnte demnächst die Massenadoption folgen – oder eine spekulative Implosion bevorstehen. Tatsächlich sieht die Bank gute Chancen für den ersten Fall. Man anerkennt die Rolle von Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel, digitales Zahlungssystem und Grundlage für dezentrale Finanztransaktionen mit dem Potenzial, zukünftig eine globale Handelswährung darzustellen.

Bereits 2018 eröffnete Goldman Sachs eine Handelsabteilung für Bitcoin und andere digitale Assets. Nach dem Crash im Dezember 2017, verflog allerdings das Interesse und die Investmentbank stellte die Aktivitäten des Trading Desk ein. In der Folge bezeichnete das Wall Street Traditionshaus Bitcoin als „nicht geeignete Anlageklasse“ und brandmarkte die Kryptowährung als „ungeeignete Investition“. Nun vollzieht das Institut eine Kehrtwendung und bietet unter der Division „Digital-Assets“ Dienstleistungen im Bereich Handel mit Kryptowerten sowie Derivaten an. Die Wiedereröffnung kommt inmitten eines wachsenden institutionellen Interesses an Bitcoin, welches dazu beigetragen hat, den Preis der Kryptowährung in den letzten 12 Monaten um 460% in die Höhe schnellen zu lassen.

Während sich die Schweizer Grossbanken weiterhin in Zurückhaltung gegenüber der neuen Welt der digitalen Assets üben, erweitern ansässige Privatbanken das Angebot rund um digitale Währungen. So auch die Traditionsbank Märki Baumann. Seit einer Weile befasst sich der Vermögensverwalter mit digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin und Kunden können bereits Kryptowährungen handeln und von der Bank verwahren lassen. Nun wird das Angebot mit einer Anlageberatung für digitale Assets erweitert, welche auf den Compliance Richtlinien FIDLEG und MiFID basieren. Der Entscheid der Privatbank folgt auf eine erhöhte Nachfrage sowie gesteigertem Beratungsbedarf im Umgang mit der neuen Anlageklasse.

Zahlreiche potenzielle Krypto-Investoren schrecken weiterhin vor der Volatilität, welche digitale Währungen mit sich bringen, zurück. Der Preisanstieg von Bitcoin ist zweifellos attraktiv, allerdings liegen die Kursschwankungen weit über dem Risikoprofil traditioneller Vermögensverwalter. Laut James Butterfill, Anlagestratege des Kryptospezialisten CoinShares, ist dieses Vorkommnis bei der Geburt einer neuen Anlageklasse normal. In einer Studie untersucht Butterfill die anfängliche Volatilität von Bitcoin und vergleicht sie mit anderen etablierteren Vermögenswerten wie Gold. Tatsächlich lassen sich starke Parallelen zwischen den zwei Assetklassen beobachten und seit der Entstehung von Bitcoin hat sich dessen Volatilität bereits stark verringert. Butterfill erwartet schon bis 2025 ähnliche Volatilitätsniveaus wie bei anderen Anlageklassen.

Ausserdem: Mit der steigenden Nachfrage für digitale Assets konnte auch das Blockchain-Ökosystem im Crypto Valley trotz Corona ein beachtliches Wachstum verzeichnen. Zu Beginn der Corona-Krise befürchteten Beobachter noch, dass es sich zu einem „Death Valley“ entwickeln würde. Diese Prognosen wurden eindrücklich widerlegt. Sowohl die Anzahl an Unternehmen als auch die Gesamtzahl Beschäftigter sind im letzten Halbjahr angestiegen, wie es der neueste CV VC Top 50 Bericht dokumentiert. Zusammen mit der robusten Blockchain-Gesetzgebung scheint sich der Finanzplatz Schweiz als Herz des Ökosystems durchzusetzen.


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