Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Seit Trumps Amtsantritt wird die Wertpapier- und Börsenaufsicht (SEC) erheblich umstrukturiert. Statt neue Krypto-Dienstleistungen mit Klagen zu konfrontieren, soll die Behörde Innovation künftig offen gegenüberstehen. Entsprechend flatterten dutzende Anträge für Altcoin-Fonds auf den Tisch der SEC. Am heisstesten werden ETFs auf die Kryptowährungen Solana und XRP erwartet. Bis vor Kurzen nahm die Behörde aber keinen der Anträge zur Kenntnis. Erst vor sechs Wochen wies die vom demokratischen Gary Gensler geleitete SEC die emittierenden Börsen noch an, ihren Solana-Anträge zurückzuziehen. Das hat sich geändert. Die Behörde startete diese Woche die Uhr für ETFs auf Solana, Litecoin und Dogecoin. Frühestens Ende März und spätestens im Oktober könnten diese neuen Fonds auf den Markt kommen.
Die SEC hat einen Antrag für einen Solana-ETF zur Kenntnis genommen, was die Uhr für eine Genehmigung oder Ablehnung startet.
Beilegung einiger SEC-Klagen
Im Juni 2023 reichte die SEC eine Klage gegen Binance, deren US-Ableger und Gründer Changpeng Zhao (“CZ”) ein. Die Behörde warf der weltgrössten Kryptobörse vor, Handelsvolumen künstlich aufzublähen, Kundengelder zweckentfremded zu haben und Investoren über Marktüberwachungspraktiken zu täuschen. Der Gründer sass für ähnliche Vorwürfe vier Monate im Gefängnis und Binance zahlte 4 Mrd. USD an das US-Justizministerium. Unter der neuen SEC-Leitung könnte der Rechtsstreit allerdings bald beendet werden. Zusammen haben beide Parteien eine Pause beantragt, auf die eine Einigung folgen dürfte. Die Kryptobörsen Coinbase und Kraken befinden sich ebenfalls in laufenden Rechtsstreitigkeiten mit der SEC.
Die Börsenaufsicht SEC und die Krypto-Börse Binance haben eine 60-tägige Pause in ihrem laufenden Rechtsstreit beantragt.
FTX-Auszahlungen ab nächster Woche
Die einst führende Kryptobörse FTX brach im November 2022 zusammen, nachdem eine Liquiditätskrise ein Missmanagement und den Missbrauch von Kundengeldern aufgedeckt hatte, was zur Insolvenz führte. Der Gründer Sam Bankman-Fried wurde daraufhin verhaftet und muss sich wegen mehrfachen Betrugs verantworten. Ehemalige FTX-Kunden gelten nun im laufenden Insolvenzverfahren als ungesicherte Gläubiger. Zweieinhalb Jahre nach dem Untergang starten nächste Woche die ersten Auszahlungen an Gläubiger mit Forderungen unter 50’000 USD. Insgesamt wird FTX über die kommenden Monate bis Jahre 16 Milliarden USD auszahlen.
Die insolvente Krypto-Börse FTX beginnt am 18. Februar 2025 mit der Rückzahlung der 16 Milliarden USD an Kundengeldern.
Stetige Abflüsse von Kryptobörsen
Der Zusammenbruch von FTX erschütterte das Vertrauen in zentralisierte Kryptobörsen und löste weit verbreitete Befürchtungen hinsichtlich der Sicherheit der auf diesen Plattformen gehaltenen Nutzergelder aus. Als Reaktion darauf verlagerten viele Investoren ihre Vermögenswerte in selbstverwaltete Wallets, um mehr Kontrolle und Sicherheit über ihre Bestände zu erlangen. Dieser Prozess kann auf der Blockchain direkt nachverfolgt werden. Hinzu kommen neue Rechtsvorschriften in der Europäischen Union, die die Selbstverwahrung attraktiver gestalten.
Seit den Ausfällen von zentralen Plattformen wie FTX ist ein starker Anstieg der Abhebungen von Bitcoin von Börsen zu beobachten.
Kryptowährungen in der Altersvorsorge
Ausserdem: Eine neue Studie der Kryptobörse Bitget zeigt eine erhebliche Veränderung in der Altersvorsorgeplanung der jüngeren Generationen. Die Generationen Z und Alpha zeigen ein wachsendes Misstrauen gegenüber traditionellen Rentensystemen und eine starke Präferenz für Kryptowährungen. 78% der Befragten gaben an, dass sie sich lieber auf alternative Altersvorsorge wie Krypto-Investitionen, Immobilien oder private Rentenfonds verlassen würden. Wenn Vorsorgeeinrichtungen den Anschluss nicht verpassen möchten, sollten sie entsprechende Angebote prüfen.
Eine Studie zeigt, dass die jüngeren Generationen Z und Alpha Kryptowährungen für ihre Altersvorsorge und Ersparnisse nutzen.