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    Stripe prüft eine Übernahme von PayPal - Der Deal würde zwei führende Stablecoin-Infrastrukturen vereinen.

    Stripe prüft PayPal-Übernahme und vereint Stablecoin-Infrastruktur

    von Redaktion cvj.ch am 26. Februar 2026 News

    Stripe erwägt die Übernahme von ganz PayPal oder Teilen des Unternehmens. Bloomberg berichtete über frühe, explorative Gespräche zwischen den beiden Zahlungsdienstleistern. Ein formelles Angebot liegt nicht vor. John Collison, Mitgründer von Stripe, erklärte lediglich, er könne "M&A-Hypothesen nicht kommentieren".

    Die Zahlen verdeutlichen das Grössenverhältnis. Stripe kommt auf eine Bewertung von 159 Milliarden USD, basierend auf einem Mitarbeiter-Tender-Offer im Februar 2026. PayPals Marktkapitalisierung liegt derweil bei 43 Milliarden USD - ein Faktor von 3.7. PayPals Aktie stieg nach dem Bloomberg-Bericht zwar um 7 Prozent, notiert aber seit Jahresbeginn 2026 rund 19 Prozent im Minus. Seit dem Höchststand 2021 hat das Papier etwa 80 Prozent an Wert verloren.

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    Komplementäre Stablecoin-Strategien

    Beide Unternehmen verfolgen unterschiedliche Ansätze im Stablecoin-Markt. Stripe setzt auf B2B-Infrastruktur. Die 2024 für 1.1 Milliarden USD übernommene Tochter Bridge erhielt am 17. Februar 2026 eine bedingte OCC-Genehmigung für eine nationale Bank-Trust-Charter. Bei voller Genehmigung darf Bridge digitale Assets verwahren, Stablecoins ausgeben und Reserven betreiben. Gleichzeitig gewann Bridge die Ausschreibung zur Ausgabe des USDH-Stablecoins auf der DeFi-Plattform Hyperliquid und setzte sich gegen Paxos durch.

    PayPal fokussiert hingegen auf den Consumer-Bereich. Der hauseigene PYUSD-Stablecoin, 2022 durch Paxos lanciert, ist nativ auf vier Blockchains verfügbar: Arbitrum, Ethereum, Solana und Stellar. Über eine Investition in die Stable Layer-1-Blockchain und deren LayerZero-Bridging-Technologie erreicht PYUSD inzwischen insgesamt elf Netzwerke. Die SEC beendete im April 2025 ihre Untersuchung zu PYUSD ohne Durchsetzungsmassnahmen.

    Eine Fusion würde folglich B2B-Infrastruktur und Consumer-Ökosystem verbinden. Die vereinte Gruppe kontrollierte dann erhebliche Teile der Krypto-Zahlungsschienen - von der Stablecoin-Ausgabe über Verwahrung bis zum Checkout.

    Regulatorischer Rückenwind nach dem GENIUS Act

    Der Deal-Vorstoss fällt in eine Phase beschleunigter regulatorischer Öffnung. Der im Juli 2025 unterzeichnete GENIUS Act schuf erstmals klare Standards für Stablecoin-Ausgabe und -Handel. Die Stripe-Gründer bezeichneten die Entwicklung als "Stablecoin Summer". Bereits im Mai 2025 erlaubte das OCC Banken, Krypto-Assets zu halten.

    Seitdem drängen Zahlungs- und Finanzunternehmen in den Markt. Neben Bridge erhielten im Dezember 2025 fünf weitere Digital-Asset-Firmen bedingte OCC-Genehmigungen: Circle, Ripple, Paxos, Fidelity Digital Assets und BitGo. Coinbase und World Liberty Financial reichten ebenfalls Anträge ein. Allerdings äusserten die American Bankers Association und die Independent Community Bankers of America Bedenken zu diesen Genehmigungen für Krypto-Firmen.

    "Stablecoins werden zur zentralen Finanzinfrastruktur. Institutionen brauchen regulatorische Klarheit, operative Resilienz und skalierbare Systeme, um mit Vertrauen aufzubauen." - Bridge (Stripe-Tochter)

    Der gesamte Stablecoin-Markt überschritt 2025 die Marke von 300 Milliarden USD und liegt aktuell bei rund 308 Milliarden USD. Tether und Circle kontrollieren zusammen über 94 Prozent des Marktes. Prognosen sehen dennoch eine Marktkapitalisierung von 2 Billionen USD bis Ende 2026.

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    Vertikale Integration als strategisches Kalkül

    Für Stripe ergibt der Deal strategisch Sinn. Das Unternehmen verarbeitete 2025 Zahlungen im Volumen von 1.9 Billionen USD und baut seine Krypto-Infrastruktur systematisch aus. Neben Bridge entwickelt Stripe gemeinsam mit der Venture-Firma Paradigm die zahlungsfokussierte Blockchain Tempo, die sich derzeit in der Testphase befindet. Auch Payoneer kündigte eine Partnerschaft mit Bridge an, um bis Mitte 2026 Stablecoin-Angebote in ausgewählten Märkten zu lancieren.

    Denn PayPal bietet trotz des Kurseinbruchs wertvolle Assets. Neben PYUSD und dem globalen Checkout-Netzwerk sind es vor allem die Unternehmenskunden und die etablierten Zahlungskorridore. Visa partnerte bereits mit BVNK, um PYUSD-Auszahlungen via Visa Direct zu ermöglichen. So sinken die Gebühren für Überweisungskorridore von rund 6 Prozent auf unter 2 Prozent. Fiserv lanciert mit FIUSD einen eigenen Stablecoin mit Interoperabilität zu PYUSD.

    Wettbewerb um Blockchain-Infrastruktur verschärft sich

    Der mögliche Zusammenschluss fällt in einen breiteren Infrastruktur-Wettbewerb unter Zahlungsgiganten. Circle entwickelt die Arc Blockchain, Ripple betreibt den XRP Ledger mit dem RLUSD-Stablecoin. Stripe arbeitet an Tempo, PayPal investiert in die Stable Layer-1. Die primären Anwendungsfälle für 2026 liegen bei grenzüberschreitenden B2B-Zahlungen, Treasury-Optimierung, Währungskonversion und Settlement zwischen Finanzinstitutionen.

    PayPal steht unterdessen unter wachsendem Druck. Konkurrenten wie Apple und Alphabet bauten ihre Zahlungsangebote massiv aus. Die letzten Quartalsergebnisse verfehlten entsprechend die Analystenerwartungen bei Gewinn und Umsatz. Stripe zeigt dagegen beschleunigtes Wachstum über Enterprise-Kunden, Stablecoin-Aktivitäten und KI-gestützte Commerce-Tools. Die 159-Milliarden-Bewertung macht eine Übernahme des deutlich kleineren Rivalen finanziell machbar.

    Offen bleibt, ob Stripe ganz PayPal oder nur bestimmte Geschäftsbereiche übernehmen will. Bloomberg erwähnte beide Szenarien. Bei dieser Grössenordnung wären intensive kartellrechtliche Prüfungen durch US-Behörden zu erwarten. Ob eine Transaktion tatsächlich zustande kommt, ist daher nicht gesichert. Die Gespräche befinden sich in einer frühen Phase.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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