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    Finding Satoshi-Dokumentation nennt Hal Finney und Len Sassaman als Bitcoin-Mitbegründer - im Widerspruch zur NYT-These über Adam Back.

    Weitere Dokumentation möchte das Geheimnis hinter Satoshi Nakamoto lüften

    von Redaktion cvj.ch am 22. April 2026 News

    Die vierjährige Investigativ-Dokumentation "Finding Satoshi" erscheint heute. Wie The Block vorab exklusiv berichtet, identifiziert der Film den 2014 verstorbenen Cypherpunk Hal Finney und den 2011 verstorbenen Kryptographen Len Sassaman als Mitbegründer von Bitcoin.

    Damit widerspricht die Dokumentation direkt der NYT-Untersuchung von vor zwei Wochen, die Blockstream-CEO Adam Back als Satoshi Nakamoto benannt hatte. Produziert von Tooley Entertainment unter der Regie von Matthew Miele und Tucker Tooley, kostet der 101-minütige Film 18 USD. Er läuft weder im Kino noch auf einer Streaming-Plattform, nur auf der Website des Produzenten. Coinbase-Nutzer erhielten ab dem 21. April 2026 einen 24-stündigen Vorabzugang. Coinbase hat die Produktion mitfinanziert - ein Detail, das bei der Einordnung des öffentlichen CEO-Endorsements mitschwingt.

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    Investigatives Team und Methodik

    Die Produktion zog personell ungewöhnlich hochrangig auf. Die investigative Leitung übernahm William D. Cohan, NYT-Bestseller-Autor und ehemaliger Wall-Street-Banker. Als leitender Privatermittler fungierte Tyler Maroney, Mitgründer von Quest Research & Investigations. Die forensische Verhaltensanalyse lag bei Kathleen Puckett, einer früheren FBI-Profilerin, die durch die Identifizierung des Unabombers bekannt wurde.

    Über 20 Personen aus der Tech- und Finanzwelt kamen vor die Kamera. Zu sehen sind PGP-Erfinder Phil Zimmermann, BitTorrent-Gründer Bram Cohen, MicroStrategy-Gründer Michael Saylor, Ex-SEC-Vorsitzender Gary Gensler, Bill Gates sowie Journalistin Kara Swisher. Die Recherche dauerte nach Angaben der Filmemacher vier Jahre. Laut The Block räumten sie jedoch ein, keinen kryptographischen Beweis vorlegen zu können. Nur eine Signatur mit Satoshis Private Key würde die Frage abschliessend klären.

    Coinbase-CEO Brian Armstrong kommentierte den Film mit den Worten: "Es ist die durchdachteste Behandlung dieses Themas, die ich je gesehen habe, und ich vermute, ihr habt die richtige Antwort gefunden." Cypherpunk und Bitcoin-Entwickler Jameson Lopp äusserte laut Benzinga, der Film könne der jahrelangen Identitätssuche "endlich ein Ende setzen".

    Warum Finney und Sassaman im Fokus stehen

    Die Ermittler der Dokumentation beziehen sich auf zwei Kandidaten mit besonders engen Spuren in der Cypherpunk-Bewegung. Hal Finney, Caltech-Absolvent und erster Mitarbeiter der PGP Corporation, erfand 2004 das Reusable-Proof-of-Work-System, das als direkter Vorläufer von Bitcoins Mining-Mechanismus gilt. Am 11. Januar 2009 postete er den berühmten Tweet "Running bitcoin". Einen Tag später empfing er die erste Bitcoin-Transaktion der Geschichte: 10 BTC direkt von Satoshi Nakamoto.

    Running bitcoin

    — halfin (@halfin) January 11, 2009

    Len Sassaman wurde mit 18 Jahren Mitglied der Internet Engineering Task Force und arbeitete später bei Network Associates an der PGP-Verschlüsselung. Anschliessend forschte er in Belgien unter dem Kryptographen Bart Preneel an der KU Leuven. Zuvor studierte er P2P-Netzwerke bei David Chaum, dem Pionier digitaler Währungen. Beide, Finney und Sassaman, entwickelten Remailer-Technologie - eine seltene Überschneidung direkt relevanter Fähigkeiten für Bitcoins Architektur.

    Für beide Kandidaten existieren jedoch dokumentierte Gegenbeweise. Eine forensische Stilanalyse der Firma Juola & Associates im Auftrag von Forbes ergab bereits 2014, dass Finneys Schreibstil am stärksten mit Satoshis Texten übereinstimmte. Jameson Lopp belegte allerdings, dass Satoshi zur selben Zeit Transaktionen ausführte, als Finney einen 10-Meilen-Lauf in Santa Barbara absolvierte. Für Sassaman wirkt ein Satoshi-Post aus dem Jahr 2015 erschwerend - vier Jahre nach seinem Suizid in Leuven. Die Echtheit dieses Posts gilt allerdings als umstritten. Genau diese Lücke könnte die Co-Creator-These zu erklären versuchen.

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    Dokus bleiben uneinig über Identität hinter Satoshi Nakamoto

    "Finding Satoshi" ist nicht der erste Versuch, die Identitätsfrage filmisch zu klären. Am 8. Oktober 2024 veröffentlichte HBO "Money Electric: The Bitcoin Mystery" unter der Regie von Cullen Hoback und nannte dort Peter Todd als Satoshi. Todd bestritt dies umgehend. Viele kritisierten die Doku wegen fehlender kryptographischer Beweise, zumal Todd zum Zeitpunkt des Whitepapers erst 19 bis 20 Jahre alt war.

    Zwei Wochen vor dem "Finding Satoshi"-Release erschien die bisher gewichtigste journalistische Untersuchung. NYT-Reporter John Carreyrou, bekannt für seine Theranos-Enthüllungen, veröffentlichte am 8. April 2026 eine 12'000 Wörter umfassende Recherche und benannte Adam Back als Satoshi Nakamoto. Back bestritt die Zuschreibung. Carreyrou stützte sich auf drei unabhängige Stilometrie-Analysen von Cypherpunk-Mailinglisten zwischen 1992 und 2008. Sein eigener Linguist Florian Cafiero bezeichnete die Resultate jedoch als "nicht eindeutig" und platzierte Hal Finney fast gleichauf mit Back. Im NYT-Daily-Podcast erklärte Carreyrou dennoch, er sei "irgendwo zwischen 99.5 und 100 Prozent sicher", den Bitcoin-Schöpfer identifiziert zu haben.

    Satoshi selbst verschwand im April 2011 aus der Öffentlichkeit. Seine Wallets mit geschätzten 1 bis 1.5 Millionen BTC blieben seit 17 Jahren unbewegt und entsprechen beim aktuellen Kurs rund 80 Milliarden USD. Hashcash von Adam Back (1997) zitiert das Bitcoin-Whitepaper namentlich, was Backs Rolle als mindestens intellektueller Wegbereiter unstrittig macht. Ob Finney und Sassaman zusammen die Urheber waren, wie die Dokumentation argumentiert, oder ob Back allein hinter dem Pseudonym steht - ohne Private-Key-Signatur bleibt nur die Abwägung der Indizien.

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    Redaktion cvj.ch

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