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    Sie sind hier:Home » Aktuell » News » Krypto-Projekt der Trump-Familie sperrt Investorengelder für weitere zwei Jahre
    Trump verhandelt am Donnerstag mit Senatoren im Weissen Haus über die Ethikklausel des Clarity Act, letzte Hürde vor der Senatsabstimmung.

    Krypto-Projekt der Trump-Familie sperrt Investorengelder für weitere zwei Jahre

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    von Redaktion cvj.ch am 16. April 2026 News

    World Liberty Financial (WLFI), das Krypto-Projekt der Trump-Familie, hat einen Governance-Vorschlag veröffentlicht, der 62.3 Milliarden WLFI-Tokens betrifft. Der Vorschlag sieht ein neues Vesting-Schema vor. Wer nicht zustimmt, dessen Tokens bleiben unbegrenzt gesperrt.

    Der WLFI-Token handelt bei rund 0.08 USD. Seit dem 20%-Unlock im September 2024 hat er mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Early Investors hatten zwischen 0.015 und 0.05 USD pro Token bezahlt, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 2.5 Milliarden USD. Ihre Token bleiben nunmehr gesperrt, allenfalls bis ans Ende der Trump Präsidentschaft.

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    Ein Vorschlag mit eingebautem Strafmechanismus

    Der Plan teilt die betroffenen Tokens in zwei Gruppen auf. Für Early Supporters mit 17 Milliarden gesperrten Tokens gilt ein zweijähriges Cliff, gefolgt von linearem Vesting über zwei weitere Jahre. Ein Token-Burn findet nicht statt.

    Für Insider, Gründer und Partner mit über 45 Milliarden Tokens gelten härtere Bedingungen: ebenfalls ein zweijähriger Cliff, danach lineares Vesting über drei Jahre. Sie müssen sofort 10% ihrer Tokens verbrennen, also 4.5 Milliarden WLFI. Wer den Vorschlag ablehnt, behält zwar seine Governance-Rechte - verliert aber jede Aussicht auf Freigabe.

    Auffällig ist der Strafmechanismus bei Ablehnung. Tokens von Investoren, die gegen den Vorschlag stimmen, bleiben unbegrenzt gesperrt. Solche Mechanismen sind in der Branche unüblich. Standardmässig arbeiten Krypto-Projekte mit Lockup-Perioden von sechs bis zwölf Monaten, gefolgt von Vesting über zwei bis vier Jahre. WLFI koppelt die Entsperrung an eine erzwungene Zustimmung, was deutlich weitergeht.

    Justin Sun eskaliert den Konflikt

    Der grösste öffentliche Kritiker des Vorschlags ist der umstrittene Tron-Gründer Justin Sun. Er hält rund 4% der WLFI-Voting-Power, kann aber nicht abstimmen. WLFI hat sein Wallet mit 544 Millionen Tokens eingefroren.

    Das Projekt begründet den Freeze damit, Sun habe versucht, 9 Millionen Tokens vorzeitig zu verkaufen. Sun bestreitet dies. Bereits Anfang April warf er WLFI vor, eine "Backdoor" in den Smart Contract eingebaut zu haben, die es Insidern erlaube, beliebige Wallets einzufrieren. WLFI wies den Vorwurf zurück und bezeichnete die Funktion als Sicherheitsmassnahme. Der Freeze betreffe hunderte Wallets, nicht nur Suns.

    Am 13. April drohte WLFI Sun mit rechtlichen Schritten. Sun bezeichnete den Lockup-Vorschlag danach als "world tyranny". Der Konflikt zwischen dem grössten externen Investor und dem Projektteam spitzt sich zu.

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    Governance unter Kontrolle des Teams

    Die Abstimmung dauert sieben Tage. Das Quorum liegt bei einer Milliarde Tokens, eine einfache Mehrheit reicht. Nach Deployment haben Token-Inhaber zehn Tage Zeit, dem neuen Schema zuzustimmen. Bislang nahm WLFI alle Governance-Vorschläge an.

    WaToken-Inhaber können dabei keine eigenen Proposals einreichen. Nur das WLFI-Team darf Vorschläge formulieren. Bei einem früheren Staking-Vorschlag stammten 76% der Stimmen von nur zehn Wallets - bei 99% Zustimmung. Lediglich 23% der berechtigten gesperrten Tokens haben je an einer Abstimmung teilgenommen. Im März setzte WLFI ein Proposal durch, das die Voting-Power von Early Investors bei Schlüsselentscheidungen reduzierte.

    Sprecher David Wachsman verteidigte den aktuellen Vorschlag: Er sei darauf ausgelegt, langfristige Beteiligung im Ökosystem zu sichern und ein gesundes Marktangebot zu gewährleisten. Early Investor Morten Christensen von AirdropAlert.com widerspricht: Niemand habe zuvor die Dreistigkeit besessen, Investoren ein solches Ultimatum zu stellen.

    Dolomite-Risiko und politische Verflechtung

    Neben dem Governance-Streit steht WLFI wegen seiner Lending-Aktivitäten in der Kritik. Das Projekt hat 5 Milliarden eigener WLFI-Tokens als Sicherheit auf der DeFi-Plattform Dolomite hinterlegt und dagegen 75 Millionen USD in Stablecoins geliehen. Einen Teil transferierte das Team zu Coinbase Prime. Fällt der WLFI-Preis weiter, droht eine Zwangsliquidation der Sicherheiten. WLFI entgegnet, das Team könne die Sicherheit jederzeit auffüllen.

    WLFI nahm über 460 Millionen USD aus dem Presale ein. Trump-verbundene Unternehmen besitzen 60% von WLFI und erhalten 75% der Token-Sale-Einnahmen. Die Trump-Familie hält zudem 22.5 Milliarden WLFI-Tokens und verdiente bis Dezember 2025 rund eine Milliarde USD an dem Projekt. Das zweijährige Cliff bedeutet, dass die vollständige Freigabe der Insider-Tokens frühestens nach Ende einer möglichen zweiten Amtszeit Trumps im Januar 2029 erfolgt. Die UAE-Regierung kaufte vor Trumps Amtseinführung einen 49%-Anteil an WLFI für 500 Millionen USD - im US-Kongress löste das Bedenken wegen der Emoluments Clause aus.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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