Gemeinnützige Organisation hilft Bürgern in Weissrussland mit Bitcoin

Eine neue gemeinnützige Organisation soll die Bürgerinnen und Bürger in Weissrussland schützen. Der Fokus der Organisation BYSOL liegt auf Menschen, die durch Proteste gegen das Lukaschenko-Regime zu Schaden gekommen sind.

Seit einem Monat gibt es in Weissrussland Massendemonstrationen, die sich vor allem gegen die Politik und die Präsidentschaft von Alexander Lukaschenko richtet. Anlass für die Proteste waren insbesondere die Präsidentschaftswahl am 9. August, bei der international von einer Wahlmanipulation ausgegangen wird. Das Regime hat auf die Proteste im Land mit Massenverhaftungen, Polizeigewalt und Internetabschaltungen und einem Hilferuf an Wladimir Putin reagiert. Trotz zahlloser Festnahmen und Gewalt in den Gefängnissen, versammeln sich auch weiterhin Menschen zum Protest.

Kontrolliert werden in Weissrussland nicht nur Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Wirtschaft. Den Beruf aus politischen Gründen zu verlieren, könnte bedeuten, keine andere Arbeit zu finden. Um dem entgegenzuwirken, hat eine Gruppe von Tech-Unternehmern und Bürgeraktivisten, die gemeinnützige Organisation BYSOL ins Leben gerufen.

BYSOL als Unterstützungshilfe

BYSOL unterstützt jede Person, die aufgrund von einer Teilnahme an Streiks oder Protesten in Belarus unterdrückt, strafrechtlich verfolgt oder den Arbeitsplatz verloren hat. Auch werden Staatsbedienstete und Mitarbeitende von Strafverfolgungsbehörden unterstützt, die ihren Arbeitsplatz aus Protest aufgegeben haben. Ausgezahlt werden Unterstützungsgelder mit Bitcoin. Die Organisation wählte Bitcoin als eine Möglichkeit, Gelder zu überweisen, da andere Wege unter der totalen Kontrolle der Regierung stehen. Das Regime überwacht Banküberweisungen streng und kann Gelder im Zusammenhang mit Protestaktivitäten einfrieren.

BYSOL sagt, dass es den grössten Teil seiner Gelder durch Spenden über Facebook aufbringt, wobei ein Teil des Geldes auch über PayPal, Überweisungen auf ein Revolut-Bankkonto und Bitcoin- und Ethereum-Wallets kommt. Es seien mehr als 2 Millionen Dollar gesammelt worden, darunter die Beiträge der Gründer sowie Spenden von einzelnen Unterstützern und Unternehmen.

So funktioniert es

Zuerst müssen die Personen, die Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, eine Bewerbung an BYSOL schicken. In diesem Antrag soll dann erläutert werden, wie sie die Arbeit verloren haben. Dies muss anhand von Dokumenten, wie zum Beispiel einer Kündigung, bestätigt werden. Wurde der Unterstützungsantrag korrekt eingereicht, schickt BYSOL Anweisungen, wie ein Wallet installiert und benutzt wird. Es ist ein sehr simpler Prozess, durch den unterdrückten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit geboten wird, finanzielle Unterstützung zu erhalten. 

Dieses Beispiel in Weissrussland zeigt, wie dezentrale, zensurresistente Kryptowährungen als Zahlungsmittel gegen staatliche Unterdrückungen eingesetzt werden können.

 

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Redaktion cvj.ch

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