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    Europäische Grossbanken starten gemeinsam Euro-Stablecoin

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    von Redaktion cvj.ch am 29. September 2025 | Aktualisiert 2. Oktober 2025 News

    Neun führende europäische Banken haben angekündigt, eine neue Gesellschaft mit Sitz in Amsterdam zu gründen, um einen regulierten Euro-Stablecoin herauszugeben. Dieser Schritt markiert eine Milliarde Disruption im Zahlungssektor und zeigt, wie traditionelle Finanzinstitute zunehmend digitale Assets adaptieren.

    US-Dollar-Stablecoins und amerikanische Anbieter haben den Markt bislang klar dominiert – nun bringen europäische Grossbanken Bewegung in den Euro-Raum. Die Lancierung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Beteiligt sind unter anderem ING, UniCredit, DekaBank, KBC, CaixaBank, SEB, Raiffeisen, Banca Sella und Danske Bank.

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    Eine europäische Antwort auf Dollar-Stablecoins

    Der Markt für Stablecoins wird fast vollständig von US-Dollar-Token wie USDT oder USDC dominiert. Euro-Stablecoins spielen bislang kaum eine Rolle – ihr Umlauf beträgt derzeit laut Daten von Cryptoslate nur rund 400 Mio. USD, weniger als ein Prozent des Gesamtmarkts. Das Konsortium will deshalb eine regulierte und vertrauenswürdige Alternative schaffen, um Abhängigkeiten vom Dollar zu reduzieren und Europas Position im digitalen Zahlungsverkehr zu stärken.

    Marktkapitalisierung EUR Stablecoins / Quelle: Cryptoslate.com

    Die Gesellschaft soll als E-Geldinstitut unter Aufsicht der niederländischen Zentralbank lizenziert werden und im Einklang mit der neuen MiCA-Verordnung agieren. Damit reagieren die Banken auch auf Bedenken der EZB, die Stablecoins immer wieder als potenzielles Risiko für Geldpolitik und Finanzstabilität einstuft.

    Zwischen Chance und Risiko

    Ein Euro-Stablecoin aus Bankhand hätte das Potenzial, grenzüberschreitende Zahlungen schneller und günstiger zu machen und institutionellen Akteuren einen regulierten Zugang zu DeFi und Web3 zu eröffnen. Entscheidend wird jedoch, ob er über den institutionellen Kreis hinaus Akzeptanz findet. Erst wenn er auch in DeFi-Protokollen, im E-Commerce und bei Zahlungsdienstleistern integriert wird, kann er sich als Standard im Euro-Raum etablieren. Bleibt er dagegen ein Nischenprodukt, droht er gegenüber Dollar-Stablecoins marginal zu bleiben.

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    Strategische Weichenstellung

    Die Initiative verdeutlicht den Druck auf die EZB, beim digitalen Euro schneller voranzukommen. Gelingt es den Banken, Vertrauen aufzubauen und Interoperabilität sicherzustellen, könnte der Euro-Stablecoin zu einem strategischen Eckpfeiler einer digitalen Finanzinfrastruktur „Made in Europe“ werden – und eine Brücke zwischen klassischem Finanzwesen und Web3 schlagen.

    Ein entscheidender Erfolgsfaktor wird die Interoperabilität des Euro-Stablecoins sein. Sollte er nicht nur im Bankenumfeld, sondern auch in DeFi-Protokollen, bei Zahlungsdienstleistern und im E-Commerce nutzbar sein, könnte er sich schnell als Standard im europäischen Raum etablieren. Gleichzeitig könnte die Initiative den Druck auf Zentralbanken erhöhen, beim digitalen Euro schneller voranzukommen, um nicht von privatwirtschaftlichen Lösungen überholt zu werden.

    Die Einführung eines von Grossbanken getragenen Euro-Stablecoins markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer digitalen Finanzinfrastruktur „Made in Europe“. Gelingt es, Vertrauen aufzubauen und eine breite Nutzung zu erreichen, könnte das Projekt nicht nur die Position Europas im globalen Krypto- und Zahlungsverkehr stärken, sondern auch eine Brücke zwischen klassischem Finanzwesen und Web3-Ökosystem schlagen.

     

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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