Crypto Valley Roundup – Frühsommer 2021

Das Crypto Valley gilt als eine der „kryptofreundlichsten“ Regionen der Welt. Doch was tut sich konkret innerhalb des Blockchain Ökosystems? Das „Crypto Valley Roundup“ soll Einblick gewähren und beleuchtet ausgesuchte Ereignisse im Zweimonatstakt.

Durch die Ansiedlung der ersten Blockchain Unternehmen ab dem Jahr 2013 im Raum Zug wurde in Anlehnung an das „Silicon Valley“ schon bald der Begriff „Crypto Valley“ geboren. Die Schweiz konnte dank Politik und Regulation bereits früh die nötige Rechtssicherheit für ein blühendes Ökosystem rund um Blockchain und Kryptowährungen schaffen.

Der Regulator, welcher die nötige Rechtssicherheit für eine Branche vorgibt, ist bereits seit 2015 aktiv. Das ist international gesehen sehr früh für den Blockchain-Bereich. Nicht zuletzt aufgrund dessen erfreute sich der Raum über neue Firmenansiedlungen und stetige Weiterentwicklung. Mittlerweile ist das Ökosystem in verschiedene Branchen vorangeschritten und auch geografisch ist das Crypto Valley weit über den Raum Zug angewachsen. Höchste Zeit also, einen genaueren Blick in das Geschehen zu werfen.

Umfassender Marktplatz für digitale Assets

Das Aufkommen von digitalen Vermögenswerten umfasst nicht nur Kryptowährungen. Ein weiterer Bereich, der allmählich an Fahrt gewinnt, ist die Tokenisierung. Kurz gefasst beschreibt es die Repräsentation eines Vermögenswertes auf der Blockchain. Für den Handel von traditionellen Finanzprodukten mag es nur ein kleiner Fortschritt sein, doch für illiquide Vermögenswerte wie Immobilien, Kunst oder Rohstoffe, kann Tokenisierung neue Welten öffnen. Allerdings fehlen weitgehend Handelsplätze für tokenisierte Vermögenswerte.

Mit der Taurus Digitale Exchange (TDX) möchte ein Schweizer Unternehmen diesem Umstand Abhilfe schaffen. Der neue Marktplatz soll die steigende Nachfrage von Banken und Emittenten nach einer offenen Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere und digitale Vermögenswerte bedienen. Die notwendige Genehmigung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) konnte sich die Firma bereits sichern. Mehrere Banken und etablierte Finanzinstitute wurden ausserdem als Partner der Plattform angekündigt.

Versicherungsunternehmen akzeptiert Bitcoin

Mitte April kündigte AXA als erste Allbranchenversicherung in der Schweiz an, Bitcoin (BTC) für Kundenzahlungen zu akzeptieren. Das Unternehmen stellte bereits seit geraumer Zeit eine grosse Nachfrage für alternative Zahlungsmittel wie Kryptowährungen dar. Mit der zunehmenden Digitalisierung infolge der Coronakrise hat sich dieser Trend beschleunigt. Mit der Entscheidung wollte das weltgrösste Versicherungsunternehmen dem Bedürfnis ihrer Kunden im Crypto Valley gerecht werden.

AXA hat in der Vergangenheit auch andere Blockchain-Projekte unterstützt. Beispielsweise sind sie Mitglied und im Vorstand des Vereins cardossier, der eine Blockchain-Plattform für die digitale Darstellung des Lebenszyklus eines Fahrzeugs entwickelt. Gemeinsam mit Importeuren, Strassenverkehrsämtern und weiteren Mitgliedern sollen damit Transparenz und Effizienz im Markt erhöht werden. Weiter nehmen sie als Sponsorin an der Blockchain Challenge der Universität Basel teil.

Auszeichnung für Crypto Valley Startup

Weltweit haben Wealth-Management-Firmen in den letzten 18 Monaten in allen Bereichen der digitalen Kundenbetreuung enorme Fortschritte gemacht. Den führenden Firmen ist es in Zeiten sozialer Distanzierung nicht nur gelungen mit ihren Kunden in Verbindung zu bleiben. Sie konnten zudem ihre Geschäftsmodelle transformieren, das Dienstleistungsangebot erweitern und neue Kundensegmente erreichen.

Ein Preisverleihungsprogramm der Aite Group würdigt Innovationen von Unternehmen, die neue Technologien nutzen, um den Status Quo zu übertreffen. Die von der FINMA lizenzierte SEBA Bank wurde im Rahmen des Digital Innovation in Wealth Management Forum für ihre nahtlose, sichere und einfach zu nutzende Brücke zwischen digitalen und traditionellen Vermögenswerten zum „Digital Startup of the Year“ ausgezeichnet.

Erfolgreiche Finanzierungsrunde eines Risikokapitalgebers

Erste Krypto-Unternehmen im Crypto Valley wurden im Jahr 2013 gegründet. Auf finanzielle Unterstützung mussten viele Startups vorerst verzichten. Drei Jahre später wurde schliesslich der erste Blockchain-fokussierte Risikokapitalgeber gegründet – Crypto Valley Venture Capital (CV VC). Früh begann das Unternehmen ein lokales Ökosystem für Startups zu begründen, heute ist es integraler Bestandteil der Schweizer Krypto-Branche.

Vor etwas über einem Monat schloss der Risikokapitalgeber eine Finanzierungsrunde im Umfang von 13 Millionen Schweizer Franken ab. Mit dem neuen Kapital möchte CV VC ihr Startup-Portfolio weiter ausbauen. Bisher hat das Unternehmen in 27 Blockchain-Startups aus der Schweiz, Europa, Amerika und Afrika investiert. Durch die abgeschlossene Finanzierungsrunde soll die nächste Wachstumsphase eingeleitet werden, geplant sind unter anderem Abteilungen in Asien und Afrika.

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