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    Bithumb verteilt versehentlich Bitcoin im Wert von 44 Milliarden USD an Nutzer

    Bithumb verteilt versehentlich Bitcoin im Wert von 44 Milliarden USD an Nutzer

    von Redaktion cvj.ch am 7. Februar 2026 News

    Die südkoreanische Krypto-Börse Bithumb hat am Donnerstagabend durch einen Mitarbeiterfehler rund 620'000 Bitcoin an 695 Nutzer ausgeschüttet. Der Gesamtwert der fehlerhaften Transaktion belief sich auf etwa 44 Milliarden USD. Die Ursache lag in einer simplen Verwechslung der Währungseinheit bei einer Werbeaktion.

    Im Rahmen einer sogenannten "Random Box"-Promotion sollten Gewinner jeweils 2'000 Won (ca. 1.37 USD) erhalten. Stattdessen gab ein Mitarbeiter Bitcoin als Zahlungseinheit ein. Jeder der betroffenen Nutzer erhielt somit 2'000 BTC, umgerechnet rund 142 Millionen USD pro Person. Bithumb erkannte die Anomalie nach eigenen Angaben innerhalb von acht Minuten und stoppte den Handel um 19:40 Uhr Ortszeit. Der Vorfall sorgte schliesslich innerhalb von Stunden weltweit für Schlagzeilen.

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    Eingabefehler löst Preiscrash auf Bithumb aus

    Der Bithumb Bitcoin Fehler hatte unmittelbare Folgen für den lokalen Markt. Auf der Plattform stürzte der Bitcoin-Kurs um 17 Prozent ab. Er fiel von 98.29 Millionen Won (67'188 USD) auf 81.1 Millionen Won (rund 55'000 USD). Nutzer begannen nämlich sofort, die gutgeschriebenen Bitcoin zu verkaufen. Schätzungen zufolge wechselten in den ersten fünf Minuten Bitcoin im Gegenwert von rund 2 Milliarden USD den Besitzer.

    Bitcoin-Preis auf Bithumb BTC/KRW (4h) / Chart: Tradingview

    Sämtliche Transfers fanden jedoch ausschliesslich in Bithumbs internen Ledgers statt. Keine einzige Transaktion erreichte die Blockchain. Denn die fehlerhaften Gutschriften waren reine Buchungseinträge, keine tatsächlichen On-Chain-Bewegungen. Kein Nutzer konnte Bitcoin von der Plattform abziehen. Das begrenzte den Schaden erheblich. Bithumbs eigenes Liquidations-Präventionssystem verhinderte laut der Börse eine Kettenreaktion von Zwangsliquidationen.

    "Der Marktpreis kehrte innerhalb von fünf Minuten auf normale Niveaus zurück, und das Domino-Liquidations-Präventionssystem funktionierte ordnungsgemäss, sodass es keine Kettenreaktion von Liquidationen aufgrund des abnormalen Bitcoin-Preises gab." - Stellungnahme Bithumb

    Bithumb stellt 99.7 Prozent der Bitcoin wieder her

    Von den 620'000 fehlerhaft verteilten Bitcoin konnte Bithumb laut eigenen Angaben 618'212 BTC zurückbuchen. Das entspricht einer Wiederherstellungsquote von 99.7 Prozent. Die verbleibenden 1'788 BTC hatten Nutzer bereits verkauft. Davon gewann Bithumb nach eigenen Angaben 93 Prozent in Won und digitalen Assets zurück.

    Für Kunden, die während des Vorfalls zu ungünstigen Kursen verkauften, bietet Bithumb eine Kompensation von 110 Prozent des erlittenen Verlusts. Die Kundenverluste durch Panikverkäufe beziffert die Börse auf rund 1 Milliarde Won (über 680'000 USD). Zusätzlich erhalten alle während des Vorfalls aktiven Nutzer 20'000 Won (15 USD). Bithumb setzt ausserdem die Handelsgebühren für sieben Tage aus.

    Insgesamt nahmen 700 Nutzer an der "Random Box"-Promotion teil. 96 Prozent von ihnen hätten den Minimalpreis von 2'000 Won erhalten sollen. Anstatt dessen bekamen 672 Teilnehmer die fehlerhaften Bitcoin-Gutschriften. Der Rest erhielt korrekte Auszahlungen.

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    Drei südkoreanische Regulatoren ermitteln parallel

    Südkoreas Financial Supervisory Service (FSS) leitete am Freitag unter Vorsitz von Gouverneur Lee Chan-jin eine Notfall-Vor-Ort-Inspektion ein. Gleichzeitig führt die Financial Services Commission (FSC) eine parallele Prüfung durch. Und die Korea Fair Trade Commission (KFTC) untersucht die Werbe-Praktiken der Börse. Drei Behörden ermitteln damit gleichzeitig zu einem einzelnen Vorfall.

    Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die genaue Ursache des Systemfehlers, mögliche Regulierungsverstösse und die Wirksamkeit der Rückgewinnungsmassnahmen. Südkorea gehört zu den weltweit aktivsten Krypto-Märkten. FSS und FSC führen eine strikte Aufsicht über lizenzierte Börsen. Ein Vorfall dieser Grössenordnung könnte daher verschärfte operative Anforderungen nach sich ziehen.

    Für Bithumb kommt der Vorfall zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Börse hatte einen Börsengang (IPO) für die zweite Jahreshälfte angekündigt. Zuletzt baute sie ihren Marktanteil am südkoreanischen Krypto-Handel von einstelligen Prozenten auf 25 Prozent aus. Als zweitgrösste Krypto-Börse Südkoreas bedient Bithumb 2.42 Millionen monatliche Nutzer bei einem 24-Stunden-Handelsvolumen von 383 Millionen USD. Marktführer Upbit hält weiterhin über 60 Prozent Marktanteil, doch Bithumb hatte die Lücke zuletzt deutlich verkleinert. Ob die regulatorische Aufmerksamkeit den geplanten Börsengang verzögert, bleibt offen.

    Krypto-Branche mit langer Liste menschlicher Fehler

    Eingabefehler und operative Pannen ziehen sich durch die gesamte Geschichte der Krypto-Industrie. Crypto.com überwies 2021 einem australischen Nutzer versehentlich 10.5 Millionen AUD (rund 7 Millionen USD). Geplant war lediglich eine Rückerstattung von 100 USD. Im Oktober 2025 erzeugte Paxos versehentlich 300 Billionen PYUSD-Token, mehr als die gesamte Weltwirtschaft an Wertschöpfung produziert. Paxos vernichtete die Token innerhalb von Minuten.

    Bithumb kündigte als Konsequenz ein umfassendes Sicherheitspaket an. Es umfasst verstärkte Asset-Verifizierung, Multi-Schritt-Zahlungsgenehmigungen und ein KI-basiertes Überwachungssystem für abnormale Transaktionen rund um die Uhr. Die Börse will den gesamten Zahlungsprozess komplett neu gestalten.

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    Über den Autor

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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