Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Der CLARITY Act soll erstmals klare Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC regeln und Krypto-Unternehmen einen verlässlichen Rechtsrahmen in den USA verschaffen – seit Jahren das zentrale regulatorische Anliegen der Branche. Donald Trump erklärte diese Woche, er wolle das Gesetz sofort unterschreiben. Doch die Verabschiedung wackelt: Händler auf dem Prognosemarkt Polymarket schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung bis Ende 2026 auf nur 47%. Im Februar lag dieser Wert noch bei 82%. Im Senat fehlen die nötigen 60 Stimmen, zudem untersagt eine umstrittene Klausel Stablecoin-Anbietern Zinsen auf ruhende Bestände. Die Krypto-Börse Coinbase, deren Stablecoin-Erträge im dritten Quartal 2025 rund 20% des Umsatzes ausmachten, hat ihre Unterstützung deshalb zurückgezogen. Mit dem Memorial Day Recess ab dem 21. Mai dürfte das Gesetz vor den Midterms kaum noch Realität werden, wenn der Senat nicht bald eine Abstimmung ansetzt.
Trump würde den CLARITY Act sofort unterzeichnen. Doch der Senat blockiert, und eine Mai-Deadline könnte das Gesetz bis 2030 verschieben.
US-Senatsmitglieder von Prognosemärkten ausgeschlossen
Der US-Senat hat einstimmig beschlossen, Senatoren und Mitarbeitern den Handel auf Prognosemärkten wie Kalshi und Polymarket mit sofortiger Wirkung zu verbieten. Auslöser war ein spektakulärer Insiderhandel-Skandal: Master Sgt. Gannon Ken Van Dyke setzte am 26. Dezember 2025 33’933 USD auf Polymarket-Märkte rund um Venezuela und erzielte einen Gewinn von 404’222 USD – eine Rendite von 1’242%. Einen Tag vor der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro durch die „Operation Absolute Resolve“ platzierte er weitere Wetten über 26’000 USD. Auffällig ist ein Muster: Rund 50 neu erstellte Konten setzten Stunden vor Trumps Ankündigung präzise auf eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Van Dyke drohen bis zu 60 Jahre Haft. Die Resolution greift unmittelbar, da sie nur die internen Senatsregeln ändert.
Der US-Senat hat einstimmig ein Prediction Market Verbot für Mitglieder und Mitarbeiter verabschiedet. Auslöser: Insider-Trading-Skandal.
BlackRock, StanChart und OKX verwandeln tokenisierte Anleihen in Collateral
Die Krypto-Börse OKX, der Vermögensverwalter BlackRock und die Grossbank Standard Chartered haben diese Woche ein Framework lanciert, das tokenisierte US-Staatsanleihen aus dem BUIDL-Fonds als Margin-Sicherheit nutzbar macht. Es ist das erste Mal, dass eine global systemrelevante Bank (G-SIB) als Verwahrer für eine solche Lösung auftritt. Der BUIDL-Fonds verwaltete Ende April 2.58 Mrd. USD bei einer Durchschnittsrendite von 3.47% und hat seit dem Start im März 2024 über USD 100 Millionen an Dividenden ausgeschüttet. Der gesamte Markt für Real-World Assets erreichte im März 26.4 Mrd. USD, ein Wachstum von rund 300% innert eines Jahres. Kundenvermögen werden explizit von OKX getrennt – eine Lehre aus den Insolvenzen von 2022.
OKX, BlackRock und Standard Chartered machen tokenisierte Real-World Assets (RWAs) als Margin-Sicherheit unter G-SIB-Custody nutzbar.
Robinhood verfehlt Erwartungen, Schwab greift im Krypto-Geschäft an
Während institutionelle Krypto-Infrastruktur wächst, kämpft der Retail-Broker Robinhood mit Gegenwind. Der Krypto-Umsatz brach im ersten Quartal auf 134 Millionen USD ein, ein Minus von 47% gegenüber den 252 Millionen USD aus dem Vorjahresquartal. Der Gesamtumsatz von 1.07 Mrd. USD blieb unter der Konsensschätzung von 1.14 Mrd. USD, die Aktie verlor 11%. Hintergrund ist Bitcoins schwächstes Startquartal seit 16 Jahren mit einem Minus von 22.6%. Hinzu kommt struktureller Druck: Charles Schwab, mit verwalteten Vermögen von 12.22 Bio. USD, startete diese Woche den Bitcoin- und Ethereum-Handel zu 0.75% Gebühren. Lichtblick bleibt das Abogeschäft mit 4.3 Millionen Gold-Mitgliedern (+36%) sowie Prognosemärkte mit einem Volumenplus von 320%.
Robinhood verfehlt Q1 2026: Krypto-Umsatz halbiert auf 134 Mio. USD, Aktie fällt 11 Prozent. Schwab und Coinbase verschärfen Wettbewerb.
Kanada zieht den Stecker bei 4’000 Krypto-Bancomaten
Ausserdem: Kanada hat diese Woche ein landesweites Verbot für Krypto-Geldautomaten verhängt und damit rund 4’000 Geräte stillgelegt. Das Land hatte mit 91 Maschinen pro Million Einwohner die weltweit höchste Dichte und stellte knapp 10% des globalen Bestands. Die Regierung begründet den Schritt mit Betrug, Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Sanktionsumgehung. Allein im ersten Quartal 2025 wurden Schäden von 4.2 Millionen CAD gemeldet, bei einer geschätzten Meldequote von 5 bis 10% dürften die tatsächlichen Verluste deutlich höher liegen. Opfer sind häufig Senioren. Das Vereinigte Königreich war den Schritt 2022 bereits gegangen und reduzierte den Bestand um 88%.
Kanada kündigt im Spring Economic Statement nationales Verbot von Krypto-Geldautomaten (ATMs) an. Rund 4’000 Maschinen sind betroffen.







