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    Nasdaq beantragt SEC-Genehmigung für Prediction-Market-Optionen auf den Aktienindex Nasdaq 100 um in den boomenden Markt vorzustossen.

    Nasdaq beantragt SEC-Genehmigung für Prediction-Market-Optionen

    von Redaktion cvj.ch am 2. März 2026 News

    Nasdaq hat bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag auf Regeländerung eingereicht, um sogenannte "Outcome-Related Options" auf den Nasdaq 100 Index und den Nasdaq 100 Micro Index anzubieten. Die Produkte funktionieren nach dem Prinzip von Prediction Markets.

    Händler kaufen und verkaufen Kontrakte zwischen 0.01 und 1.00 USD. Der Preis spiegelt dabei die Markterwartung wider, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt. Wer richtig liegt, erhält den Vollbetrag von 1.00 USD. Wer falsch liegt, verliert hingegen den Einsatz vollständig. Der Vorstoss markiert das erste formale Engagement eines grossen US-Börsenbetreibers in diesem Segment.

    Denn Prediction Markets haben sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Kalshi und Polymarket, die beiden dominanten Plattformen, erzielten im Februar 2026 ein kombiniertes Monatsvolumen von rund 18.4 Milliarden USD. Es war der sechste Monatsrekord in Folge. Der Nasdaq 100 bildet die 100 grössten nicht-finanziellen Unternehmen an der Nasdaq ab, darunter Apple, Nvidia und Intel. Der zugehörige Micro-Index entspricht einem Hundertstel des Wertes.

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    Binäroptionen unter SEC-Aufsicht statt CFTC

    Ein zentrales Detail des Nasdaq-Antrags betrifft die regulatorische Einordnung. Die Börse will die neuen Kontrakte als Securities-Options unter SEC-Aufsicht notieren. Damit unterscheiden sie sich grundlegend von Event Contracts auf Plattformen wie Kalshi oder Polymarket, die typischerweise unter die Zuständigkeit der CFTC fallen.

    Diese Abgrenzung hat weitreichende Folgen. Als SEC-regulierte Wertpapieroptionen wären Nasdaqs Produkte nämlich für institutionelle Investoren und regulierte Retail-Broker direkt zugänglich. Prediction-Market-Plattformen bedienen bislang primär Privatanleger. Nasdaq kann daher auf die bestehende Infrastruktur aus Clearing, Settlement und Broker-Anbindung zurückgreifen.

    SEC-Chair Paul Atkins hatte die Abgrenzung zwischen beiden Behörden im Februar vor dem Senate Banking Committee thematisiert. Er bezeichnete Prediction Markets als ein Feld mit potenziell überlappenden Zuständigkeiten. Konkret nannte Atkins Kontrakte auf Unternehmensgewinne, M&A-Aktivitäten, Produktankündigungen und Indexbewegungen als mögliche SEC-relevante Bereiche. Beide Behörden halten entsprechend wöchentliche Koordinationstreffen ab und arbeiten im Rahmen der gemeinsamen Initiative "Project Crypto" an einer Modernisierung der Krypto-Regeln.

    "Prediction Markets sind genau ein Bereich, in dem sich die Zuständigkeiten potenziell überlappen. Das ist ein grosses Thema, auf das wir uns konzentrieren." - Paul Atkins, SEC-Vorsitzender, vor dem Senate Banking Committee

    Cboe als Konkurrent mit eigenem Vorstoss

    Nasdaq ist nicht allein. Cboe Global Markets kündigte bereits im Februar 2026 an, "All-or-Nothing"-Binäroptionen auf Finanzindizes wie den S&P 500 zu reaktivieren. Es wäre der zweite Anlauf. Cboe hatte Binäroptionen erstmals 2008 gelistet, sie jedoch später mangels Nachfrage wieder vom Markt genommen.

    Das Marktumfeld hat sich seither grundlegend verändert. Rob Hocking, Cboes Global Head of Derivatives, beschrieb die neuen Produkte als einfache, ereignisbasierte Kontrakte für Retail-Investoren. Sie sollen demnach als Einstieg in komplexere Optionsprodukte dienen. JJ Kinahan, Head of Retail Expansion bei Cboe, betonte daneben gegenüber dem Wall Street Journal die regulatorischen Anforderungen.

    "Wir werden bei den rechtlichen und Compliance-Anforderungen sehr gründlich vorgehen, bevor wir neue Kontrakte listen." - JJ Kinahan, Head of Retail Expansion, Cboe Global Markets

    Allerdings hat Cboe bislang keinen formalen SEC-Antrag eingereicht. Der Börsenbetreiber befindet sich nach eigenen Angaben noch in der Diskussionsphase mit Brokern und Market Makern. Nasdaq hat mit dem Filing dennoch einen konkreten Schritt vorgelegt. Derweil expandiert die CME Group den Zugang zu Krypto-Derivaten, angetrieben von der wachsenden Nachfrage nach 24/7-Handel.

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    Ein Markt von 70 Milliarden USD zieht Wall Street an

    Hinter dem Interesse der traditionellen Börsen stehen eindrückliche Zahlen. Der Gesamtmarkt für Prediction Markets erreichte im Februar 2026 ein Nominalvolumen von 127.5 Milliarden USD. Das tatsächliche Handelsvolumen lag bei knapp 70 Milliarden USD. Rund 2.5 Millionen Nutzer handeln aktiv auf den Plattformen. Insgesamt liegt das Open Interest über 1 Milliarde USD.

    Kalshi und Polymarket dominieren den Sektor mit zusammen etwa 79 Prozent Marktanteil. Kalshi erzielte 2025 insgesamt über 43 Milliarden USD Volumen. Polymarket schloss das Jahr mit 33.4 Milliarden USD ab. Die kombinierte Bewertung beider Plattformen liegt laut Branchenberichten bei rund 20 Milliarden USD. Allein der Super Bowl 60 generierte etwa 1.25 Milliarden USD an Prediction-Market-Volumen. In der Super-Bowl-Woche erreichten die beiden Plattformen zusammen ein Wochenvolumen von 6.3 Milliarden USD.

    Auch etablierte Finanzunternehmen positionieren sich zunehmend in dem Segment. Gemini erhielt im Dezember 2025 eine CFTC-Genehmigung als Designated Contract Market für regulierte Prediction Markets. Coinbase führte daraufhin Prediction Markets für US-Kunden über Kalshi ein. Gleichzeitig stellte Nadex, ein langjähriger US-Anbieter von Binäroptionen, im Dezember 2025 die Aufnahme neuer Retail-Kunden ein und wechselte zu Crypto.com. Der Rückzug eines Veteranen bei gleichzeitigem Markteintritt neuer Akteure verdeutlicht so die Dynamik im Sektor.

    Belastete Geschichte, neues Marktumfeld

    Nasdaqs Vorstoss hat eine historische Dimension. Binäroptionen hatten in den USA über Jahre einen schlechten Ruf. In den 2010er Jahren sorgten zahlreiche Betrugsfälle auf unregulierten Offshore-Plattformen für Schlagzeilen. Bereits 2013 warnte die SEC Retail-Investoren explizit vor solchen Angeboten. Offshore-Binäroptionen an US-Bürger sind bis heute illegal. Folglich dürfen binäre Optionen in den USA ausschliesslich auf regulierten Börsen unter SEC- oder CFTC-Aufsicht gehandelt werden.

    Der entscheidende Unterschied zu damals liegt in der regulatorischen Struktur und der Marktnachfrage. Nasdaqs Kontrakte würden auf einer lizenzierten Börse unter SEC-Aufsicht laufen. Der Erfolg von Kalshi und Polymarket hat schliesslich gezeigt, dass Anleger das Konzept fester Auszahlungen von 0 oder 1 USD intuitiv verstehen. Die Nachfrage, die 2008 bei Cboes erstem Versuch fehlte, ist heute vorhanden. Die Strukturähnlichkeit zum Prediction-Market-Format senkt die Einstiegshürde für Privatanleger somit erheblich.

    Die zentrale Frage verschiebt sich daher von der Marktakzeptanz zur Regulierung. Atkins formulierte es präzise - ein Wertpapier bleibt ein Wertpapier, unabhängig von seiner Form. Bei Prediction Markets hänge die Einordnung von der konkreten Formulierung der Kontrakte ab. Für Nasdaq bedeutet das, dass die SEC entscheiden muss, ob Outcome-Related Options in den bestehenden Regulierungsrahmen für Wertpapieroptionen passen. Einen konkreten Entscheidungstermin gibt es bislang nicht.

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    Redaktion cvj.ch

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