Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Der weltgrösste Vermögensverwalter BlackRock macht seinen tokenisierten US-Treasury-Fonds BUIDL erstmals über dezentrale Finanzinfrastruktur handelbar. Der rund 2.4 Milliarden USD schwere Fonds wird über UniswapX abgewickelt – ein Offchain-Order-Routing-System, das institutionelle Handelsanfragen automatisiert an zugelassene Market Maker weiterleitet. BlackRock investierte gleichzeitig einen nicht bezifferten Betrag in den Governance-Token UNI. Der Zugang bleibt allerdings auf qualifizierte Investoren mit mindestens 5 Millionen USD Vermögen beschränkt. Für BlackRock, das über 14 Billionen USD verwaltet, ist es dennoch der erste direkte Einstieg in ein DeFi-Protokoll. Die Wertpapierplattform Securitize koordiniert die technische Abwicklung als SEC-registrierter Broker-Dealer.
BlackRock ermöglicht erstmals DeFi-Handel seines 2.4-Milliarden-Dollar-Treasury-Fonds BUIDL via Uniswap und investiert in UNI-Token.
Bankenverbände fürchten Disruption
In den USA ist ein Machtkampf um den Zugang zum Zahlungssystem der US-Notenbank Federal Reserve entbrannt. Sieben US-Bankenverbände – darunter das Bank Policy Institute, das Financial Services Forum und die Clearing House Association – haben sich gegen den geplanten direkten Zugang von Krypto- und Fintech-Firmen gestellt. Im Dezember 2025 hatte die Fed sogenannte Payment Accounts vorgeschlagen, die Nichtbanken einen begrenzten Zugang zu Fedwire ermöglichen würden – mit Balance-Limits von 500 Millionen USD, aber ohne Kreditfazilitäten. Die Bankenlobby fordert unter anderem zwölf Monate nachgewiesenen Betrieb und direkte Bundesaufsicht für alle Antragsteller. Stablecoin-Emittent Circle hält den Zugang hingegen für entscheidend, und die Financial Technology Association kritisiert die Balance-Limits als unverhältnismässig restriktiv. Fed-Gouverneur Christopher Waller peilt eine Umsetzung im vierten Quartal 2026 an.
US-Bankenverbände blockieren den Fed Krypto-Zugang: Sieben Gruppen fordern Verzögerungen bei Payment Accounts.
Bitmine über 7.5 Milliarden USD im Minus
Das ehemalige Mining-Unternehmen Bitmine Immersion Technologies hält rund 4.3 Millionen ETH – etwa 3.5 Prozent des gesamten Ethereum-Angebots – und verzeichnet damit unrealisierte Verluste von 7.5 Milliarden USD. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 3’800 bis 3’900 USD pro Token, der aktuelle Kurs bei 2’000 USD. Trotz eines Aktienkurseinbruchs von über 88 Prozent seit Juli 2025 kaufte Bitmine Anfang Februar weitere 41’788 ETH für 87 Millionen USD nach. Die Verluste bewegen sich in der Grössenordnung historischer Desaster wie Jerome Kerviels Derivatehandel bei der Societe Generale mit 6.7 Milliarden USD. Finanziert wird die Strategie ausschliesslich über Aktienemissionen – Fremdkapital und damit das Risiko erzwungener Liquidationen gibt es nicht.
Bitmine BMNR sitzt auf über 7 Mrd. USD unrealisierten Ethereum-Verlusten. Lees Strategie zählt zu den grössten Wetten der Finanzgeschichte.
Krypto-Verschiebungen bei Goldman Sachs
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im vierten Quartal 2025 ihre Krypto-Positionen deutlich umgeschichtet. Die Bitcoin-ETF-Bestände sanken um 39.4 Prozent auf 21.2 Millionen Anteile, die Ethereum-ETF-Position um 27.2 Prozent auf 40.7 Millionen Anteile – parallel zu Bitcoins Rückgang von 126’000 auf 88’000 USD im selben Quartal. Gleichzeitig baute Goldman erstmals Positionen in XRP und Solana auf, insgesamt 261 Millionen USD verteilt auf zehn verschiedene ETF-Produkte. Put-Optionen über 600 Millionen USD gegenüber nur 157 Millionen USD in Calls deuten dabei auf Cash-and-Carry-Trades statt direktionale Wetten hin. Die gesamte Krypto-Exposition beläuft sich auf 2.36 Milliarden USD, rund 0.33 Prozent des Portfolios. Noch im April 2024 hatte Goldman erklärt, kein Befürworter von Kryptowährungen zu sein.
Goldman Sachs reduziert Bitcoin-ETF-Shares um 39.4% und Ethereum um 27.2%, investiert gleichzeitig 261 Millionen USD in XRP und Solana.
EU plant Krypto-Sanktionen auf Russland
Ausserdem: Die EU-Kommission will im 20. Sanktionspaket sämtliche Krypto-Transaktionen mit russischen Dienstleistern pauschal verbieten – ein strategischer Kurswechsel weg von der bisherigen Praxis, einzelne Plattformen zu sanktionieren. Der Grund: Nach der Beschlagnahme von 26 Millionen USD bei der Börse Garantex im März 2025 gründeten ehemalige Mitarbeiter umgehend Nachfolgeplattformen. Besonders im Fokus steht der Rubel-gedeckte Stablecoin A7A5, der innerhalb eines Jahres ein Transaktionsvolumen von 100 Milliarden USD erreichte. Die EU sanktionierte A7A5 bereits im Oktober 2025, woraufhin das tägliche Volumen von 1.5 Milliarden auf 500 Millionen USD sank – die Nutzerbasis wuchs dennoch von 14’000 auf 35’500 Konten. Die Verabschiedung ist für den 24. Februar geplant, erfordert aber einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten.
Die EU plant im 20. Sanktionspaket ein vollständiges Verbot aller Krypto-Transaktionen mit Dienstleistern aus Russland.








