Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Die New York Stock Exchange arbeitet an einer Blockchain-Plattform, die den Aktienhandel grundlegend verändern könnte. Statt nur während der klassischen Börsenzeiten sollen Anleger künftig rund um die Uhr tokenisierte Wertpapiere handeln können – mit sofortiger Abwicklung statt der üblichen zweitägigen Wartefrist. Die NYSE-Muttergesellschaft ICE kooperiert dafür mit den US-Grossbanken BNY Mellon und Citi, die tokenisierte Einlagen in Clearinghäusern ermöglichen sollen. Der Vorstoss kommt nicht überraschend: Die US-Börsenaufsicht SEC genehmigte im Dezember ein Pilotprogramm für tokenisierte Russell-1000-Aktien, und der Markt für tokenisierte Realwerte vervierfachte sich 2025 auf knapp 20 Milliarden USD. Die Unternehmensberatung McKinsey prognostiziert bis 2030 ein Volumen von 2 Billionen USD. Vor dem Start benötigt die Plattform allerdings noch die regulatorische Zulassung.
Die NYSE entwickelt eine Blockchain-Plattform für tokenisierte Wertpapiere mit 24/7-Handel und Sofortabwicklung.
Republikanischer Senator legt Gegenentwurf zur Krypto-Regulierung vor
Der Streit um die Krypto-Zuständigkeit in den USA geht in die nächste Runde. Senator John Boozman präsentierte diese Woche einen 155-seitigen Gesetzesentwurf, der die Rohstoffbehörde CFTC zur Hauptaufsicht über Bitcoin und andere digitale Rohstoffe machen würde – eine direkte Alternative zum blockierten Clarity Act. Der Entwurf schafft vier neue Regulierungskategorien für Broker, Verwahrstellen, Dealer und Handelsplattformen, während Stablecoins und tokenisierte Wertpapiere bei der SEC verbleiben. Doch die Chancen auf Verabschiedung stehen schlecht: Der demokratische Senator Cory Booker verweigerte nach monatelangen Verhandlungen seine Unterstützung. Seine Begründung: Die CFTC sei personell nicht ausgestattet – statt der vorgeschriebenen fünf Kommissare ist derzeit nur einer im Amt. Ohne demokratische Stimmen fehlt dem Entwurf allerdings die nötige 60-Stimmen-Mehrheit im Senat.
Der US-Senat legt Gegenentwurf zum Clarity Act vor. Der Digital Commodity Intermediaries Act überträgt der CFTC die Krypto-Aufsicht.
Warum Bitcoin und Gold als Schutz vor Währungsentwertung gefragt sind
Der sogenannte Debasement-Trade beschreibt ein Phänomen, das die Finanzmärkte zunehmend prägt: Anleger schichten Kapital in Assets mit eingebauter Knappheit um, weil sie Bargeld als aktives Risiko statt als sicheren Hafen betrachten. Der Hintergrund ist die anhaltende Staatsverschuldung – in den USA überschritten die Schulden 2025 die Marke von 37 Billionen USD, global liegt die Verschuldung bei über 300 Billionen USD. Der Dollar-Index verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 seinen schwächsten Sechsmonatszeitraum seit den frühen 1970er-Jahren. Die Reaktion der Anleger zeigt sich in den Kursen: Gold durchbrach erstmals die 4’000-USD-Marke pro Unze, Bitcoin erreichte mit 126’198 USD ein neues Allzeithoch. Während Gold auf jahrtausendealte Stabilität verweist, bietet Bitcoin programmierte Knappheit – maximal 21 Millionen Einheiten, festgelegt durch Code statt durch Politik. Bitcoin-ETFs halten mittlerweile über 1.3 Millionen BTC, unter anderem getrieben durch diesen Anlagewandel.
Der Debasement Trade erklärt: Wie steigende Verschuldung und schwächere Währungen Investoren zu Gold und Bitcoin treiben
Iranische Zentralbank kauft Stablecoins gegen Währungskollaps
Iran setzt verstärkt auf Stablecoins wie USDT, um den Rial-Kollaps abzufedern. Die Zentralbank kaufte 507 Millionen USD in Tether.
Chainalysis-Report: Illegale Krypto-Transaktionen erreichen 154 Milliarden USD
Ausserdem: Kriminelle Netzwerke nutzen Kryptowährungen in immer grösserem Ausmass. Der neue Crypto Crime Report des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis beziffert das Volumen illegaler Transaktionen für 2025 auf mindestens 154 Milliarden USD – ein Anstieg von 162 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den grössten Anteil macht Sanktionsumgehung aus, deren Volumen um 694 Prozent stieg. Nordkoreanische Hacker waren für rund 2 Milliarden USD verantwortlich, darunter der Angriff auf die Krypto-Börse Bybit im Februar mit 1.5 Milliarden USD in Ethereum. Auffällig ist die zunehmende Professionalisierung: KI-gestützte Betrugsoperationen erweisen sich als 4.5-mal profitabler als traditionelle Methoden, während Deepfake-basierte Betrugsmaschen um 1’400 Prozent zunahmen. Stablecoins dominieren mittlerweile 84 Prozent aller illegalen Transaktionen. Trotz des Anstiegs bleibt illegale Aktivität unter einem Prozent des gesamten Krypto-Volumens.
Illegale Krypto-Transaktionen stiegen 2025 um 162 Prozent. Bybit-Hack, Nordkoreas Lazarus-Gruppe und russische Sanktionsumgehung im Fokus.








