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    The DAO wird als Ethereum Security Fund mit 220 Mio. USD wiederbelebt. Nicht beanspruchte ETH aus dem Hack finanzieren das Projekt.

    The DAO startet als Ethereum Security Fund mit 220 Millionen Dollar neu

    von Redaktion cvj.ch am 29. Januar 2026 News

    Fast zehn Jahre nach dem grössten Hack in der Geschichte von Ethereum kehrt The DAO zurück. Sieben Curators, darunter Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin, lancieren daher einen 220 Millionen Dollar schweren Security Fund. Die Mittel stammen aus 70'500 ETH, die seit dem Hard Fork von 2016 nicht beansprucht wurden.

    Der Fund kombiniert einen Staking-Pool von 69'420 ETH im Wert von rund 207 Millionen Dollar mit einem direkten Grant-Pool von 13.5 Millionen Dollar. Aus dem Staking sollen jährlich etwa 8 Millionen Dollar an Rendite fliessen. So entsteht eine dauerhafte Finanzierungsquelle für Ethereums Sicherheitsinfrastruktur.

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    Der ursprüngliche DAO-Hack und seine Folgen

    Im April 2016 sammelte The DAO rund 150 Millionen Dollar von über 11'000 Investoren ein. Das entsprach etwa 14 Prozent aller damals existierenden ETH-Tokens. Damit war es das grösste Crowdfunding-Projekt seiner Zeit. The DAO versprach nämlich dezentrale Investmententscheide ohne zentrale Autorität.

    Am 17. Juni 2016 nutzte ein Angreifer eine Reentrancy-Schwachstelle im Solidity-Code aus. Dabei flossen 3.6 Millionen ETH ab, damals zwischen 50 und 70 Millionen Dollar wert. Der Hack betraf folglich 4.5 Prozent aller existierenden ETH. Die Community stand vor einer Grundsatzfrage: den Diebstahl akzeptieren oder die Blockchain zurückdrehen.

    Die Entscheidung fiel zugunsten eines Hardforks. Am 20. Juli 2016 setzten die Miner diesen um, rund 12 Millionen ETH konnten wiederhergestellt werden. Allerdings spaltete sich die Community. Etwa 10 Prozent lehnten den Eingriff ab und führten die ursprüngliche Chain als Ethereum Classic weiter. Bereits vier Tage nach dem Fork listeten erste Börsen den ETC-Token.

    Von nicht beanspruchten Mitteln zum Security Fund

    Doch nicht alle Token-Halter beanspruchten ihre Rückerstattungen. Entsprechend verblieben 70'500 ETH über fast eine Dekade in den Recovery Contracts. Daneben existiert ein Curator Multisig Pool mit 4'600 ETH. Er enthält hauptsächlich Mittel, die über zehn Jahre versehentlich an den DAO-Contract oder den Withdraw Contract gesendet wurden. Bereits 2016 hatten die Curators festgelegt, dass nicht beanspruchte Assets der Ethereum-Sicherheit zugutekommen sollen. Die massive Wertsteigerung von ETH machte schliesslich aus einem Restposten einen substanziellen Fonds.

    Der Grant-Pool von 13.5 Millionen Dollar steht für direkte Förderungen bereit. Der deutlich grössere Staking-Pool generiert laufende Einnahmen, ohne das Kapital aufzuzehren. Insgesamt deckt der Fund acht Bereiche ab: Mainnet Security, Layer-2-Lösungen, Smart Contract Security, Incident Response, Security Research, User Protection, Infrastruktur und Security Education.

    Governance mit prominenten Curators

    Sieben Personen bilden das Curator-Gremium des neuen Funds. Neben Vitalik Buterin gehören Taylor Monahan (Metamask), Jordi Baylina (ZisK), pcaversaccio (SEAL 911), Alex Van de Sande (ENS), Griff Green (Giveth) und Pol Lanski (Dappnode) dazu. Die Ethereum Foundation fungiert dabei als Eligibility Setter.

    Griff Green nimmt eine zentrale Rolle ein. Er war bereits 2016 Curator und Community Manager von The DAO. Nach dem Hack gründete er die White Hat Group mit, die rund 10 Prozent des gesamten ETH-Umlaufs sicherte. Anschliessend rettete er 2017 noch 210 Millionen Dollar nach dem Parity Multisig Hack. Seine Organisation Giveth übernimmt nun die operationale Unterstützung des neuen Funds.

    Für die Verteilung der Mittel setzt der Fund auf drei Mechanismen: Quadratic Funding, Retroactive Public Goods Funding und Ranked-Choice RFP Voting. Quadratic Funding gewichtet die Breite der Community-Unterstützung stärker als einzelne Grossspenden. Retroactive Funding hingegen belohnt bereits erbrachte Leistungen. Ranked-Choice RFP Voting erlaubt dem Gremium, gezielt Projekte nach Priorität auszuwählen.

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    Buterins Dezentralisierungsagenda für 2026

    Die Wiederbelebung von The DAO fügt sich in Vitalik Buterins breitere Vision für 2026 ein. Der Ethereum-Mitgründer forderte zuletzt einen "Reset" zu Ethereums Cypherpunk-Ursprüngen. Konkret kritisierte er ein schleichendes Zurückweichen von Dezentralisierungsprinzipien über das vergangene Jahrzehnt.

    Buterin setzt explizit auf DAOs als Governance-Instrument. Er will "More DAOs - but different and better DAOs." Die ursprüngliche Motivation hinter Ethereum sei stark von dezentralen autonomen Organisationen inspiriert gewesen. The DAO als Ethereum Security Fund verkörpert somit eine Rückkehr zu den Wurzeln, allerdings mit pragmatischem Fokus auf Sicherheit statt auf allgemeine Investmententscheide.

    Der Anspruch ist ambitioniert. Mit 220 Millionen Dollar und einer nachhaltigen Staking-Rendite verfügt der Fund über erhebliche Ressourcen. Gleichzeitig steht er in der Tradition einer Initiative, die 2016 spektakulär scheiterte. Dennoch soll das Curator-Gremium mit erfahrenen Security-Experten und Ethereum-Veteranen genau diesen Unterschied markieren.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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