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    Saylor öffnet die Tür zum Bitcoin-Verkauf: Strategy will Dividenden notfalls aus BTC-Reserven decken. Das mNAV-Flywheel gerät unter Druck.

    Strategy will Bitcoin verkaufen: das Ende des Flywheels?

    von Redaktion cvj.ch am 11. Mai 2026 News

    Im Q1-Earnings-Call hat Michael Saylor erstmals offen erklärt, dass Strategy Bitcoin verkaufen könnte, um Dividendenverpflichtungen zu bedienen. Damit bricht der Executive Chairman ein viral gewordenes Versprechen, das er seit Januar 2022 in Dutzenden Interviews wiederholte: "Niemals verkaufen."

    Der Aktienkurs reagierte nachbörslich mit einem Minus von 4.33 Prozent auf 178.80 USD. Per 11. Mai 2026 hält Strategy 818'334 BTC mit einem Marktwert von 66.1 Mrd. USD - rund 3.9 Prozent des gesamten je emittierbaren Bitcoin-Angebots. Drei Tage nach dem Earnings Call ruderte Saylor in einem Fortune-Interview teilweise zurück: Die Aussagen seien taktisch gegen Leerverkäufer gerichtet gewesen. Rhetorisch ist die Tür dennoch geöffnet, und der Markt hat es registriert. Auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Strategy bis Jahresende tatsächlich Bitcoin verkauft, bei 42 bis 48 Prozent.

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    Wie das Flywheel funktioniert und wo es bricht

    Seit dem Rebranding von MicroStrategy 2025 positioniert sich Strategy explizit als "Bitcoin Treasury Company". Der Mechanismus dahinter wird oft als "Flywheel" bezeichnet und basiert auf einer Kennzahl: dem mNAV, also dem Verhältnis von Marktkapitalisierung zu Bitcoin-Beständen. Solange MSTR mit einer Prämie zum NAV handelt, kann das Unternehmen über sogenannte ATM-Programme (At-the-Market) neue Aktien zu einem höheren Preis ausgeben, als der dahinterliegende BTC-Wert pro Aktie wert ist. Das eingenommene Kapital fliesst direkt in weitere Bitcoin-Käufe.

    Daraus entsteht ein selbstverstärkender Kreislauf. Mehr BTC pro Aktie bedeutet höheren NAV, was geringeres Kreditrisiko impliziert und Strategy günstigere Wandelanleihen sowie Vorzugsaktien emittieren lässt. Saylor selbst beschrieb es im Earnings Call so: Je mehr Kredit verkauft werde, desto höher der mNAV, desto mehr Kredit lasse sich verkaufen, desto mehr Bitcoin lasse sich kaufen.

    Die Schwachstelle ist mathematisch zwingend. Sobald der mNAV unter 1.0x fällt, kehrt sich die Logik um. Eine Aktienemission verwässert dann den BTC-Bestand pro Aktie, statt ihn zu erhöhen. Genau das geschah wieder im November 2025, als die Marktkapitalisierung mit 63.2 Mrd. USD unter dem damaligen BTC-Wert von 65.1 Mrd. USD landete. Aktuell notiert der mNAV bei 1.01x. Knapp über der Kippe.

    MSTR-Marktkapitalisierung gegenüber Bitcoin-Beständen (mNAV) / Quelle: Bitcointreasuries.net

    STRC und die Dividendenlast als konkreter Verkaufstrigger

    Das eigentliche Problem sind nicht die Bitcoin-Bestände, sondern die Barpflichten daraus. Strategy hat in den vergangenen Quartalen ein Geflecht aus Vorzugsaktien aufgebaut: STRK mit 8 Prozent Dividende, STRF und STRD mit je 10 Prozent, STRE mit 10 Prozent in Euro. Die schwerste Last trägt jedoch STRC mit 11.5 Prozent variabler Dividende, monatlich in bar fällig, bei einem ausstehenden Nennwert von 8.5 Mrd. USD. Allein daraus ergibt sich eine jährliche Verpflichtung von rund 982 Mio. USD - unabhängig vom Bitcoin-Kurs.

    Solange das Flywheel dreht, lässt sich diese Last über frische Aktienemissionen decken. Bricht der mNAV jedoch nachhaltig ein, bleiben drei unangenehme Optionen: weitere Verschuldung, verwässernde Aktienemissionen oder eben der Verkauf von Bitcoin. CFO Andrew Kang lieferte im Earnings Call die nüchterne Gewinnschwellen-Rechnung dazu. Bitcoin müsse mindestens 2.3 Prozent pro Jahr steigen, damit die Reserve die Dividenden allein tragen kann. Bleibt die Performance darunter, wird Verkauf zur Pflicht.

    "Wir werden wahrscheinlich etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu finanzieren - nur um den Markt zu immunisieren und die Botschaft zu senden, dass wir es getan haben." - Michael Saylor, Executive Chairman, Strategy

    Der Quartalsverlust von 12.54 Mrd. USD im ersten Quartal 2026 unterstreicht die Empfindlichkeit der Bilanz. Davon entfallen 14.46 Mrd. USD auf unrealisierte BTC-Verluste, nachdem der Bitcoin-Kurs zeitweise auf 63'000 USD gefallen war. Es war der dritte Quartalsverlust in Folge. Der Gesamtumsatz aus dem operativen Software-Geschäft betrug demgegenüber lediglich 124.3 Mio. USD, eine Grössenordnung, die die Dividendenpflichten nicht annähernd decken kann.

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    Vom "Niere verkaufen" zur taktischen Klarstellung

    Saylors Kehrtwende steht im Kontrast zu einer fast vier Jahre langen rhetorischen Kampagne. Im Januar 2022 hatte er auf Bloomberg erklärt: "Wir sind keine Verkäufer. Wir kaufen und halten BTC nur." Im Februar 2024 nannte er Bitcoin auf Bloomberg TV die "Exit-Strategie" selbst. Daraufhin im März 2024 wurde sein Yahoo-Interview viral, in dem er die "höchste und beste Verwendung von Kapital" mit dem Halten von Bitcoin gleichsetzte. Im Februar 2025 verschärfte er den Ton: "Verkauft eine Niere, wenn ihr müsst, aber behaltet die BTC." Nur drei Monate vor dem aktuellen Earnings Call hatte er auf CNBC bekräftigt: "Wir werden nicht verkaufen."

    Auffällig ist, wie schnell Saylor die Aussage anschliessend einrahmte. In einem Fortune-Interview vom 8. Mai erklärte er, die Verkaufs-Aussage sei eine taktische Botschaft an Leerverkäufer gewesen. Wer sie schlagen wolle, müsse zeigen, dass man Bitcoin notfalls gegen Aktien tauschen oder zur Bedienung von Verbindlichkeiten verkaufen werde. Auf Stocktwits präzisierte er: "Wenn ich präziser wäre, würde ich sagen: Sei nie ein Netto-Verkäufer von Bitcoin. Das wäre nur nicht so viral oder so eingängig gewesen."

    Strategisch ist die Relativierung nachvollziehbar. Allerdings kommt sie zu spät, um die Marktinterpretation zurückzudrehen. Was bisher als unverhandelbarer Grundsatz galt, ist nun eine bedingte Politik. Solange Bitcoin schneller wächst als die Dividendenlast, wird gekauft, andernfalls verkauft. Diese Verschiebung ist für die Glaubwürdigkeit der Treasury-Strategie nicht trivial.

    3.9 Prozent Marktanteil und der Branchenvergleich

    Mit 818'334 BTC hält Strategy fast das Zwanzigfache des nächstgrössten Konkurrenten. Metaplanet aus Japan, inzwischen die Nummer drei unter den börsennotierten Bitcoin-Treasuries, verfügte per Ende März 2026 über 40'177 BTC zu durchschnittlich rund 97'000 USD. Das ist ein deutlich höherer Einstandspreis als die 75'532 USD bei Strategy. Marathon Digital hält nach dem Verkauf von 15'000 BTC im März 2026 noch rund 38'700 BTC. Genau dieser Marathon-Verkauf, der zur Rückführung von Wandelanleihen diente, lieferte den Branchenpräzedenzfall für das, was Saylor nun andeutet.

    Entscheidend ist die Grössenordnung. Ein koordinierter Verkauf von Strategy hätte ein Volumen, für das es im Corporate-Universum keinen vergleichbaren Akteur gibt. Selbst ein Teilverkauf zur Bedienung der STRC-Dividenden würde zweistellige Tausenderbeträge an BTC bedeuten - in einem Markt, der zwar von ETF-Zuflüssen und institutionellen Käufern lebt, bei Verkaufsdruck jedoch dünn werden kann.

    Offiziell verfolgt Strategy weiter das Ziel, den Bestand auf eine Million Bitcoin auszubauen. CEO Phong Le bekräftigte im Earnings Call, BTC pro Aktie innerhalb von sieben Jahren verdoppeln zu wollen, was rund 10 Prozent jährlichem Zuwachs entspricht. Im Mai 2026 lag dieser Wert bei 213'371 Satoshi pro Aktie, gegenüber 181'030 im Vorjahr und damit ein Plus von rund 18 Prozent. Die Mechanik funktioniert noch. Offen ist, wie lange das so bleibt, wenn der mNAV oberhalb von 1.0x kein Selbstläufer mehr ist und die Dividendenuhr monatlich tickt.

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