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    Sachsen könnte über 6 Mrd. Euro aus dem movie2k-Verfahren sichern. Ein Richter am LG Leipzig schlägt einen Deal über 57'000 BTC vor.

    movie2k: Sachsen soll 2.64 Mrd. Euro behalten und weitere 57’000 BTC erhalten

    von Redaktion cvj.ch am 16. April 2026 News

    Im movie2k-Prozess am Landgericht Leipzig hat Richter Karsten Nickel einen Deal vorgeschlagen. Das Angebot könnte dem Freistaat Sachsen ein Krypto-Vermögen von bis zu 6.2 Mrd. Euro sichern. Konkret soll der Hauptangeklagte ein Geständnis ablegen und im Gegenzug eine Bewährungsstrafe von 1.5 Jahren erhalten.

    Sachsen dürfte dann die 2.64 Mrd. Euro aus dem Bitcoin-Verkauf von 2024 rechtssicher einziehen. Der Deal geht allerdings weiter. Demnach soll der Angeklagte Josef F. den Zugang zu rund 57'000 BTC herausgeben, die er laut Anklage noch kontrolliert. Aktueller Wert: geschätzt 3.3 bis 3.6 Mrd. Euro. Ohne Einigung drohen dem 42-Jährigen hingegen bis zu 13 Jahre Freiheitsstrafe wegen gewerbsmässiger Geldwäsche in 146 Fällen.

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    Movie2k: Von der Streaming-Plattform zum Milliarden-Verfahren

    Movie2k.to war bis zu ihrer Abschaltung 2013 eine der grössten illegalen Streaming-Plattformen im deutschsprachigen Raum. Dabei finanzierte sich die Seite über Werbung und Abofallenwebsites. Josef F. steckte die Erlöse bereits ab 2008 in Bitcoin - damals lag der Kurs noch im einstelligen Dollar-Bereich. Daraus entstand ein aussergewöhnlich grosses Vermögen.

    Schliesslich übertrug Josef F. im Frühjahr 2024 rund 49'858 BTC an die Behörden. Der Freistaat Sachsen verkaufte den Bestand im Sommer 2024 zu Kursen zwischen 54'000 und 57'600 USD und erlöste 2.64 Mrd. Euro. Insgesamt zählte der Verkauf zu den grössten staatlichen Bitcoin-Liquidationen weltweit. Zuständig für die Strafverfolgung ist die Generalstaatsanwaltschaft Dresden.

    Auffällig ist die rechtliche Lage. Die über 220'000 Urheberrechtsverletzungen, die den Kern der movie2k-Aktivitäten bildeten, sind seit August 2024 verjährt. Angeklagt wird daher ausschliesslich wegen Geldwäsche. Nach deutschem Recht können kriminelle Gewinne gemäss §§ 73 ff. StGB auch bei verjährter Haupttat eingezogen werden. Entsprechend gilt diese sogenannte erweiterte Einziehung laut dem Landgericht Leipzig uneingeschränkt - sie bildet das juristische Fundament des gesamten Verfahrens.

    Bewährung gegen Milliarden: Die Kalkulation des Richters

    Dabei ist die Rechnung hinter Richter Nickels Vorschlag einfach. Für Sachsen stehen bis zu 6.2 Mrd. Euro auf dem Spiel, für Josef F. der Unterschied zwischen Bewährung und 13 Jahren Haft. Ein langer Prozess mit ungewissem Ausgang lohnt sich daher für keine Seite.

    Zudem umfasst der Deal auch den Mitangeklagten Dustin O., 39 Jahre alt. Ihm werden Geldwäsche in 46 Fällen und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Der Richter stellt ihm demnach 8 bis 12 Monate auf Bewährung in Aussicht. Der Prozess läuft seit Februar 2026.

    Was dabei untergeht: Die Anklage brachte die 57'000 BTC erst im Laufe des Verfahrens ins Spiel. Laut Berichten identifizierte die Blockchain-Analysefirma Arkham Intelligence die Bestände bereits im September 2025 auf On-Chain-Basis. Die mögliche Einziehungssumme verdoppelt sich damit nahezu. Für die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wächst so der Druck auf eine Einigung, bevor Josef F. den Zugang zu den verbleibenden Wallets verschleiert.

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    Sachsens verfrühter Bitcoin-Verkauf sorgt erneut für Diskussion

    Der Verkauf der 49'858 BTC im Sommer 2024 bleibt umstritten. Dabei erlöste Sachsen damals 2.64 Mrd. Euro. Seither stieg der Bitcoin-Kurs auf über 100'000 USD - je nach Berechnungsmethode entgingen dem Freistaat zwischen 500 Mio. Euro und 2.8 Mrd. USD an zusätzlichem Wert. Somit verkaufte Sachsen nahe dem Jahrestief und verpasste den anschliessenden Kursanstieg um mehr als 80%. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden begründete den Schnellverkauf mit der Schwankungsbreite des Krypto-Markts. Wegen der "enormen und extrem schnellen Preisschwankungen" hätten die Voraussetzungen für einen sofortigen Verkauf "dauerhaft" vorgelegen, erklärte die Behörde. Dennoch halten Kritiker diese Argumentation für vorgeschoben.

    Kommt der Deal zustande, steht Sachsen vor einer zweiten Entscheidung mit hohem Einsatz. Denn ein erneuter Sofortverkauf der 57'000 BTC würde die Debatte von 2024 neu entfachen. Gleichzeitig müssten die Erlöse zunächst an Rechteinhaber aus der Filmbranche fliessen, bevor verbleibende Mittel in den Landeshaushalt eingehen. Reihenfolge und Zeitpunkt der Verwertung könnten den finanziellen Ertrag für Sachsen folglich um Milliarden verschieben.

    Grösstes Krypto-Verfahren Deutschlands vor möglicher Einigung

    Gemessen am Vermögenswert gehört das Verfahren am LG Leipzig zu den grössten Krypto-Fällen weltweit. Insbesondere die Einziehungssumme von 6.2 Mrd. Euro fällt auf - angehäuft von einem einzelnen Angeklagten durch frühe Bitcoin-Käufe aus illegalen Streaming-Einnahmen. Auch die USA versteigerten wiederholt beschlagnahmte BTC aus Silk-Road-Verfahren in ähnlichem Umfang. Der Sachsen-Fall unterscheidet sich aber strukturell: Der Beschuldigte übergab die Coins freiwillig und soll nun weitere herausrücken.

    Ob Josef F. den Deal annimmt, ist allerdings offen. Sein Verteidiger hat sich bislang nicht öffentlich geäussert. Denn ein mögliches Urteil könnte vor dem Bundesgerichtshof angefochten werden. Selbst bei Einigung am LG Leipzig wäre somit kein endgültiger Abschluss garantiert.

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    Redaktion cvj.ch

      Die CVJ Redaktion besteht aus einem Team von Blockchain Experten und informiert täglich und unabhängig über die spannendsten Neuigkeiten.

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