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    Justin Sun einigt sich mit der SEC auf einen 10-Mio.-USD-Vergleich - alle Klagen gegen Sun, Tron und BitTorrent werden fallengelassen.

    Justin Sun zahlt 10 Millionen USD und beendet SEC-Klage

    von Redaktion cvj.ch am 6. März 2026 News

    Die US-Börsenaufsicht SEC und Tron-Gründer Justin Sun haben einen Vergleich über 10 Mio. USD erzielt. Rainberry Inc., Betreiberin des BitTorrent-Protokolls und seit 2018 Teil des Tron-Ökosystems, zahlt die Zivilstrafe.

    Im Gegenzug lässt die SEC sämtliche Klagen gegen Sun, die Tron Foundation und die BitTorrent Foundation fallen. Sun und seine Unternehmen geben im Rahmen der Einigung weder Schuld noch Unschuld zu. Beide Seiten reichten den Vergleichsantrag am 5. März beim Bundesgericht in Manhattan ein. Richter Edgardo Ramos muss die Vereinbarung noch genehmigen. Das Gericht weist die verbleibenden Klagen gegen Rainberry "with prejudice" ab, sodass die SEC dieselben Vorwürfe nicht erneut einbringen kann.

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    Ursprüngliche Vorwürfe: Wash Trading und Celebrity-Promoter

    Die SEC hatte im März 2023 Klage gegen Sun, die Tron Foundation, die BitTorrent Foundation und Rainberry eingereicht. Die Vorwürfe lauteten auf Verkauf unregistrierter Wertpapiere über die Token TRX und BTT, Marktmanipulation durch Wash Trading sowie verdeckte Zahlungen an prominente Werbeträger.

    Laut SEC soll Sun über 600'000 Wash Trades zwischen zwei von ihm kontrollierten Konten angeordnet haben. Daraus seien illegale Erlöse von 31 Mio. USD entstanden. Auch Celebrity-Promoter wie Lindsay Lohan, Jake Paul, Akon und Ne-Yo hätten ohne Offenlegung für Tron geworben. Den Fall leitete der damalige SEC-Chef Gary Gensler ein, der Krypto-Enforcement zu einem Kernstück seiner Amtszeit machte.

    Der nun erzielte Vergleich über 10 Mio. USD steht in deutlichem Kontrast zu den ursprünglich behaupteten 31 Mio. USD an illegalen Erlösen. Separat beantragte die SEC, die Klage gegen Rapper DeAndre Cortez Way (Soulja Boy) einzustellen. Er war ebenfalls als Celebrity-Promoter aufgeführt.

    Suns politische Investitionen und der Kurswechsel der SEC

    Der Vergleich fällt in eine Phase, in der die SEC unter ihrem neuen Vorsitzenden Paul Atkins zahlreiche Krypto-Fälle aus der Gensler-Ära beendet. Seit Januar 2025 hat die Behörde mindestens ein Dutzend Verfahren eingestellt oder pausiert. Coinbase erhielt eine Abweisung "with prejudice" ohne jede Strafe. Ebenso Kraken. Die Klage gegen Binance liess die SEC gleichzeitig im Mai 2025 fallen.

    Sun selbst hatte im Februar 2025 gemeinsam mit der SEC die Pausierung seines Falls beantragt. Das geschah kurz nachdem Donald Trump seine zweite Amtszeit angetreten hatte. Denn Sun war zu diesem Zeitpunkt bereits finanziell eng mit Trumps Krypto-Projekt World Liberty Financial (WLFI) verflochten. Im November 2024 kaufte er WLFI-Token für 30 Mio. USD und ermöglichte so, dass das Projekt sein erstes Fundraising-Ziel erreichte. Im Januar 2025 erhöhte er auf insgesamt 75 Mio. USD und stieg zum offiziellen Berater auf.

    Daneben gab Sun über 20 Mio. USD für Trumps $TRUMP-Memecoin aus. Als grösster Käufer erhielt er eine Einladung zum Trump-Dinner im Mai 2025. Es war sein erster Besuch in den USA seit der Klageeinreichung 2023.

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    Kritik am Vergleich: "Knebelvertrag" oder pragmatische Lösung

    Kritiker sehen in der Einigung ein politisch motiviertes Zugeständnis. Amanda Fischer, Policy Director bei Better Markets und ehemalige Stabschefin von SEC-Chef Gensler, bezeichnete den Vergleich als "Knebelvertrag", obwohl die SEC über "erdrückende Beweise" verfügt habe. Demokratische Politiker verweisen auf ein Muster. Firmen, deren SEC-Fälle eingestellt wurden, spendeten demnach jeweils mindestens 1 Mio. USD für Trumps Amtseinführung. Krypto-Super-PACs investierten insgesamt über 130 Mio. USD in die Wahl 2024.

    Die SEC und Sun bestreiten dennoch jeden Zusammenhang zwischen den WLFI-Investitionen und dem Vergleich. Ein SEC-Anwalt bezeichnete die Einigung vor Gericht als "fair und vernünftig". Sun selbst erklärte, die Einigung bringe "Abschluss" und er werde weiterhin an der Förderung von Krypto-Regulierung arbeiten.

    Auffällig ist hingegen die Episode mit World Liberty Financial selbst. Im September 2025 sperrte WLFI Suns Blockchain-Adresse mit 595 Mio. USD an noch nicht freigegebenen Token. Mehrere ausgehende Transaktionen waren aufgefallen, darunter eine über 9 Mio. USD. Sun forderte die Freigabe seiner Token. Die Beziehung zwischen Sun und Trumps Krypto-Projekt verläuft folglich keineswegs reibungslos.

    Offene Fragen und juristische Lücken

    Die Klage von 2023 war ein Testfall für die Einstufung von TRX und BTT als Wertpapiere. Durch den Vergleich bleibt diese Frage juristisch unbeantwortet. Der Krypto-Branche fehlt entsprechend weiterhin ein Präzedenzfall zur regulatorischen Einordnung von Layer-1-Token.

    TRX zählt zu den zehn grössten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Das Tron-Netzwerk ist vor allem im Stablecoin-Transfer aktiv, insbesondere bei USDT. Sun hatte Rainberry, die Betreiberin von BitTorrent, 2018 für rund 140 Mio. USD übernommen und ins Tron-Ökosystem integriert.

    Unter Atkins bewegt sich die SEC in Richtung verhandelter Einigungen statt aggressiver Klagen. Zentrale regulatorische Fragen klärt die Behörde so allerdings nicht, sondern schiebt sie auf. Für Sun persönlich bedeutet der Vergleich eine erhebliche Entlastung. Statt potenziell hunderten Millionen an Strafen und einem jahrelangen Gerichtsverfahren zahlt Rainberry 10 Mio. USD. Sun kann sich wieder frei in den USA bewegen.

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    Redaktion cvj.ch

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