DATCOs bzw. DATs steht für Digital Asset Treasury Companies. Der Begriff bezeichnet börsennotierte Unternehmen, deren Bilanz in erheblichem Umfang aus digitalen Vermögenswerten besteht – insbesondere aus Kryptowährungen wie Bitcoin.
Bei DATs dient Krypto nicht nur als Nebenposition, sondern als zentraler Bestandteil der Treasury-Strategie. DATs halten einen grossen Teil ihres Unternehmenswerts in digitalen Assets. Dadurch ähneln sie weniger klassischen operativen Unternehmen und eher investitionsähnlichen Vehikeln, was zunehmend regulatorische und indexbezogene Fragen aufwirft.
Was zeichnet DATs aus?
Im Gegensatz zu traditionellen Unternehmen, die Liquidität überwiegend in Cash, Anleihen oder Geldmarktinstrumenten halten, nutzen DATs Kryptowährungen als strategische Reserve. In vielen Fällen übersteigen digitale Assets 50% der gesamten Bilanzsumme, was ihre Bewertung, Risikostruktur und Marktlogik stark beeinflusst.
Der Unternehmenswert solcher Firmen hängt dadurch weniger von operativer Geschäftstätigkeit als von der Preisentwicklung der gehaltenen Kryptowährungen ab. DATs unterscheiden sich grundlegend von Unternehmen, die Krypto lediglich als Zahlungsmittel akzeptieren oder Blockchain-Technologie nutzen. Entscheidend ist der Bilanzfokus: Bei DATs steht das Halten digitaler Assets im Zentrum der Kapitalallokation, nicht als ergänzendes Instrument.
Relevanz für Investoren und Indizes
Die zunehmende Zahl und Grösse von DATs hat Indexanbieter und Regulierer auf den Plan gerufen. Da viele Aktienindizes auf operativen Geschäftsmodellen basieren, stellt sich die Frage, ob DATs diese Kriterien noch erfüllen. Diskussionen über mögliche Index-Ausschlüsse zeigen, dass DATs eine neue Unternehmensform darstellen, die bestehende Klassifizierungen herausfordert. Für Investoren bedeutet ein Investment in DATs oft ein indirektes Krypto-Exposure, allerdings mit zusätzlichem Unternehmens- und Managementrisiko.
DATs ermöglichen es Anlegern, über regulierte Aktienmärkte an der Entwicklung digitaler Assets teilzuhaben. Gleichzeitig erhöhen Bilanzkonzentration, Volatilität und regulatorische Unsicherheit das Risikoprofil deutlich. Kursbewegungen können stark von der Krypto-Marktentwicklung entkoppelt vom operativen Umfeld verlaufen. DATs stehen an der Schnittstelle zwischen Kapitalmarkt und Kryptomarkt. Sie repräsentieren eine neue Form der Unternehmensbilanzierung, bei der digitale Vermögenswerte zur strategischen Kernposition werden. Ihre wachsende Bedeutung zwingt Investoren, Regulierer und Indexanbieter zu einer Neubewertung klassischer Kategorien.













