Bitcoin Vaults: Eine neue Methode der sicheren Verwahrung von Bitcoins

Wenn bei einem Hacker-Angriff ihr Bankkonto geleert wurde, kann ihre Bank das verlorene Geld zurückerstatten. Wenn jedoch Ihr Krypto-Wallet gehackt wurde und Ihre Bitcoins an eine fremde Adresse gesendet wurden, sind diese endgültig verloren. Bitcoin Vaults sollen das verhindern.

Der Grund für den unwiderrufbaren Verlust ist, dass die meisten Kryptowährungen nicht von einer zentralen Instanz kontrolliert werden. Es besteht deshalb ein grosser Bedarf an sicheren Aufbewahrungsmethoden für Bitcoins und anderen Krypto-Währungen.

Eine der gängigsten Methoden, seine Bitcoins vor Angreifern zu schützen, besteht darin, Transaktionen mithilfe von Hardware Wallets zu signieren. Hierbei  findet der Signierungsprozess offline statt. Da bei Hardware Wallets der private Schlüssel während des Signiervorgangs nicht mit einem online verbundenen Server in Kontakt kommt, können Hacker nicht auf den dafür verwendeten privaten Schlüssel zugreifen. Der Prozess des Transfers zu und von einem Offline-Wallet (Cold Wallet), ist jedoch aufwändiger jener mit einem herkömmlichen Online-Wallet (Hot Wallet).

Eingebaute Zeitverzögerung sichert Krypto-Währungen

Um eine einfachere und trotzdem sichere Aufbewahrungsmethode zu gewährleisten, wurde bereits im Jahre 2016 die Idee eines „Bitcoin Vaults“ vorgeschlagen. Dabei besteht die Grundidee darin, dass Bitcoins mit einem Code aufbewahrt werden. Dieser sorgt dafür, dass Bitcoins zeitlich begrenzt ausgegeben werden. Der Besitzer kann bei jedem Versuch Bitcoins zu transferieren, eine vorher festgelegte Zeitverzögerung definieren. Diese eingebaute Verzögerung ermöglicht es im Falle einer Attacke, dem tatsächlichen Eigentümer der Bitcoins genügend Zeit zu gewähren eine Transaktion rückgängig zu machen.

Bei dem von Bitcoin Entwickler Bryan Bishop kürzlich lancierten Prototyp, können Benützer von „Bitcoin Vaults“ die gespeicherten Bitcoins zudem in Teilstücke unterteilen. Dadurch wird gewährleistet, dass eine begrenzte Anzahl von Bitcoins in einem vorgegebenen Intervall an bestimmte Adressen gesendet werden können. Der Prototyp sieht weiter vor, dass ein sogenannter „Watchtower“ eingeführt wird, der die Bitcoin Vaults überwacht. Jedes Mal, wenn Bitcoins transferiert werden sollen, wird der Watchtower dem Eigentümer eine Nachricht schicken. Wird der Transfer vom Besitzer nicht autorisiert, kann der „Bitcoin Vault“-Benutzer eine vorab unterzeichnete Transaktion aktivieren, welche die betreffenden Bitcoins in ein sicheres Cold Wallet transferieren würde. Dadurch kann ein Diebstahl verhindert werden.

Eine Win-win Situation für alle Beteiligten

Der grosse Vorteil dieser Idee ist, dass die Technologie kostenfrei von professionellen Krypto-Verwahrern angewendet werden kann. Wie bei allen Open-Source-Projekten in diesem Bereich, profitiert schlussendlich die gesamte Industrie von solchen Lösungen. Bryan Bishop’s ultimatives Ziel ist es deshalb, dass Bitcoin Vaults bei allen Kryptowährungen zum Standard werden. Wie bereits erwähnt, handelt es sich beim Open-Source-Projekt von Bishop um einen Prototyp. Wie genau z.B. Watchtowers implementiert werden, ist noch nicht abschliessend definiert und muss derzeit von freiwilligen Entwicklern beurteilt werden. Es wird also noch etwas Zeit benötigen, bis Bitcoin Vaults ein Standard werden, doch sieht das Projekt bereits jetzt sehr vielversprechend aus.

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Über den Autor

Matthias Oertli

Matthias Oertli ist Consultant für Crypto Assets und Blockchain Technologie bei inacta AG in Zug. Weiter ist er als Business Development Manager tätig bei proofX AG und ist seit 2018 Mitglied bei der Crypto Valley Association in Zug. Seit 2013 befasst er sich intensiv mit Bitcoin und anderen Krypto-Währungen.