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    Digitales IPO einer Schweizer Crowdfunding-Plattform stösst auf Gegenwind

    Digitales IPO einer Schweizer Crowdfunding-Plattform stösst auf Gegenwind

    von Redaktion cvj.ch am 1. Juni 2022 Blockchain

    Die Crowdfunding-Plattform WeMakeIt möchte im Zuge der Digitalisierung ihrer Firmenanteile auf die Blockchain-Technologie zurückgreifen. Obwohl die Pläne des Schweizer KMUs seit Februar 2021 aufgrund des neuen DLT-Rechtsrahmens realisierbar sind, stiess die Plattform auf harsche Kritik ihrer Nutzerbasis.

    Seit dieser Woche bietet WeMakeIt im Rahmen des Projekts "Crowd Takeover" ihre Anteile online an. Nach Abschluss der Kampagne Anfang Juli werden die Teilnehmer in das digitale Aktienbuch der Wemakeit AG eingetragen. Ab August 2022 sollen die Aktien dann effektiv digitalisiert werden können, um Anteile ohne Intermediär und Bürokratie von Person zu Person übertragen zu können, wie in der Projektbeschreibung zu erfahren ist. Doch ein bedeutender Teil ihres Zielpublikums schien weniger erfreut, wobei primär der Energieverbrauch der Ethereum-Blockchain angekreidet wurde.

    Digitale Aktien in der Schweiz

    Um heutzutage Firmenanteile zu verkaufen, muss ein Unternehmen nicht mehr an die Börse. Die Schweiz entwickelt bereits seit 2014 einen regulatorischen Rahmen für die Distributed-Ledger-Technology (DLTs) und folgt dabei dem Prinzip der „Technologieneutralität“. Folglich hat die Schweiz die bestehenden, auf Prinzipien basierenden Gesetze auf pragmatische Weise an die technologische Innovation angepasst, um die Systemstabilität zu wahren. Der Verbraucherschutz soll laut ansässigen Regulatoren damit gewährleistet und nachhaltige Investitionen im DLT-Bereich gefördert werden. So ist es in der Schweiz seit Februar 2021 möglich, digitale Blockchain-Anteile der breiten Öffentlichkeit anzubieten.

    Der Ethereum-basierte Smart Contract der Crowdfunding-Plattform erlaubt nicht nur eine Erlaubnisliste gewisser Adressen, die überhaupt mit der tokenisierten Aktie handeln dürfen. Über ein Dashboard haben die Administratoren die Möglichkeit, Anträge zu überprüfen und zu genehmigen. Die Prüfung, ob eine bestimmte Person als Aktionär akzeptiert wird, wird im Rahmen der Aktionärsregistrierung ausserhalb der Kette erfolgen, was sowohl für das Unternehmen als auch für die Investoren einfacher und kostengünstiger sein soll.

    Das Projekt stösst auf Gegenwind

    Die digitalen Firmenanteile werden als Token auf der Ethereum-Plattform ausgegeben und gehandelt. In der laufenden Spendensammlung lockt das Unternehmen mit limitierten NFTs des Events, was die Aufmerksamkeit der netzpolitischen Gemeinde auf den Plan rief. Partizipative Crowdfunding-Projekte sind in vielen Fällen sozial orientiert und mit einer gewissen Schnittmenge dem Umweltschutz verschrieben.

    Die @wemakeit Aktien sollen bald auf dieser Blockchain gehandelt werden und mit hohen Transaktionskosten diesen Ausstoss mitfinanzieren #impact https://t.co/sl5vPhl8VJ

    — Thomas Preusse (@tpreusse) May 28, 2022

    In erster Linie wiesen Kritiker auf den hohen Energieverbrauch Proof-of-Work (PoW) basierter Blockchain-Systeme hin. Mag die partizipative Mitbestimmung noch gefallen, sei auch die dezentrale Umsetzung aus diversen Gründen ineffektiv. Das Vertrauensverhältnis ist laut Kommentatoren auf sozialen Medien unerschütterlich und die Einträge in einer Blockchain könnten effektiver von einem dafür bestimmten Server geschrieben werden. Trotz harscher Kritik entschieden sich innerhalb von 24 Stunden knapp 4'000 Personen dazu, mehr als die Hälfte der Anteile des Unternehmens zu zeichnen.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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