Die US-Börsenaufsicht SEC hat zwei Spot-ETFs auf Chainlink genehmigt. Bitwise startete heute den Handel an der NYSE Arca, nachdem Grayscale im Dezember 2025 den ersten LINK-ETF lancierte. Die beiden Vermögensverwalter erweitern das Angebot regulierter Krypto-Produkte über Bitcoin und Ethereum hinaus.
Bitwise Asset Management nahm den Handel unter dem Ticker CLNK auf, früher als ursprünglich geplant. Das Unternehmen hatte am 5. Januar das Formular 8-A bei der SEC eingereicht und die Genehmigung für die NYSE-Arca-Notierung erhalten. Der ursprünglich für den 1. Februar angekündigte Start erfolgte vorzeitig. Grayscale wandelte seinen bestehenden Chainlink Trust in einen ETF um, der seit dem 2. Dezember 2025 unter dem Ticker GLNK handelt. GLNK verzeichnete innerhalb der ersten 48 Stunden Zuflüsse von 64 Millionen US-Dollar.
Gebührenmodelle und Verwahrungsstruktur
Bitwise verzichtet in den ersten drei Monaten vollständig auf Verwaltungsgebühren, solange das verwaltete Vermögen unter 500 Millionen US-Dollar bleibt. Danach beträgt die jährliche Gebühr 0.34 Prozent. Grayscale verlangt ebenfalls keine Gebühren für die ersten drei Monate oder bis das Fondsvermögen 1 Milliarde US-Dollar erreicht. Die reguläre Gebühr liegt bei 0.35 Prozent jährlich.
Coinbase Custody Trust Company verwahrt die LINK-Token für beide ETFs. BNY Mellon übernimmt bei Bitwise die Cash-Verwahrung. Dabei entspricht die institutionelle Infrastruktur den Standards, die bereits bei Bitcoin- und Ethereum-ETFs etabliert wurden.
Bitwise erwähnt in den Unterlagen Staking als sekundäres Anlageziel. Attestant Ltd ist als potentieller Staking-Agent aufgeführt, allerdings sind keine Details zur Umsetzung bekannt. Grayscale hingegen integrierte eine Staking-Komponente in seinen ETF, die zusätzliche Erträge generieren könnte, sobald die regulatorischen Bedingungen dies erlauben. Die Staking-Rewards würden dabei von Drittanbietern verwaltet, während die Assets in Custody-Wallets verbleiben.
Marktposition und institutionelle Akzeptanz
Chainlink verzeichnet eine Marktkapitalisierung von 9.6 Milliarden US-Dollar bei einem Umlaufangebot von 708 Millionen LINK-Token. Das entspricht 71 Prozent des maximalen Angebots von 1 Milliarde Token. Der LINK-Kurs notiert bei 13.61 US-Dollar. Das Netzwerk sichert 69 Prozent des Oracle-Marktes und 84 Prozent des Ethereum-DeFi-Ökosystems ab. Chainlinks Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP) verwaltet über 2.2 Milliarden US-Dollar an Cross-Chain-Werten.
Institutionelle Partnerschaften mit UBS, SWIFT, DTCC und Euroclear positionieren Chainlink als zentrale Infrastruktur für tokenisierte Assets. Branchenprognosen beziffern den Markt für tokenisierte Assets auf 16 Billionen US-Dollar bis 2030. Chainlink Runtime Environment (CRE) ging 2025 live und ermöglicht institutionelle Smart Contracts mit nativer Compliance und Datenschutz.
Chainlink im Altcoin-ETF-Wettbewerb
Mit den beiden LINK-ETFs reiht sich Chainlink in eine wachsende Liste regulierter Altcoin-Produkte ein. Nach der Genehmigung der ersten Bitcoin-Spot-ETFs im Januar 2024 folgten Ethereum-ETFs im Juli desselben Jahres. Solana- und XRP-ETFs erhielten Ende 2025 grünes Licht von der SEC.
Die Chainlink-ETFs unterscheiden sich von anderen Altcoin-Produkten durch den institutionellen Anwendungsfall. Während Solana und XRP primär als Transaktionsnetzwerke positioniert sind, liefert Chainlink Infrastruktur für bestehende Finanzinstitute. SWIFT nutzt das CCIP-Protokoll für Interbanken-Messaging, DTCC testet Chainlink für die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere.
Ausblick für institutionelle Anleger
Die Gebührenstruktur beider ETFs zielt auf schnelles Wachstum des verwalteten Vermögens. Die dreimonatige Nullgebühren-Phase erlaubt institutionellen Anlegern einen kostengünstigen Einstieg. Grayscales GLNK demonstrierte mit 64 Millionen US-Dollar in 48 Stunden die vorhandene Nachfrage.
Für Anleger bieten die ETFs erstmals regulierten Zugang zu Oracle-Infrastruktur. Chainlinks Marktanteil von 69 Prozent im Oracle-Sektor macht LINK zum De-facto-Standard für On-Chain-Datenfeeds. Die Integration in traditionelle Finanzinfrastruktur könnte weiteres institutionelles Interesse wecken, sobald tokenisierte Assets an Bedeutung gewinnen.







