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    Lens Protocol: die dezentrale Alternative für soziale Medien

    Lens Protocol: die dezentrale Alternative zu sozialen Medien

    von Redaktion cvj.ch am 10. November 2022 Blockchain

    Das Lens Protocol wurde Anfang Februar 2022 vom Team des Aave-Protokolls vorgestellt und soll die dezentrale Basis für soziale Interaktionen im Web3 bilden. Profil und Kontakte des Nutzers werden zensurresistent in einem Social Graph abgebildet, wobei Inhalte direkt über die Blockchain monetarisiert werden.

    Das Lens Protocol basiert auf der Polygon-Blockchain und ist kein eigenständiges soziales Netzwerk. Vielmehr ist es ein erlaubnisfreier, zusammensetzbarer und dezentraler Social Graph. Die Idee stammt von Aaves Firmengründer Stani Kulechov und die Smart Contracts wurden vom selben Team entwickelt. Das Protokoll dient als Basis, damit sich Entwickler auf die Schaffung eines sozialen Netzwerks konzentrieren können und nicht auf die Skalierung ihrer Nutzer.

    Dezentralisierter "Social Graph"

    Ein Social Graph verwendet im Allgemeinen eine zentralisierte Graphdatenbank (GDB). Die Graphenstrukturen der bekannten Unternehmen enthalten neben Knoten und Beziehungen diverse andere Eigenschaften, um Profile mit Informationen anzureichern und zu verwerten. Die zentrale Speicherung ermöglicht den Unternehmen, die Profile auszuwerten. Die Vorlieben, das Verhalten auf der Plattform und die Beziehungen erlauben dem Unternehmen die Profile zu monetarisieren, indem personalisierte Werbeanzeigen angezeigt oder gar die angereicherten Benutzerdaten an Drittanbieter veräussert werden.

    Der Benutzer selbst hat keine Kontrolle über seine Daten, geschweige denn über die Bewertungsmechanismen der Plattform und ist vollkommen vom Netzwerk abhängig. Das Lens Protocol verwendet einen dezentralen, quelloffenen und komponierbaren Social Graph. Dieser kann von Urhebern frei verwendet werden, um ihre eigene Social-Media-Plattform im Web3 einzurichten. Die Nutzerprofile werden durch NFTs dargestellt und auf Polygon gespeichert. Zur Zeit wird die plattformübergreifende Interoperabilität durch browserbasierte Wallets erreicht, kompatibel sind unter anderem MetaMask, Gnosis Safe und Argent. Die führende Lens-Anwendung Lenster stellt die Web3-Alternative zu Twitter dar.

    Anzahl der Blockchain-Adressen mit einem Lens-Profil / Quelle: Dune Analytics

    Eine Alternative zu Twitter & Co.

    Beim Lens Protocol werden die wesentlichen Funktionen sozialer Medien im Kontext der Blockchain-Technologie abgebildet und durch die Verwendung von Smart Contracts durchgesetzt. Als Veröffentlichung gelten alle Inhalte, welche von den Autoren, Kuratoren und Nutzern produziert werden. Dazu gehören neben den inhaltlichen Beiträgen auch Kommentare und die sogenannten Mirrors. Die Mirrors sind ähnlich wie Reposts oder Retweets und dienen der Verbreitung der Inhalte. Der "gespiegelte" Beitrag unterliegt dabei den Bedingungen, welche das ursprüngliche Profil vorgegeben hat.

    Features Lens Protocol
    Verschiedene Anwendungen des Lens Protocols / Quelle: Lens

    Wie gewohnt folgen sich die Nutzer, um die Inhalte der Profile zu verfolgen. Damit wird ein Follow NFT geprägt, um die Art und Bedingungen dieser Verbindung zum Profil festzulegen. Das Profil kann dabei eine Gebühr festlegen, welcher der Follower zu begleichen hat, bevor er an die Inhalte des Erstellers gelangt. Die Follow NFTs haben zudem eine eingebaute Governance-Funktion, mit der das Profil leicht Abstimmungen durchführen kann. Dazu muss lediglich ein neuer Smart Contract eingerichtet werden, welcher die entsprechende Schnittstelle bereitstellt, um mit den Besitzern der Follow NFT zu interagieren.

    Ausserdem erhalten die Benutzer mit "Collect" eine Methode, einzelne Beiträge zu sammeln. Auch hier prägen Benutzer die Inhalte mit den vom ursprünglichen Herausgeber festgelegten Bedingungen als NFT. Dies bietet Erstellern einerseits neue Monetarisierungsmöglichkeiten, andererseits können Nutzer der Plattform enger mit ihren Idolen interagieren.

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    Über den Autor

    Redaktion cvj.ch
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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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