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    Crypto Finance, AMINA Bank und Incore Bank verarbeiten erstmals Live-Transaktionen auf Google Cloud Universal Ledger mit AML-Integration.

    Crypto Finance, AMINA und Incore Bank verarbeiten Live-Transaktionen auf Google Cloud Universal Ledger

    von Redaktion cvj.ch am 9. April 2026 Blockchain

    Crypto Finance Group, AMINA Bank und Incore Bank haben den zweiten Schritt ihres Zahlungsinfrastruktur-Piloten auf Google Cloud Universal Ledger (GCUL) abgeschlossen. Die drei FINMA-regulierten Institute verarbeiteten erstmals echte Kundentransaktionen in einer Produktionsumgebung.

    Der Pilot zeigt nahezu sofortige Interbank-Transfers mit integriertem Netting und automatisiertem AML-Screening. Gegenüber dem Proof-of-Concept vom November 2025 markiert der aktuelle Schritt einen konkreten Fortschritt: Das System konsolidiert mehrere Einzeltransfers zu gebündelten Bank-zu-Bank-Clearingoperationen. Compliance-Prüfungen laufen in Echtzeit innerhalb des Transaktionsflusses, nicht nachgelagert. Auffällig ist, dass der gesamte Pilot ohne Stablecoins oder digitales Zentralbankgeld auskommt. Auf dem Ledger bewegt sich ausschliesslich kommerzielles Bankengeld.

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    Wie der Google Cloud Universal Ledger funktioniert

    GCUL ist eine permissioned Layer-1-Blockchain von Google Cloud, die erstmals im März 2025 im Rahmen einer Partnerschaft mit der CME Group öffentlich wurde. Zugang erhalten ausschliesslich verifizierte Institutionen mit KYC-Prüfung. Finanzinstitute benötigen keine eigenen Nodes, sondern verbinden sich über eine einzelne API. Transaktionen werden atomar abgewickelt - sofort und irreversibel.

    Im Pilot agierte Crypto Finance als sogenannter Currency Operator. In dieser Rolle definierte das Unternehmen Governance-Standards, Onboarding-Kriterien und Transaktionsregeln. AMINA Bank und Incore Bank integrierten die neuen Funktionen direkt in ihre regulierten Bankumgebungen. Google Cloud positioniert GCUL als "credibly neutral", da die Infrastruktur keinem direkten Finanzkonkurrenten gehört. Das unterscheidet den Ansatz von proprietären Systemen wie JPMorgans Kinexys.

    Für teilnehmende Banken heisst das: Sie können bestehende Zahlungsinfrastruktur ergänzen, ohne regulatorische Neugenehmigungen einzuholen. Denn der Pilot operiert vollständig innerhalb bestehender AML-Rahmenwerke und verlangt keine neue Geldform.

    Drei FINMA-regulierte Institute mit unterschiedlichen Profilen

    Die Zusammensetzung des Konsortiums ist kein Zufall. Crypto Finance Group gehört seit Dezember 2021 zur Deutsche Börse Group und hält eine FINMA-Lizenz als Securities Firm. Anfang 2025 erhielt das Unternehmen eine der ersten MiCA-Lizenzen in der EU. AMINA Bank, ehemals SEBA Bank, verfügt seit August 2019 über eine FINMA-Banklizenz und unterhält regulierte Niederlassungen in Abu Dhabi, Hongkong, Österreich und Grossbritannien.

    Incore Bank bringt ein anderes Profil ein. Als reine B2B-Transaktionsbank mit Sitz in Schlieren unterhält sie keine Endkundenbeziehungen, sondern bietet White-Label-Banking für Banken, Vermögensverwalter und Fintechs. 2020 war Incore die erste B2B-Bank in der Schweiz mit FINMA-Genehmigung für Digital-Asset-Services. Laut CEO Mark Dambacher lässt sich die Anbindung nahtlos in die offene Plattform integrieren, die Incore für mehrere Banken betreibt. Transaktionen liefen so ohne Auswirkungen auf das Kundenerlebnis.

    Was dabei untergeht: Die Mitteilung vom November 2025 nannte Incore noch nicht als Teilnehmer. Ihr Beitritt erweitert den Piloten um eine reine Infrastrukturbank ohne eigene Endkunden - genau die Art von Institut, das als Multiplikator wirkt.

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    Einordnung im internationalen Wettbewerb

    Der GCUL-Pilot steht nicht isoliert. JPMorgans Kinexys verarbeitet bereits ein annualisiertes Volumen von über einer Billion USD und expandierte im Juni 2025 auf die öffentliche Base-L2-Chain. Allerdings bleibt Kinexys ein proprietäres System, zugänglich nur für JPMorgan-Kunden. Fnality verfolgt einen anderen Ansatz: Das Konsortium von 15 Globalbanken - darunter Goldman Sachs, UBS und Barclays - sichert sich über Zentralbank-Konten ab. Im September 2025 sammelte Fnality insgesamt 136 Millionen USD in einer Series-C-Runde.

    GCUL unterscheidet sich von beiden Modellen. Google ist kein Finanzinstitut und somit kein direkter Wettbewerber der teilnehmenden Banken. Die Plattform emittiert keine eigene Währung. Gleichzeitig senkt der Cloud-basierte Zugang über eine einzige API die technische Einstiegshürde erheblich.

    Für die Schweiz ist der Kontext relevant. SIX betreibt mit SDX bereits die weltweit erste vollständig regulierte digitale Finanzmarktinfrastruktur für Wertpapiere. Im Rahmen von Project Helvetia testeten SNB und BIS echtes Wholesale-CBDC für das Settlement digitaler Wertpapiere auf SDX. Der GCUL-Pilot ergänzt diese Infrastruktur: Er fokussiert auf die Interbank-Zahlungsschicht, nicht auf Wertpapier-Settlement.

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