Wochenrückblick Kalenderwoche 4 – 2021

Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Krypto-Währungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.

Im Dezember schlug US-Finanzminister Steven Mnuchin neue KYC (Know Your Customer) Vorschriften für die Krypto-Industrie vor. Diese gingen weit über die bestehenden hinaus und Börsen sowie andere Dienstleister aus dem Bereich müssten damit eine grosse Menge an Nutzerdaten an das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) weiterleiten. Die neuen Regelungen hätten ausserdem auch selbstverwaltete Wallets betroffen. Der Vorschlag schlug hohe Wellen und es formierte sich ein breiter Widerstand. In über 7’500 Kommentaren äusserten sich Betroffene aus der Branche zum Regulierungsvorschlag. Durch den Administrationswechsel wurde der Vorschlag nun auf Eis gelegt. Die Biden Administration möchte laut einer Ankündigung seinen Beauftragten genügend Zeit geben, um die Regeln zu überprüfen.

Im letzten Jahr hat sich einiges im Regulierungsgebiet von Kryptowährungen getan. Nach langer Zurückhaltung sind insbesondere in den USA massgebende Gesetzesgrundlagen rund um digitale Assets entstanden. Im vergangenen Jahr erhielten US-Banken von der Bankenaufsichtsbehörde Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die Erlaubnis, digitale Vermögenswerte für ihre Kunden zu verwahren, sowie private Stablecoins für Zahlungsabwicklungen zu verwenden. Gleichwohl sind mehrere Behörden in verschiedenen Gebieten aktiv. Die Securities and Exchange Commission (SEC), ist für die Regulierung des Wertschriftenmarktes und für den Anlegerschutz verantwortlich. Im Umgang mit Kryptowährungen trat die Behörde sichtbar im Umfeld der in den Jahren 2017/18 lancierten „Initial Coin Offerings“ (ICO’s) auf. Dabei ging es in erster Linie um die Klassifizierung der ausgegebenen Token, die entsprechend als Wertpapiere eingestuft werden können und damit spezifizierten Prozessen der Kapitalaufnahme unterworfen sind. Während die Entwickler der EOS Blockchain einen Vergleich mit der SEC schlossen, liegt seit Dezember eine Klage gegen das Unternehmen Ripple, die Erschaffer der XRP Token vor. Im Rahmen der letztjährigen CFC Konferenz, konnte CVJ.CH ein Interview mit der SEC Kommissarin Hester M. Peirce führen und die Themen Krypto-Regulierung, Klassifizierung von Wertpapieren sowie die Rolle der USA im internationalen Vergleich besser beleuchten.

Die Kryptobranche ist gewachsen und erste Firmen beabsichtigen einen Börsengang. Mindestens acht Krypto-Unternehmen planen in naher Zukunft ein IPO. Unternehmen aus dem  Miningbereich, sowie einige Kryptobörsen zählen zu den Kandidaten. Der geplante Börsengang des Börsenbetreibers Coinbase wird dabei als prominentester Fall gewertet. Ein „Pre-IPO“ Futures-Kontrakt bewertet diesen mit knapp $75 Milliarden. Die Nachfrage für die grösste US-Kryptobörse scheint gross zu sein. Mit dem Coinbase IPO ist es erstmals einer breiteren Anlegergemeinde möglich, sich im hochprofitablen Bereich des Kryptohandels über Aktien zu beteiligen. Einige der bestehenden Kryptobörsen haben eigene gehandelte Token ausstehend. Diese „Utility Token“ gestatten den Besitzern die Nutzung von Dienstleistungen im entsprechenden Netzwerk. Im Falle der Börsen gewähren sie meist reduzierte Gebühren im Handel mit Kryptowährungen. Da ein Teil dieser Token in Abhängigkeit des Geschäftsgangs jeweils im offenen Markt zurückgekauft und anschliessend vernichtet wird, reduziert sich deren Angebot über die Zeit. Entsprechend besitzen die handelbaren Token einen Marktwert. Im entfernten Sinn weisen sie Merkmale einer Aktie auf. Der Coinbase Börsengang ist hinsichtlich der Bewertung von Kryptobörsen und deren Token ein interessanter Moment.

Ausserdem: Beim Markenschutz handelt es sich um ein philosophisch umstrittenes Thema. Doch auch wenn Gegner von Gesetzen zu geistigem Eigentum eine Grundlage für Stagnation sehen, bildet es ein integraler Bestandteil der Wirtschaft. Für Startups sollte der Markenschutz aus pragmatischer Sicht einen hohen Stellenwert haben. Marken beziehungsweise Firmennamen können sich durch starkes Marketing schliesslich zum wertvollsten Asset einer Firma entwickeln. Pascal Hügli führt durch die Bestandteile einer Marke sowie dessen Nutzen aus Sicht eines Jungunternehmens.


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Selektierte Artikel im Wochenrückblick:

Die erweiterten Regulierungsvorschriften der FinCEN führten in der Krypto-Branche zu breitem Widerstand. Die Biden-Administration verschob das Inkrafttreten des Entscheids vorerst um 60 Tage.

Widerstand gegen erweiterte AML/KYC Regeln der FinCEN


Ein Gespräch mit SEC Kommissarin Hester Peirce über Krypto-Regulierung, Klassifizierung von Wertpapieren und der Rolle der USA im internationalen Vergleich.

SEC Kommissarin Hester Peirce über Krypto-Regulierung in den USA


Einige Krypto-Unternehmen planen im Jahr 2021 einen Börsengang. Mit dem geplanten Börsengang der US Kryptobörse Coinbase wird eine neue Ära der Branche eingeleitet.

Mehrere Krypto-Unternehmen erwägen Börsengang (IPO)


Philosophisch mag das Thema Markenschutz umstritten sein, aus pragmatischer Sicht ist es jedoch essenziell für Unternehmen. Der Stellenwert des Markenschutzes sollte auch im Bereich der Startups nicht unterschätzt werden.

Marken: Eine Sache, die geschützt sein will


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