Wochenrückblick Kalenderwoche 17 – 2021

Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Krypto-Währungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.

Mit der Einführung der Blockchain-Technologie wurde der Werttransfer über das Internet revolutioniert. Fortan sind keine Intermediäre mehr nötig, um Werte von A nach B zu transferieren. Besonders die in die Jahre gekommene internationale Zahlungsinfrastruktur mit ihren verschiedenen involvierten Ebenen kann von der Blockchain profitieren. Entsprechend setzen immer mehr Finanzinstitute auf die Effizienzvorteile der neuen Technologie. Jüngstes Beispiel sind die Grossbanken JPMorgan und DBS, welche sich für ein Digitalisierungsprojekt zusammengeschlossen haben. Mit „Partior“ sollen Reibungen im grenz-überschreitenden Zahlungsverkehr und der Abwicklung von Devisengeschäften bei Handels-transaktionen reduziert werden. JP Morgan viel bereits früher mit einem innovativen Approach gegenüber den neuen Möglichkeiten auf.

Die geplante Einführung einer digitalen Währung gedeckt durch einen diversifizierten Währungskorb durch den Social-Media-Konzern Facebook, schockte Regulatoren und war zugleich ein Weckruf an die Notenbanken, die sich bis anhin nur spärlich mit digitalen Währungen auseinandergesetzt hatten. Aufgrund harscher Kritik von Regulatoren und Vertreter von Zentralbanken stiegen im vergangenen Jahr zahlreiche Gründungsmitglieder aus dem Projekt aus. Nach mehrfacher Revision wurde „Libra“ schlussendlich völlig aufgegeben. Stattdessen wird unter dem Namen „Diem“ ein abgespecktes Projekt in Form von einzelnen Stablecoins verfolgt. Wie private Stablecoins zukünftig neben von Zentralbanken ausgegebenen digitalen Währungen (CBDCs) bestehen werden, wird die Zukunft weisen.

Ethereum, das grösste blockchainbasierte und „smart contract“ fähige Netzwerk, wird zunehmend von etablierten Anbietern genutzt. Seit knapp einem Monat erlaubt Kreditkartengigant Visa Transaktionsabwicklungen auf der öffentlichen Blockchain. Diese Woche wurde bekannt, dass die europäische Investitionsbank (EIB) eine zweijährige Anleihe über 100 Millionen Euro emittiert, welche auf der Ethereum Blockchain geführt wird. Der Verkauf wird von den Investmentbanken Goldman Sachs, Banco Santander und Société Générale begleitet. Vergleichbare Ideen werden von der „Enterprise Ethereum Alliance“ (EEA) bestrebt. Die Organisation ist bemüht, die Adoption der Ethereum-Blockchain bei Fortune 500 Unternehmen voranzutreiben. Zu den Mitgliedern der EEA gehören namhafte Firmen wie Microsoft, Intel, JPMorgan und BP.

Bereits einige Krypto-Börsen haben in den letzten Monaten ihr Produktangebot mit tokenisierten Aktien erweitert. Die Token sind in den meisten Fällen durch hinterlegte Wertpapiere besichert. So repräsentiert die tokenisierte Aktie den Preis eines reellen Anteils. Ein Vorteil eines Aktientoken ist die Möglichkeit der Fraktionierung: Investoren können Bruchteile einzelner Aktien kaufen, was die Eintrittshürde tiefer legt. Vorteilhaft ist zudem die erweiterte Liquidität. Gewisse Krypto-Börsen führen einen 24/7 Handel von Aktientoken. Nutzer werden also nicht von traditionellen Handelszeiten eingeschränkt und Preisfindung geschieht rund um die Uhr. Ein wesentlicher Aspekt der Tokenisierung wird hier bereits greifbar: Vermögenswerte können beliebig tokenisiert und an verschiedentlichen Handelsplätzen gehandelt werden.

Ausserdem: Spendenaktionen mit Kryptowährungen gewinnen an Popularität. Dies liegt unter anderem an leicht ausführbaren Transaktionen auch über Landesgrenzen hinweg. Das jüngste Beispiel ist eine spontan initiierte Spendenaktion für Covid-Hilfe in Indien. Die Kampagne fand rasch Anklang bei der Krypto-Community und innerhalb eines Tages wurden bereits mehrere Millionen gespendet. Das Projekt kommt inmitten regulatorischer Unsicherheit, was Kryptowährungen in Indien betrifft. Die Behörden haben in der Vergangenheit mehrfach Verbote angekündigt und wieder aufgehoben. Unternehmer der Branche könnten die erfolgreiche Spendenaktion nutzen, um eine regulatorische Klarheit im Land voranzutreiben.


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Spendenaktionen mit Kryptowährungen wachsen an Popularität, da landesübergreifende Transaktionen leicht ausführbar sind.

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