Spendenaktionen in Indien mit Kryptowährungen

Spendenaktionen mit Kryptowährungen wachsen an Popularität, da landesübergreifende Transaktionen leicht ausführbar sind. Ein Spendenprojekt für Covid-Hilfe in Indien sammelte innerhalb weniger Tage Beiträge in Millionenhöhe, einige Hürden gibt es jedoch.

Indien, die Nation mit der zweitgrössten Bevölkerung der Welt, leidet aktuell unter einem „Tsunami“ von neuen Covid-Fällen. Das Land verzeichnete am Sonntag knapp 350’000 Erkrankungen, welche die Behörden und Gesundheitseinrichtungen zu bekämpfen haben. Damit meldete Indien den fünften Tag in Folge eine Rekordzahl von Covid-Fällen, wobei die Gesamtzahl 17 Millionen erreichte.

Spendenaktion in Indien

Spontan startete Sandeep Nailwal, Mitgründer des Ethereum-Projekts Polygon, eine Kampagne und bat um Hilfe von der globalen Krypto-Community. Er übernehme die volle Verantwortung für die Transparenz, Mittelverwendung und die Einhaltung der Vorschriften für die Spenden. Denn auch offensichtlich Gutes tun, kann laut ihm von Behörden behindert und verkompliziert werden.

Noch am selben Tag bedankte sich Ethereum-Gründer Vitalik Buterin für die Aktion und veröffentlichte auf seinem Twitter-Profil den Beweis für seine Spende von 100 Ether (ETH) und 100 Maker (MKR). Aktuell handelt es sich dabei um fast 700’000 US-Dollar.

Nach dem Aufruf spendeten viele weitere Persönlichkeiten an den dezentralen Krypto-Fonds, der unter dem Namen #CryptovsCovid ins Leben gerufen wurde. Der Fonds akzeptiert mittlerweile neben Ether (ETH) auch Spenden in Bitcoin (BTC), Dogecoin (DOGE) und diversen anderen Kryptowährungen.

Kryptowährungen in Indien

Indien ist immer noch unentscheiden, was den Status von Kryptowährungen innerhalb des Landes betrifft. Die Behörden schwanken zwischen einem Verbot und einer Legalisierung. Schlisslich hob der Oberste Gerichtshof erst im März 2020 die Beschränkungen auf, welche zuvor von der Reserve Bank of India (RBI) verhängt worden waren. Nach einer Spende von 50’000 Dollar erklärte der ehemalige CTO von Coinbase Balaji Srinivasan, wie Kryptowährungen die aufstrebende Wirtschaft Indiens ankurbeln könnten.

„Heute finanzieren schnelle und transparente Ströme von Krypto nach Indien die COVID-Hilfe. Morgen können wir sie nutzen, um Indiens kleine Unternehmen und Startups zu finanzieren.“ – Balaji Srinivasan, Ex-CTO Coinbase und Krypto-Investor

Insider und Unternehmer haben bei der Regierung bereits viel Lobbyarbeit betrieben, indem sie die wirtschaftlichen Vorteile von Kryptowährungen detailliert darlegten und ausserdem betonten, dass ein Verbot praktisch unmöglich wäre. Indien ist bereits die Heimat mehrerer bemerkenswerter Kryptowährungsunternehmen, welche ein enormes öffentliches Interesse sehen. Heute ist es für Krypto-Börsen möglich, in Indien zu operieren und ein Bankkonto zu beschaffen.

Vorteile und Herausforderungen

Einige sehen es als eine edle Sache und daher als begrüssenswert an. Andere wünschen sich mehr Klarheit über die rechtlichen Aspekte. Offenbar gibt es in Rechtskreisen noch keine Klarheit darüber, wie das Gesetz für Kryptowährungen behandeln wird, weshalb es offen für Interpretationen sein könnte.

Die regulatorischen Vorschriften beziehen sich nicht direkt auf Kryptowährungen, sonder auf gespendete Wertgegenstände im Allgemeinen. In diesem Fall darf nur eine zugelassene Organisation Spendengelder erhalten und verwalten.

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Redaktion cvj.ch

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