Was hat sich diese Woche rund um Blockchain und Kryptowährungen getan? Die relevantesten lokalen und internationalen Geschehnisse sowie ansprechende Hintergrundberichte pointiert und kompakt im Wochenrückblick.
Selektierte Artikel der Woche:
Die Krypto-Börse Kraken hat einen historischen Meilenstein erreicht: Ihre Tochtergesellschaft Kraken Financial erhielt von der Federal Reserve Bank of Kansas City ein sogenanntes Limited Purpose Master Account – und damit als erstes Digital-Asset-Unternehmen direkten Zugang zum Fedwire-Zahlungssystem der US-Notenbank. Konkret kann Kraken künftig Dollar-Transaktionen ohne den Umweg über Korrespondenzbanken abwickeln, was Kosten und Geschwindigkeit deutlich verbessert. Der Weg dorthin war lang: Der Antrag wurde bereits im Oktober 2020 eingereicht, die Genehmigung erfolgte erst diese Woche. Bei dem Konto handelt es sich um eine eingeschränkte Variante ohne Zugang zu typischen Bankprivilegien wie dem Discount Window oder der Verzinsung von Reserven. Der Kontrast zur Ablehnung der Custodia Bank Anfang 2023 zeigt, wie grundlegend sich das regulatorische Klima in den USA gewandelt hat. Drei grosse Bankenlobbys äusserten dennoch unmittelbar Widerstand – die Genehmigung sei vor Abschluss des endgültigen Regelwerks erfolgt. Realistischerweise versuchen die Institute lediglich, sich vor Disruption zu schützen.
Kraken Financial erhält als erste Krypto-Firma einen Fed Master Account und damit direkten Zugang zum Fedwire-Zahlungssystem.
Trump warnt Banken scharf vor Clarity Act-Blockade
Der Digital Asset Market Clarity Act steckt im US-Senat fest – und die amerikanische Bankenbranche trägt massgeblich dazu bei. Im Kern geht es darum, ob Krypto-Börsen Renditen auf Stablecoin-Bestände anbieten dürfen. Der im Juli 2025 unterzeichnete Genius Act verbietet dies für Emittenten, schweigt aber zur Rolle von Intermediären wie Börsen. Coinbase etwa bietet bereits rund 3.5 Prozent auf USDC-Bestände – ein Vielfaches dessen, was US-Sparkonten mit durchschnittlich unter 0.4 Prozent abwerfen. Die Argumentation der Bankenlobby ist dabei aufschlussreich: Das Bank Policy Institute warnte, renditebringende Stablecoin-Produkte könnten Einlagen von bis zu 6.6 Billionen Dollar abziehen. Bank of America CEO Brian Moynihan bezifferte das Risiko auf 30 bis 35 Prozent aller Bankeinlagen. Im Grunde räumt die Branche damit ein, dass ihre eigenen Produkte einem offenen Wettbewerb nicht standhalten würden. US-Präsident Trump warf den Banken daraufhin vor, die Gesetzgebung als Geisel zu halten, und forderte die sofortige Verabschiedung. Auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei 72 Prozent.
Trump warnt US-Banken vor Blockade seiner Krypto-Agenda und fordert schnelle Verabschiedung des Marktstrukturgesetzes „Clarity Act“.
ICE beteiligt sich an Krypto-Börse OKX
Intercontinental Exchange (ICE), der Betreiber der New York Stock Exchange und einer der grössten Börsenbetreiber weltweit, hat eine Minderheitsbeteiligung an der Krypto-Börse OKX erworben – bei einer Bewertung von 25 Milliarden Dollar. Die Partnerschaft geht weit über eine reine Kapitalbeteiligung hinaus: ICE erhält einen Sitz im Board von OKX, während die rund 120 Millionen OKX-Nutzer künftig Zugang zu ICEs US-Futures-Märkten und tokenisierten NYSE-Aktien erhalten sollen. Im Gegenzug liefert OKX Live-Preisdaten für alle gelisteten Kryptowährungen. Für OKX markiert der Deal den Abschluss einer bemerkenswerten Transformation: Noch im Februar 2025 zahlte die Börse eine Strafe von 504 Millionen Dollar an das US-Justizministerium, bevor sie im April 2025 einen regulierten US-Betrieb in San Jose aufbaute. Die Investition reiht sich in einen breiteren Trend ein – der Marktmacher Citadel Securities investierte im November 2025 bereits 200 Millionen Dollar in Kraken, und der Vermögensverwalter BlackRock kooperiert mit der dezentralen Börse Uniswap.
ICE investiert in Krypto-Börse OKX bei einer Bewertung von 25 Milliarden Dollar – die NYSE-Muttergesellschaft plant tokenisierte Aktien.
Nasdaq will Prediction Market-Optionen anbieten
Die US-Technologiebörse Nasdaq hat bei der Börsenaufsicht SEC einen Antrag eingereicht, um sogenannte Outcome-Related Options auf den Nasdaq 100 Index anzubieten – Produkte, die nach dem Prinzip von Prediction Markets funktionieren. Händler kaufen dabei Kontrakte zwischen 0.01 und 1.00 Dollar, wobei der Preis die Markterwartung widerspiegelt. Es ist das erste formale Engagement eines grossen US-Börsenbetreibers in diesem Segment. Der Hintergrund: Prediction Markets haben sich zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Die Plattformen Kalshi und Polymarket erzielten im Februar 2026 ein kombiniertes Monatsvolumen von rund 18.4 Milliarden Dollar – der sechste Rekordmonat in Folge. Entscheidend ist, dass Nasdaq die Kontrakte als Securities-Options unter SEC-Aufsicht notieren will, nicht unter der CFTC wie bisherige Anbieter. Damit wären sie für institutionelle Investoren und regulierte Retail-Broker direkt zugänglich. Auch der Börsenbetreiber Cboe Global Markets plant ähnliche Binäroptionen auf den S&P 500, hat aber noch keinen formalen Antrag eingereicht.
Nasdaq beantragt SEC-Genehmigung für Prediction-Market-Optionen auf den Aktienindex Nasdaq 100 um in den boomenden Markt vorzustossen.
a16z sammelt 2 Milliarden USD für Krypto-Fonds
Ausserdem: Die Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz (a16z) will mit ihrem fünften dedizierten Krypto-Fonds rund 2 Milliarden Dollar einsammeln – ein Closing ist bis Ende des ersten Halbjahres 2026 geplant. Der Fonds ist damit deutlich kleiner als der Vorgänger Fund IV, der 2022 noch 4.5 Milliarden Dollar umfasste. Diese Verkleinerung spiegelt ein verändertes Marktumfeld wider: Bitcoin hat seit seinem Allzeithoch im Oktober 2025 rund die Hälfte seines Wertes verloren. Den Fonds leitet erneut Chris Dixon, der auf kürzere Fundraising-Zyklen setzt und den Fokus ausschliesslich auf Blockchain-Investitionen richtet. Jüngste Investments von a16z umfassen unter anderem 50 Millionen Dollar in das Solana-Staking-Protokoll Jito. Die frühen Fonds lieferten starke Renditen – Fund I aus dem Jahr 2018 erreichte einen Net DPI von 5.4x. Im breiteren Wettbewerb strebt die Risikokapitalgesellschaft Paradigm 1.5 Milliarden Dollar an, erweitert den Fokus allerdings auf KI und Robotik. Der nordamerikanische VC-Markt erreichte 2025 ein Volumen von 280 Milliarden Dollar, ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Grossteil des Krypto-Volumens fliesst allerdings neu in KI-Investitionen.
a16z plant einen fünften Krypto-Fonds über 2 Milliarden Dollar, Chris Dixon setzt auf kürzere Zyklen und reine Blockchain-Investments.







