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    Ripple tritt dem BLOOM-Programm der MAS bei und testet RLUSD als Settlement-Asset im Trade-Finance-Pilot mit dem Singapurer Fintech Unloq.

    Ripple testet RLUSD als Settlement-Asset mit Singapurs Zentralbank

    von Redaktion cvj.ch am 25. März 2026 News

    Ripple hat sich dem BLOOM-Programm der Monetary Authority of Singapore (MAS) angeschlossen. Das Unternehmen testet dort seinen Stablecoin RLUSD als automatisiertes Settlement-Asset für Trade Finance. Operativer Partner ist das Singapurer Fintech Unloq, das Supply-Chain-Finance-Technologie entwickelt.

    Der Pilot verknüpft Handelsdaten direkt mit Zahlungsauslösungen auf dem XRP Ledger. Sobald vordefinierte Bedingungen erfüllt sind, etwa eine Versandverifikation, löst das System RLUSD-Zahlungen automatisch aus. Ziel ist ein schnellerer und transparenterer Abwicklungsprozess für grenzüberschreitende Handelsgeschäfte. Für Ripple ist der Schritt nach Singapur ein weiterer Baustein in einer breit angelegten APAC-Regulierungsstrategie.

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    BLOOM - Singapurs Infrastruktur für tokenisiertes Settlement

    BLOOM steht für Borderless, Liquid, Open, Online, Multi-currency. Die MAS lancierte das Programm am 16. Oktober 2025 mit dem Ziel, grenzüberschreitendes Settlement über tokenisierte Bankverbindlichkeiten und regulierte Stablecoins zu ermöglichen. Es baut auf Project Orchid auf, dem seit 2021 laufenden MAS-Projekt zur Erforschung einer digitalen Singapur-Dollar-Infrastruktur mit über zehn Pilotprojekten.

    Das Programm zählt 16 Teilnehmer. Darunter befinden sich Singapurs vier Grossbanken, JP Morgan, die thailändische Kasikornbank, Circle, Stripe, Coinbase, Anchorage Digital und Standard Chartered. Ripple tritt somit in ein bereits institutionell besetztes Feld ein. BLOOM deckt G10- und asiatische Währungen ab. Zu den Anwendungsfällen zählen Corporate Treasury Management, Trade Finance und sogenannte Agentic Payments, also autonome KI-gesteuerte Zahlungen.

    Das zentrale Prinzip des Programms ist die Wertgleichheit aller Geldformen. Ein Singapur-Dollar entspricht stets einem SGD, ob als traditionelle Bankeinlage, tokenisierte Einlage oder Stablecoin. So soll Vertrauen bei institutionellen Akteuren entstehen. Gleichzeitig gewährleistet der Mechanismus die Interoperabilität zwischen verschiedenen Geldformen innerhalb des Systems.

    Wie der Ripple RLUSD Singapur-Pilot funktioniert

    Im konkreten Pilotprojekt arbeitet Ripple mit Unloq zusammen. Das Fintech liefert die technische Grundlage mit seiner SC+-Plattform. Sie bündelt Handelspflichten, Settlement-Bedingungen und Finanzierungs-Workflows in einer einzigen Ausführungsschicht. Auf dieser Basis löst der XRP Ledger RLUSD-Zahlungen automatisch aus, sobald die hinterlegten Handelsbedingungen verifiziert sind.

    Trade Finance ist traditionell papiergetrieben und langsam. Ein typischer Handelszahlungszyklus dauert Tage bis Wochen, da Dokumente manuell geprüft und Zahlungen separat angestossen werden müssen. Der Pilot soll diesen Zyklus erheblich verkürzen. Bestätigt das System etwa eine Lieferung, fliesst die Zahlung in RLUSD automatisch über den XRP Ledger an den Empfänger.

    Neben Geschwindigkeit verfolgt der Pilot zwei weitere Ziele. Erstens soll er bessere Transparenz über Settlement-Risiko schaffen. Zweitens soll er den Trade-Finance-Zugang für kleinere Unternehmen erleichtern. Denn gerade KMU sind bisher oft von komplexen Handelsfinanzierungsprozessen ausgeschlossen, weil ihnen die Ressourcen für die aufwändige Dokumentation fehlen.

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    Ripples APAC-Strategie gewinnt an Breite

    Der Singapur-Pilot ist Teil einer koordinierten Expansion in der Region Asien-Pazifik. Im Dezember 2025 genehmigte die MAS eine erweiterte Scope of Payment Activities für Ripple Markets APAC, die Singapur-Tochtergesellschaft des Unternehmens. Am 11. März 2026 kündigte Ripple ausserdem die Übernahme von BC Payments Australia an, um eine Australian Financial Services License (AFSL) zu erhalten.

    Die Zahlen belegen den Fokus auf die Region. Ripples APAC-Zahlungsvolumen hat sich im Jahr 2025 nahezu verdoppelt. Weltweit verarbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben 100 Milliarden USD Zahlungsvolumen in 60 Märkten. Insgesamt hält Ripple mehr als 75 regulatorische Lizenzen global. Parallel zum Singapur-Engagement ist das Unternehmen auch an Project Acacia beteiligt, dem Stablecoin-Pilotprojekt der Reserve Bank of Australia. Die APAC-Region entwickelt sich so zum zentralen Wachstumsmarkt für Ripples institutionelles Geschäft.

    RLUSD im Wettbewerb der institutionellen Stablecoins

    Ripple lancierte RLUSD im Dezember 2024 mit Fokus auf institutionelle Nutzung. Der USD-gedeckte Stablecoin erreicht inzwischen eine Marktkapitalisierung von rund 1.5 Milliarden USD. Ripple positioniert sich damit direkt gegen Circle und dessen USDC, der ebenfalls im BLOOM-Programm vertreten ist.

    Die Konstellation innerhalb von BLOOM ist bezeichnend. Während Circle bereits als Gründungsmitglied agiert, muss Ripple seinen Stablecoin nun in einem regulierten Sandbox-Umfeld gegen etablierte Konkurrenten beweisen. Allerdings bietet genau der Trade-Finance-Anwendungsfall eine Differenzierungsmöglichkeit. Wo USDC primär als Zahlungsmittel und Treasury-Instrument positioniert ist, versucht Ripple mit RLUSD eine tiefere Integration in automatisierte Handelsabwicklungsprozesse.

    Für BLOOM selbst ist der Eintritt weiterer Stablecoin-Emittenten ein Signal. Das Programm entwickelt sich zunehmend zum Testfeld dafür, wie tokenisierte Geldformen im grenzüberschreitenden Handel zusammenspielen. Es geht nicht nur um Geschwindigkeit bei der Abwicklung, sondern auch um die Frage, welche Standards sich für programmierbare Zahlungen durchsetzen. Singapur positioniert sich mit BLOOM als Referenzmarkt für tokenisiertes Settlement in Asien.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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