Der Blockchain-Zahlungsanbieter Ripple hat von der luxemburgischen Finanzaufsichtsbehörde Commission de Surveillance du Secteur Financier (CssF) eine vorläufige Genehmigung für eine Lizenz als Electronic Money Institution (EMI) erhalten.
Die vorläufige EMI-Lizenz („Green Light Letter“) bringt Ripple der vollständigen Zulassung näher, die es dem Unternehmen ermöglichen würde, elektronisches Geld auszugeben und regulierte Zahlungsdienstleistungen einschliesslich Stablecoin-basierter Transfers im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anzubieten. Dieser Schritt folgt auf kürzliche Zulassungen im Vereinigten Königreich und ist Teil eines breiteren regulatorischen Expansionsplans mit über 75 globalen Genehmigungen.
Bedeutung der EMI-Vorabgenehmigung
Die vorläufige Zulassung durch die CssF ist kein endgültiger Lizenzerteilungsbescheid, sondern signalisiert, dass Ripple die wichtigen regulatorischen Anforderungen erfüllt hat und auf dem Weg zur vollständigen EMI-Autorisierung ist. Solche Lizenzen sind Voraussetzung dafür, dass Anbieter elektronisches Geld (e-money) ausgeben und Zahlungsdienste im regulierten Finanzmarkt betreiben dürfen. Dies umfasst etwa digitale Wallet-Dienste, Zahlungsschnittstellen und grenzüberschreitende Transfers, die in vielen EU-Mitgliedstaaten bislang durch fragmentierte Regeln erschwert werden.
Ein vollständiger EMI-Status in Luxemburg gilt als besonders strategisch: Aufgrund des EU-Rechtsrahmens MiCA (Markets in Crypto-Assets) können Unternehmen mit einer einzigen EU-Lizenz ihre Dienste in allen 27 EU-Mitgliedstaaten über das sogenannte „Passporting“ anbieten - ohne für jedes Land einzeln separate Genehmigungen einholen zu müssen. Dies schafft für institutionelle Kunden und Finanzpartner erhebliche rechtliche und operative Planungssicherheit.
Erweiterung des europäischen Footprints
Die Luxemburger Genehmigung folgt auf eine kürzlich erteilte EMI-Lizenz und Crypto-Asset-Registrierung im Vereinigten Königreich durch die dortige Financial Conduct Authority (FCA), was zeigt, wie Ripple sein regulatorisches Fundament in mehreren wichtigen Märkten gleichzeitig stärkt. Zusammen mit bestehenden Lizenzen - darunter in den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und weiteren Jurisdiktionen weltweit - baut Ripple eine breit abgestützte Compliance-Infrastruktur auf, die Vertrauen bei Banken, FinTech-Unternehmen und institutionellen Kunden schaffen soll.
Ripple hebt hervor, dass die EU-Regulierung zu den klarsten und umfassendsten weltweit zählt, was es traditionellen Finanzakteuren erleichtert, Blockchain-basierte Zahlungslösungen in den regulierten Betrieb zu überführen. Die Eu-Regeln zu MiCA standen hierbei im Zentrum, da sie den rechtlichen Rahmen für Tokenisierung, Stablecoins und andere digitale Vermögenswerte vereinheitlichen und so Innovations- und Betriebssicherheit bieten.
Für Ripple bedeutet die Nähe zur vollständigen EMI-Zulassung nicht nur die Möglichkeit, regulierte Stablecoin-Zahlungen (etwa mit RLUSD) im EU-Raum anzubieten, sondern auch, seine Cross-Border-Payment-Plattform „Ripple Payments“ als lizenzierte Infrastruktur für Banken, Zahlungsdienstleister und Unternehmen nutzbar zu machen. Langfristig könnte dies die Adoption von Blockchain-basierten Zahlungen im traditionellen Finanzsektor beschleunigen und die Abwicklungskosten und -zeiten im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr senken.








