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    Revolut-Chairman Gilbert besitzt Schweizer Wohnsitz in Zug

    Revolut-Chairman Gilbert besitzt Schweizer Wohnsitz in Zug

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    von Redaktion cvj.ch am 16. Januar 2026 News

    Martin Gilbert, Chairman der Fintech-Firma Revolut, besitzt eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Zug. Dies geht aus lokalen Unternehmensunterlagen hervor, die im Zusammenhang mit der Gründung von "Revolut Swiss NewCo SA" im Dezember 2025 eingereicht wurden.

    Gilbert hat den Verwaltungsratsvorsitz von Revolut seit 2019 inne und bleibt laut informierten Personen steuerlich im Vereinigten Königreich ansässig, ohne Umzugspläne. Die Enthüllung erfolgt vor dem Hintergrund einer breiteren Verlagerung vermögender Briten ins Ausland. CEO Nikolay Storonsky verlegte seinen Wohnsitz im Oktober 2024 nach Dubai. Revolut lehnte eine Stellungnahme zu Gilberts persönlichen Arrangements ab.

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    Schweiz-Geschäft wächst exponentiell

    Revolut verzeichnet in der Schweiz ein aussergewöhnliches Wachstum. Die digitale Bank bedient mittlerweile über 1 Million Privatkunden im Land – etwa jeder sechste Schweizer Einwohner zwischen 20 und 64 Jahren nutzt die App. Im ersten Quartal 2025 verarbeitete die Plattform 53.1 Millionen Transaktionen. Das entspricht nahezu einer Verdoppelung gegenüber den 27.7 Millionen im Vorjahresquartal.

    Das Unternehmen operiert derzeit über seine litauische Banklizenz (Revolut Bank UAB). Zudem unterhält es seit Juli 2024 eine FINMA-autorisierte Repräsentanz namens "Revolut (Switzerland) AG". Rund die Hälfte aller Transaktionen erfolgt inzwischen im Inland. Denn das Wachstum erfolgte ohne grosse Marketingkampagnen, primär durch Mundpropaganda.

    Revolut strebt laut unbestätigten Berichten eine vollständige Schweizer Banklizenz an. Die Gründung der Schweizer Niederlassung könnte damit zusammenhängen. Zudem expandiert die Firma in das Private-Banking-Segment für Kunden mit über 1 Million US-Dollar liquiden Vermögens. Dabei führt sie explorative Gespräche mit Blackstone über eine Vermögensverwaltungspartnerschaft.

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    Zug als Magnet für Fintech- und Krypto-Eliten

    Der Kanton Zug hat sich als "Crypto Valley" mit über 1'100 Blockchain-Unternehmen etabliert. Die Steuerpolitik ist dabei ein wesentlicher Attraktivitätsfaktor: Zug weist eine der niedrigsten Unternehmenssteuerbelastungen der Schweiz auf, erhebt keine Kapitalertragssteuer auf private Krypto-Investitionen und verlangt vergleichsweise moderate Vermögenssteuern. Die Ethereum Foundation und zahlreiche weitere führende Krypto-Institutionen haben dort ihren Sitz.

    Gilbert gründete 1983 Aberdeen Asset Management und führte das Unternehmen 34 Jahre lang bis zur Fusion mit Standard Life im Jahr 2017. Heute ist er auch Verwaltungsratsmitglied beim Schweizer Rohstoffkonzern Glencore. Seine doppelte Residenz – steuerlich UK, physisch teilweise Schweiz – entspricht einem verbreiteten Muster vermögender Geschäftsleute, die internationale Mobilität nutzen.

    Britischer Vermögensabfluss intensiviert sich

    Das Vereinigte Königreich verlor 2024 gemäss Schätzungen 10'800 Millionäre. Das entspricht einem Anstieg von 157 Prozent gegenüber 2023. Für 2025 prognostizieren Analysten 16'500 Abgänge. Auslöser ist die Abschaffung des Non-Dom-Status ab April 2025. Dieser erlaubte vermögenden Ausländern, auf Auslandseinkommen bis zu 15 Jahre keine Steuern zu zahlen. Die Regierung führt zudem höhere Kapitalertragssteuern und Erbschaftssteuern auf weltweite Vermögen ein.

    Allerdings bestreiten Studien die Grössenordnung dieser Exodus-Narrative. Daten der britischen Steuerbehörde HMRC zeigen laut Financial Times: Die Abwanderung liegt im Rahmen offizieller Prognosen. Die Tax Justice Network bezeichnet die Henley-&-Partners-Schätzungen als potenziell "fabriziert". Selbst 16'500 Abgänge machen weniger als 1 Prozent der über 3 Millionen britischen Millionäre aus.

    Finanzministerin Rachel Reeves kündigte dennoch im Januar 2025 in Davos Anpassungen an. Sie habe "Bedenken der Non-Dom-Gemeinschaft angehört". Die Regierung will die Übergangsregelung für die Rückführung von Auslandsvermögen grosszügiger gestalten. Prominente Figuren ziehen gleichzeitig um: Stahlmagnat Lakshmi Mittal (Schweiz/Dubai) und Tech-Unternehmer Herman Narula (Dubai).

    Implikationen für Schweizer Fintech-Standort

    Gilberts Zuger Wohnsitz unterstreicht die Attraktivität der Schweiz als Finanzplatz für internationale Führungskräfte. Für Revolut bietet die Präsenz im Crypto Valley strategische Vorteile: Zugang zu Krypto-Expertise, regulatorische Klarheit durch die FINMA und ein Ökosystem von über 1'100 Blockchain-Firmen. Die mögliche Schweizer Banklizenz würde Revolut ermöglichen, unabhängig von der litauischen Lizenz zu operieren. Folglich könnte die Firma ihr Produktangebot erweitern.

    Die geplante Private-Banking-Sparte und die Blackstone-Gespräche signalisieren eine strategische Verschiebung. Revolut zielt auf vermögendere Kundensegmente. Mit 53.1 Millionen Transaktionen allein im ersten Quartal 2025 verfügt Revolut Schweiz über eine massive Nutzerbasis. Die Kombination aus etabliertem Massenmarkt und aufstrebenden Wealth-Management-Ambitionen positioniert Revolut somit als ernsthaften Herausforderer traditioneller Schweizer Privatbanken.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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