China zensiert Krypto-Suchanfragen

Soziale Medien in China blockieren neuestens Suchergebnisse und sperren die Konten beliebter kryptobezogener Inhaltsersteller. Wenn die Situation anhält, scheint dies der neueste Schritt in Pekings zunehmender Zensur von Kryptowährungsinformationen über das Internet zu sein.

Suchanfragen nach den chinesischen oder englischen Namen von Huobi, Binance und OKEx werden in China seit neuestem zensiert. Die Google-ähnliche Suchmaschine Baidu liefert beispielsweise keine Resultate, wenn nach einer der führenden Kryptobörsen Asiens gesucht wird. Neben weiteren Massnahmen im Bereich des Bitcoin-Minings deutet die Zensur auf ein härteres Durchgreifen Chinas hin.

Krypto-Zensur auf sozialen Medien

Neben Baidu ergreift die Twitter-ähnliche Plattform Weibo ähnliche Massnahmen. Mehr als zwei Dutzend „Krypto-Influencer“ fanden plötzlich ihre Konten gesperrt, was von einigen als eine gezielte Zensurbemühung aufgenommen wurde. Einige betrieben ihre Accounts für knapp acht Jahre ohne jegliche Probleme.

Während die Konten nicht mehr in Suchergebnissen erscheinen, wurden die Beiträge offenbar nicht gelöscht und sind immer noch verfügbar, wenn sie direkt aufgerufen werden. Dies ist der erste bekannte Fall, dass Suchergebnisse und Konten mit Bezug auf den Kryptowährungsraum zensiert werden.

Härteres Durchgreifen Chinas

Es ist nicht bekannt, wann genau die beiden Internetgiganten den Zensurknopf gedrückt haben, aber chinesische Nutzer begannen vor rund einem Tag eine Änderung zu bemerken. Solche Massnahmen kamen kurz nach dem jüngsten hochrangigen Kommentar der chinesischen Zentralregierung über ein hartes Durchgreifen gegen den Bitcoin-Handel und Mining-Aktivitäten.

Zusätzlich zur Selbstzensur, die sich oft auf politisch sensible Inhalte bezieht, nehmen chinesische Internetdienste auch Anweisungen von der Cyberspace Administration of China bezüglich spezifischer Begriffe oder Inhalte entgegen, die in Suchergebnissen gefiltert werden sollen. Scheinbar sind nun die beliebtesten Kryptobörsen Chinas in den Fokus der Social-Media-Giganten geraten. Andere Börsen oder Begriffe wie Bitcoin und Ethereum werden zur Zeit nicht zensiert.

Digitale Zentralbankwährung statt Krypto-Assets

Während die chinesische Regierung gegen den Kryptoraum vorgehen möchte, entwickeln sie eine eigene digitale Zentralbankwährung (CBDC). International arbeiten verschiedene Notenbanken an Projekten, doch Chinas digitaler Yuan ist am fortgeschrittensten. Bereits seit 2014 ist der CBDC in Planung, mit der Coronakrise im März 2020 wurde die Entwicklung weiter vorangetrieben.

Unterdessen wird der digitale Yuan in unterschiedlichen Grossstädten getestet. So beispielsweise in Shenzhen. Token im Wert von 1.5 Millionen US-Dollar wurden dabei an Bewohner verschenkt. Ziel des Pilotprogramms war es, die Verwendung der neuen staatlich unterstützten digitalen Währung zu erhöhen. Seit jüngsten Aussagen der Notenbank soll der digitale Yuan schon bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking für internationale Nutzer einsatzbereit sein.

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