Bitcoin durchbrach am 31. Januar 2026 die psychologisch wichtige Marke von 80'000 USD. Der Kurs fiel auf 78'615 USD, ein Tagesverlust von gut 5 Prozent. Im illiquiden Wochenendhandel am 1. Februar sackte der Preis dann weiter auf unter 76'000 USD ab.
Damit steuert Bitcoin auf den vierten Monatsverlust in Folge zu. Eine solche Serie gab es zuletzt 2018, während des ICO-Crashs. Seit dem Höchststand im vierten Quartal 2025 beträgt der Rückgang rund 40 Prozent. Allein im Januar verlor Bitcoin 6 Prozent. Der Abverkauf erfasst entsprechend den gesamten Krypto-Markt. Ethereum gab 8.5 Prozent ab, Solana 8.2 Prozent. 90 der 100 grössten Token schlossen im Minus, mit durchschnittlich 4.6 Prozent Verlust. Die Gesamtkapitalisierung schrumpfte vom Höchststand um 4.27 Billionen USD auf 2.5 Billionen.

ETF-Abflüsse beschleunigen sich

Der institutionelle Rückenwind, der Bitcoin 2024 und 2025 antrieb, hat sich in Gegenwind verwandelt. US-Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten im Januar 2026 Nettoabflüsse von 1.6 Milliarden USD. Das sind die drittgrössten monatlichen Abflüsse aller Zeiten. Am 30. Januar flossen allein in einer Handelssitzung rund 1 Milliarde USD ab - so viel wie seit August nicht mehr.
Die Dynamik beschleunigte sich im Monatsverlauf. Über fünf aufeinanderfolgende Handelstage summierten sich die Abflüsse auf 1.7 Milliarden USD. Konkret zogen Anleger am 29. Januar 818 Millionen USD aus den Fonds ab. Bereits Anfang Januar löschte eine dreitägige Abfluss-Serie von 1.1 Milliarden USD die Zuflüsse der ersten beiden Handelstage vollständig aus. Denn auch die Vormonate zeigten Schwäche. Im November und Dezember 2025 verliessen insgesamt 4.57 Milliarden USD die Bitcoin-ETFs - ein Rekordwert. Seit Auflegung verzeichneten die Fonds dennoch 55 Milliarden USD an Nettozuflüssen. Trotz der erheblichen Kursverluste flossen seit den Höchstständen nur 13% aus den Produkten ab.
Liquiditätskrise verstärkt den Abwärtsdruck
Die Marktstruktur verschärft den Ausverkauf zusätzlich. Bitcoins Markttiefe liegt über 30 Prozent unter dem Oktober-Höchststand. Die Top-of-Book-Liquidität auf wichtigen Handelsplätzen beträgt nur noch rund 500'000 USD. Gleichzeitig befinden sich Spot-Volumina auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2023.
Diese dünne Liquidität macht den Markt anfällig für kaskadierende Verkäufe. Am 29. Januar löste der Kursrutsch unter 86'000 USD Liquidationen von 570 Millionen USD in 24 Stunden aus. In der heftigsten Stunde des Jahres lösten sich 268 Millionen USD an Positionen auf. Binance und Bybit machten nämlich 65 Prozent aller Liquidationen aus. Als Bitcoin anschliessend unter 76'000 USD fiel, schmolzen sogar 2.4 Milliarden USD an Long-Positionen innert 24 Stunden dahin.
Analysten sprechen daher von einem klassischen Fall, bei dem Phantom-Liquidität auf erzwungene Hebelreduzierung trifft. Im Gegensatz zu früheren Einbrüchen fehlt ein einzelner Auslöser wie der FTX-Kollaps 2022. Stattdessen schwindet die Nachfrage graduell, die Liquidität wird dünner, und Bitcoin entkoppelt sich von den breiteren Märkten.
Warsh-Nominierung und Fed-Politik belasten Risikoassets
Die Geldpolitik liefert dem Krypto-Markt derzeit keine Unterstützung. Am 28. Januar beliess das FOMC den Leitzins bei 3.50 bis 3.75 Prozent. Nur zwei Mitglieder stimmten für eine Senkung. Das Higher-for-longer-Szenario reduziert somit die Erwartungen an aggressive Lockerungen im ersten Halbjahr 2026.
Trumps Nominierung von Kevin Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden erzeugt weiteren Druck. Warsh gilt als Verfechter strafferer Geldpolitik, höherer Realzinsen und einer kleineren Fed-Bilanz. Der Dollar stieg nach der Ankündigung, Bitcoin geriet unter Druck. Allerdings äusserte sich Warsh selbst durchaus konstruktiv zum Krypto-Markt.
Er bezeichnete Bitcoin als ein wichtiges Asset, das signalisiere, wenn Entscheidungsträger Fehler machen. Langfristig könnte eine hawkishe Fed-Führung die Krypto-Narrative sogar stärken - besonders für Bitcoin als Absicherung gegen zentralisierte Geldkontrolle. Kurzfristig hingegen dominiert die Angst vor weiter restriktiver Politik.








