Bitcoin verlor im frühen asiatischen Handel am Montag bis zu 4.8 Prozent und fiel auf rund 64'300 USD. Das ist der tiefste Stand seit Anfang Februar. Ethereum gab 5.2 Prozent ab, kleinere Altcoins noch deutlich stärker. Insgesamt verlor der Krypto-Markt innerhalb von 24 Stunden weitere 100 Milliarden USD an Wert.
Auslöser ist die jüngste Eskalation in der US-Handelspolitik. Präsident Donald Trump erhöhte am Sonntag die angekündigten globalen Zölle von 10 auf 15 Prozent. Die neuen Abgaben treten am 24. Februar um 00:01 Uhr ET in Kraft. Neben Krypto-Assets gerieten auch US-Dollar, S&P-500-Futures (minus 0.8 Prozent) und Nasdaq-100-Futures (minus 1 Prozent) unter Druck.
Supreme Court stoppt Trumps Zölle, Trump weicht auf neues Gesetz aus
Der Hintergrund: Am 20. Februar entschied der US Supreme Court mit 6 zu 3 Stimmen, dass Trumps pauschale Zölle unter dem IEEPA verfassungswidrig sind. Chief Justice John Roberts formulierte unmissverständlich: "IEEPA autorisiert den Präsidenten nicht, Zölle zu erheben." Die Besteuerungsmacht liege beim Kongress.
Trump bezeichnete das Urteil als "lächerlich, schlecht geschrieben und ausserordentlich anti-amerikanisch". Denn statt einzulenken, wechselte er die rechtliche Grundlage. Konkret berief er sich auf Section 122 des Trade Act von 1974. Dieses Gesetz erlaubt Zölle von maximal 15 Prozent für eine Dauer von 150 Tagen, sofern der Kongress nicht verlängert. Kein US-Präsident hat Section 122 zuvor genutzt.
Die rechtliche Auseinandersetzung dürfte allerdings weitergehen. Bis Dezember 2025 hatte die US-Regierung rund 133 Milliarden USD aus den vorherigen Zöllen eingenommen. Gleichzeitig haben über 1'000 Importeure Klagen auf Rückerstattung eingereicht. Die neue Rechtsgrundlage ist ebenfalls ungetestet und könnte vor Gericht angefochten werden.
ETF-Investoren ziehen Milliarden ab
Die zwölf US-gelisteten Spot-Bitcoin-Fonds verzeichneten ihre fünfte aufeinanderfolgende Woche mit Netto-Abflüssen. So lang war die Abfluss-Serie zuletzt im Februar 2025. In diesen fünf Wochen zogen Investoren 3.8 Milliarden USD ab. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste entsprechend auf etwa 4.5 Milliarden USD.
Selbst die grössten Fonds bleiben nicht verschont. BlackRocks IBIT verzeichnete am 18. Februar allein 84.2 Millionen USD an Abflüssen, Fidelitys FBTC weitere 49 Millionen. Die verwalteten Vermögen aller Bitcoin-ETFs liegen bei 83.6 Milliarden USD - das entspricht 6.3 Prozent der gesamten Bitcoin-Marktkapitalisierung. Institutionelle Anleger reduzieren damit aktiv ihre Krypto-Exposition.
Zwei Billionen Dollar seit dem Allzeithoch vernichtet
Bitcoin erreichte am 6. Oktober 2025 ein Allzeithoch über 126'000 USD. Damals trieben Hoffnungen auf eine krypto-freundlichere Trump-Administration die Kurse. Seitdem ist Bitcoin um fast 50 Prozent gefallen. Der gesamte Krypto-Markt schrumpfte von einem Rekord bei 4.4 Billionen USD um 44 Prozent auf rund 2.3 Billionen USD. Das entspricht einem Rückgang von etwa 2 Billionen USD.
Anfang Februar 2026 löschte Bitcoin die verbleibenden Gewinne seit Trumps Wiederwahl im November 2024 vollständig aus. Die aktuelle Korrektur unterscheidet sich dennoch vom FTX-Zusammenbruch 2022: Keine grossen institutionellen Krypto-Firmen sind gescheitert. Börsen, Custody-Services und Blockchain-Netzwerke funktionieren weiterhin. Analysten sprechen daher von einer Vertrauenskrise statt einem systemischen Versagen.

Der Crypto Fear & Greed Index fiel auf 9. Das ist der tiefste Stand seit Juni 2022, als der Zusammenbruch von Terra/Luna und Three Arrows Capital die Branche erschütterte. Besonders kleinere Token traf es hart.








