Interview mit Rudy Suter, Strategieberater für digitale Vermögenswerte InCore Bank

Die 2007 gegründete InCore Bank ist eine One-Stop-Business-to-Business-Transaktionsbank, die Banken, Wertpapierhändlern, Vermögensverwaltern und Fintech-Unternehmen Transaktions- und Outsourcing Dienstleistungen anbietet. Was das genau bedeutet, erklärt Rudy Suter.

Als Schweizer Unternehmen mit einer Bank- und Effektenhändlerlizenz bietet die InCore Bank ein umfassendes und modulares Dienstleistungsangebot. Dieses umfasst das Transaction Banking für traditionelle und digitale Vermögenswerte, Business Process Outsourcing (Middle- und Back-Office-Tätigkeiten) sowie Outsourcing von Banken-IT-Lösungen, Compliance und andere Dienstleistungen.

CVJ: Was macht die InCore Bank eigentlich?

Rudy Suter: Die 2007 gegründete InCore Bank ist eine One-Stop-Business-to-Business-Transaktionsbank, die Banken, Wertpapierhändlern, Vermögensverwaltern und Fintech-Unternehmen erstklassige Transaction-Banking- und Outsourcing-Dienstleistungen anbietet.

Als Schweizer Unternehmen mit einer Bank- und Effektenhändlerlizenz bietet InCore Bank ein umfassendes und modulares Dienstleistungsangebot an. Dieses umfasst das Transaction Banking für traditionelle und digitale Vermögenswerte, Business Process Outsourcing (BPO; Middle- und Back-Office-Tätigkeiten) sowie Outsourcing von Banken-IT-Lösungen, Compliance und weitere Dienstleistungen.

Dieses Angebot ermöglicht es Finanzinstituten, die Komplexität zu reduzieren und sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Nun hat InCore Bank angekündigt, ihr Dienstleistungsangebot um digitale Vermögenswerte zu erweitern. Was steckt dahinter?

Unser Anliegen war stets, die Wertschöpfungskette aufzubrechen und Dienstleistungen wie Transaction-Banking, beispielsweise die Ausführung von Kundenaufträgen im globalen Brokerage-Geschäft, als Stand-alone Angebot zu offerieren.

Vor knapp einem Jahr hat nun der Verwaltungsrat eine neue Strategie verabschiedet, welche unsere Aktivitäten im Rahmen traditioneller Vermögenswerte neu auf digitale Vermögenswerte überträgt.

Die neue Strategie ruht im Wesentlichen auf drei Säulen: Kryptowährungen, Tokenisierung und Blockchainanwendungen.

Was können Sie uns über diese drei Säulen sagen?

Nun, die erste Säule, Kryptowährungen, bietet unseren B2B-Kunden im Wesentlichen den Handel mit Kryptowährungen, die Verwahrung dieser Vermögenswerte sowie die damit verbundenen Ein- und Ausbuchungen. InCore Bank bietet das in einer vollintegrierten Lösung an, mit Verbuchung bis ins Core-Bankingsystem und die Vermögensausweise. Diese erste Phase ist abgeschlossen, das heisst wir sind einsatzbereit, die Einrichtung ist abgeschlossen und wir nehmen die formelle Geschäftstätigkeit in diesem Bereich nun auf.

Die zweite Säule ist die Tokenisierung von Vermögenswerten. Natürlich können wir auch  traditionelle Vermögenswerte wie Aktien und Anleihen in Token umwandeln, doch strategisch werden wir uns auf die Umwandlung nicht bankfähiger Vermögenswerte in Token konzentrieren.

Und schliesslich die Automatisierung von Prozessen auf der Blockchain, was im Grunde genommen nie aufhört und die Effizienz unserer Operationen erhöhen soll.

Welche Vermögenswerte werden in Token umgewandelt?

Wie ich bereits sagte, können wir durchaus Aktien und Anleihen in Tokens umwandeln, aber darauf konzentrieren wir uns nicht. Der traditionelle Markt ist bereits recht effizient.

Stattdessen fokussiert InCore Bank auf nicht bankfähige Vermögenswerte und wandelt sie in bankfähige Vermögenswerte um. So erschliessen wir diese einst unzugänglichen Assets über unsere Kundenbanken einem grösseren Kreis von Investoren.

Können Sie hierzu Beispiele geben?

Wenn ein grosser Immobilienentwickler einen Mehrfamilienhauskomplex oder einen  Geschäftskomplex monetarisieren möchte, könnte er dies nun in tokenisierter Form tun. Auf der Käuferseite wäre dann nicht wie üblich ein einzelner Käufer oder ein kleines Konsortium, sondern eine breite Investorengruppe. Die Zusammenstellung dieser Investorengruppe kann dann im Laufe der Zeit durchaus ändern, beispielsweise wenn diese Token an einer Börse gehandelt werden können.

Andere Anwendungsfälle könnten Banken sein, die Hypotheken oder sonstige Kredite in Token umwandeln, um sie aus der Bilanz zu entfernen. Oder Kunstsammler, die Teile Ihrer Schätze weiterverkaufen wollen.

Worauf konzentrieren sich ihre Bemühungen nun?

Wir betreuen traditionell Privatbanken. Somit liegt uns am Herzen, dass diese Privatbanken ihren Wert weiter steigern können, und das tun sie einerseits über Zuwachs bei den verwalteten Vermögen und andererseits mit der Generierung neuer Ertragsquellen.

Wenn die Privatbanken also beispielsweise bisher nicht bankfähige Anlagen zu den verwalteten Vermögen hinzufügen können und dabei für ihre eigenen Kunden echten Mehrwert schaffen, dann ist das ein enormer Pluspunkt für sie und stärkt so die Zusammenarbeit mit uns.

 

 

Rudy Suter ist seit 2019 für InCore Bank tätig und prägt als Strategy Advisor Digital Assets den Weg des B2B-Dienstleisters in eine neue digitale Banking Ära. Nach einer akademischen Karriere als Ausbilder war er über 30 Jahre in verschiedenen leitenden Positionen im Investment Banking und Wealth Management tätig. Zudem verfügt er über eine mehr als 20-jährige Erfahrung an internationalen Finanz- und Börsenplätzen.

 

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