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    Coinbase trägt den Kompromiss zu Stablecoin-Rewards mit. Damit ebnet sich der Weg zum Senatsausschuss-Markup des CLARITY Act.

    Krypto-Branche knickt ein: Coinbase geht CLARITY-Act-Kompromiss ein

    von Redaktion cvj.ch am 4. Mai 2026 News

    Die US-Senatoren Thom Tillis (R-NC) und Angela Alsobrooks (D-MD) legten am 1. Mai 2026 einen biparteiischen Kompromisstext vor, der die umstrittene Stablecoin-Rewards-Bestimmung des CLARITY Act adressiert. Die Krypto-Börse Coinbase signalisierte nun ihre Zustimmung.

    Im Januar 2026 hatte der Rückzug des Konzerns das ursprüngliche Ausschuss-Markup gestoppt. Damit löst sich nun eine politische Blockade, die das wichtigste US-Marktstrukturgesetz für digitale Vermögenswerte seit Monaten ausgebremst hat. Polymarket-Händler bezifferten die Wahrscheinlichkeit einer CLARITY-Act-Verabschiedung 2026 nach dem Kompromiss auf 64% - ein Anstieg von 15 Prozentpunkten innerhalb von 24 Stunden. In den kommenden Wochen dürfte über ein Senate-Banking-Committee-Markup über die finale Version des Gesetzes abgestimmt werden.

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    Was der Kompromisstext regelt

    Der neue Abschnitt "SEC 404. Prohibiting interest and yield on payment stablecoins" verbietet Krypto-Firmen ausdrücklich bestimmte Rewards. Die Klausel zielt auf Vergütungen, die "ökonomisch oder funktional äquivalent zur Zahlung von Zinsen oder Rendite auf einem zinstragenden Bankdeposit" sind. Damit übernimmt der Senat die Linie der Bankenlobby, die seit Monaten auf eine harte Trennung zwischen Stablecoin-Erträgen und klassischen Bankzinsen drängt. Die American Bankers Association hatte vor passiven "kaufen und halten"-Renditen gewarnt, die Bankdepositenkunden abwerben könnten.

    Erlaubt bleiben aktivitätsbasierte Rewards, also Vergütungen, die an die tatsächliche Plattformnutzung gebunden sind. Der Gesetzestext spricht von "bona fide activities". Konkret wechselt das Vergütungsmodell von "kaufen und halten" zu "kaufen und nutzen". Regulatoren müssen zudem ein neues Stablecoin-Offenlegungsregime und eine Liste zulässiger Reward-Aktivitäten erarbeiten.

    Faryar Shirzad, Chief Policy Officer von Coinbase, fasste das Ergebnis auf X zusammen:

    The final rewards text in the CLARITY Act is now public.

    We’ve been clear throughout this process: much of this debate was based on imagined risks, not real evidence, nor was it based on a real understanding of how crypto actually works.

    Nevertheless, the crypto industry showed… https://t.co/XoQ7Zp1Y39

    — Faryar Shirzad 🛡️ (@faryarshirzad) May 1, 2026

    Warum der Deal für Coinbase entscheidend ist

    Coinbase erzielte 2025 mit Stablecoin-Aktivitäten USD 1.35 Milliarden Umsatz, rund 20% der Nettoeinnahmen. Massgeblich treibt das USDC-Rewards-Partnerprogramm mit Circle diesen Posten. Eine pauschale Untersagung sämtlicher Rewards hätte diese Ertragssäule unmittelbar getroffen. Genau deshalb zog Coinbase im Januar 2026 die Unterstützung für die ursprüngliche CLARITY-Act-Fassung zurück und brachte das geplante Markup zum Stillstand.

    Die jetzige Einigung verschiebt das Modell, ohne es zu zerstören. Aktivitätsbasierte Rewards bleiben möglich, sofern sie an konkrete Plattformnutzung geknüpft sind. Coinbase muss ihr USDC-Programm zwar anpassen, behält aber den regulatorischen Spielraum, Nutzer für Handel, Staking-ähnliche Aktivitäten oder Abwicklungsleistungen zu vergüten. Circle-CEO Jeremy Allaire bezeichnete die Einigung als Gewinn für die gesamte Digital-Asset-Industrie.

    Während die Coinbase-Aktie nur leicht zulegte, hatte eine gescheiterte Kompromissversion im März 2026 die Circle-Aktie an einem Tag 20% gekostet. Die verhaltene Reaktion deutet darauf hin, dass Investoren den politischen Pfad noch nicht als gesichert ansehen. Der Crypto Council for Innovation unterstützt den Kompromiss. CCI-CEO Ji Hun Kim warnte allerdings vor weitreichenden Folgen, denn die neue Sprache gehe über die Beschränkungen des GENIUS Act von 2025 hinaus.

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    Krypto-Branche akzeptiert Bankenklausel

    Politisch markiert die Einigung einen Rückzug der Krypto-Branche. Coinbase hatte das Senate-Banking-Markup im Januar 2026 mit der Position "kein Gesetz sei besser als ein schlechtes" gestoppt. Vier Monate später trägt der Konzern jenen Kompromiss mit, gegen dessen Kerngedanken er sich zuvor gestemmt hatte. Den Ausschlag gab die Furcht vor einem verlorenen Gesetzgebungsfenster.

    Senatorin Cynthia Lummis warnte am 11. April 2026, ohne Markup bis Ende April drohe eine Verschiebung bis 2030. Die Deadline verstrich ergebnislos, und Ende April fielen die Polymarket-Wahrscheinlichkeiten auf 47%. Damit setzt die Bankenlobby ihre Klausel durch, während die Krypto-Branche eine Schwächung ihrer Lieblingsbestimmung akzeptiert. Das Alternativszenario wäre ein verlorenes Gesetzgebungsfenster bis nach den Midterms im November 2026 gewesen.

    Verbleibende Hürden bis zur Unterschrift

    Der GENIUS Act, von Präsident Donald Trump am 18. Juli 2025 unterzeichnet, verbot Stablecoin-Emittenten Zinszahlungen, liess aber eine Lücke für Exchanges und verbundene Plattformen offen. Genau diese Lücke schliesst der CLARITY Act nun mit Section 404. Daneben klärt der Entwurf die Aufsichtsverantwortung zwischen SEC und CFTC, regelt die Token-Klassifizierung und führt DeFi-Schutzbestimmungen ein.

    Ungeklärt bleiben die Ethik-Bestimmungen zu Regierungsbeamten, die direkt auf Trump und seine Familie zielen, sowie Detailregeln zu DeFi und illegalen Finanzströmen. Senator Tillis, der nicht zur Wiederwahl antritt, drängt besonders auf die Ethik-Klausel. Senator Bernie Moreno erwartet die Verabschiedung bis Ende Mai 2026. Vor der Präsidentenunterschrift muss das Gesetz die 60-Stimmen-Hürde im Senat nehmen, mit dem Agriculture Committee abgeglichen und mit der Repräsentantenhausversion harmonisiert werden. Dank dem Kompromiss erscheint eine Verabschiedung des CLARITY Act wieder wahrscheinlicher.

    Wetten zum CLARITY Act durch Polymarket-Händler / Quelle: Polymarket
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    Redaktion cvj.ch

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