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    Im Juni 2024 ist sie im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden, eine der bislang grössten Veränderungen der Regulierungslandschaft für Finanzdienstleistungen.

    Die neue EU-AMLR: Verschärfte KYC-Pflichten für Krypto-Dienstleister und das Ende manueller Prüfungen

    von Redaktion cvj.ch am 12. August 2026 Advertorial

    Im Juni 2024 ist sie im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden, eine der bislang grössten Veränderungen der Regulierungslandschaft für Finanzdienstleistungen.

    Gemeint ist die Anti-Geldwäscheverordnung, kurz AMLR. Im Juni 2024 wurde die Anti-Geldwäscheverordnung (AMLR, Regulation (EU) 2024/1624) im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und ist seit dem 9. Juli 2024 in Kraft. Ab dem 10. Juli 2027 gilt sie als unmittelbar anwendbare Verordnung in allen EU-Mitgliedstaaten und ersetzt den bisherigen, fragmentierten Richtlinienansatz. Ziel ist ein einheitlicher Rechtsrahmen, der die europäischen Märkte und die Bevölkerung wirksam vor Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung schützt.

    Dieser einheitliche Ansatz bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität ist für viele Finanzinstitute, FinTechs und Kryptodienstleister eine enorme Compliance-Herausforderung. KYC bildet künftig nur noch den Einstieg in eine weitergehende Customer‑Due‑Diligence: Neben der reinen Identifikation und Verifikation von Kunden und wirtschaftlich Berechtigten verlangt die AMLR eine risikoorientierte Beurteilung, laufende Überwachung der Geschäftsbeziehung und eine revisionssichere Dokumentation aller Prüfschritte. Die bisherigen, punktuellen Identitätsprüfungen entwickeln sich zu datenintensiven, kontinuierlich fortgeschriebenen CDD‑Prozessen.

    Finanzdienstleister stehen damit vor der Aufgabe, ihre Prüf- und Identifizierungsprozesse an strengere europäische Standards auszupassen.

    AMLR und MiCAR verschärfen den europäischen Compliance-Standard

    Die AMLR ist das operative Herzstück des neuen EU‑AML‑Pakets und definiert, wer verpflichtet ist und welche Customer‑Due‑Diligence‑Pflichten (CDD) künftig europaweit gelten. MiCAR (Regulation (EU) 2023/1114) schafft ergänzend einen harmonisierten Rechtsrahmen für Krypto‑Assets und Kryptodienstleister. Zusammen führen beide Regelwerke zu deutlich verschärften Compliance‑Vorgaben: Kryptodienstleister müssen ihre KYC‑ und UBO‑Prüfprozesse so ausrichten, dass sie sowohl den Anforderungen des Single Rulebook (AMLR) als auch den spezifischen MiCAR‑Pflichten gerecht werden.

    Beide Vorgaben sind dabei nicht nur tiefgreifend, sondern auch datenintensiv. Manuelle Identifikationsprozesse sind in Zukunft weder skalierbar noch können sie revisionssicher dargestellt werden.

    Um die strengen Compliance-Pflichten dennoch zu erfüllen, benötigen Banken, FinTechs sowie Kryptodienstleister künftig vollautomatisierte, medienbruchfreie und vor allem rechtssichere Systeme. Deren Integration ist nicht nur eine strategische Chance zur Modernisierung, sondern auch zur Harmonisierung der unternehmenseigenen Identitätsprüfungsprozesse.

    Die Ermittlung wirtschaftlich Berechtigter nimmt an Komplexität zu

    Die Fälle von Geldwäsche befinden sich in der Europäischen Union seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau. Daher wurden bereits im Jahr 2024 EU-weite Massnahmen zur Eindämmung der Finanzkriminalität beschlossen.

    Ab dem 10. Juli 2027 führt die AMLR eine EU‑weit einheitliche Obergrenze von 10.000 Euro für Bargeldzahlungen bei Personen ein, die mit Waren handeln oder Dienstleistungen erbringen. Mitgliedstaaten können niedrigere Grenzen festlegen oder beibehalten. Einzahlungen und Abhebungen bei Kreditinstituten werden von dieser Obergrenze nicht erfasst, unterliegen aber weiterhin den allgemeinen Sorgfaltspflichten.

    Ein weiterer Kernpunkt der neuen Regelungen ist eine umfassende Identifizierung und Überprüfung der sogenannten UBOs. Das Kürzel steht für Ultimate Beneficial Owners und meint die wirtschaftlich Berechtigten. Also jene Personen, auf deren Veranlassung eine Geschäftsbeziehung begründet oder eine Transaktion durchgeführt wird.

    Insbesondere bei mehrstufigen Beteiligungsstrukturen, internationalen Holdinggesellschaften oder komplexen Unternehmensgeflechten ist eine oberflächliche Prüfung längst nicht mehr ausreichend. Stattdessen müssen Finanzunternehmen aller Art:

    • Eigentums- und Kontrollstrukturen vollständig nachvollziehbar aufzeigen
    • indirekte Beteiligungen analysieren
    • sämtliche unternehmensrelevante Informationen belastbar dokumentieren

    Diese Anforderungen gehen weit über die Auswertung eines Handelsregisterauszugs hinaus. Eine nachvollziehbare und rechtssichere Dokumentation erfordert stattdessen die Datenverknüpfung unterschiedlicher Register, Unternehmensunterlagen sowie interner und externer Informationsquellen.

    Nur durch diese umfassende Belegung lassen sich tatsächliche Kontrollverhältnisse zweifelsfrei feststellen.

    Zudem setzen die neuen europäischen Vorgaben eine revisionssichere Dokumentation sämtlicher Prüfschritte voraus. Entscheidungen müssen jederzeit gegenüber den zuständigen Aufsichtsbehörden nachvollziehbar begründet werden können.

    Allerdings können sich die geforderten Regularien bei Finanzdienstleistern schnell negativ auf die Conversion-Rate im Onboarding der Kunden auswirken.

    Denn sind interne Prozesse langwierig, kompliziert oder schlicht nicht nachzuvollziehen, erhöht sich das Risiko, dass die Nutzer etwa den Registrierungs- oder Asset-Erwerbsprozess bei einem Online-Finanzdienstleister abbrechen. Für die betroffenen Kunden ist das ein Ärgernis. Für das Finanzunternehmen ein finanzieller Verlust sowie auf längere Sicht ein Imageschaden.

    Umfang und Tiefe der KYC-Prüfungen steigen europaweit an

    Vor allem mit der AMLR weiten sich die KYC-Pflichten für Finanzunternehmen europaweit erheblich aus. Die Customer Due Deligence entwickelt sich von einer punktuellen Identitätsprüfung zu einem datenintensiven Prüfprozess, der eine Vielzahl von Informationen über Kunden, Unternehmensstrukturen und wirtschaftlich Berechtigte zusammenführt.

    Für CEOS, Compliance-Officer sowie deren Mitarbeiter bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand in Sachen Recherche, Prüfung und Dokumentation.

    Noch anspruchsvoller wird diese Entwicklung durch die Kombination mit MiCAR. Denn Kryptodienstleister agieren häufig grenzüberschreitend. Schliesslich betreuen sie in vielen Fällen internationale Unternehmenskunden. Dementsprechend müssen sie hohe regulatorische Anforderungen innerhalb kurzer Onboarding-Zeiten erfüllen.

    Die lückenlose Identifizierung aller wirtschaftlich Berechtigten wird darum zu einer zentralen Voraussetzung für rechtskonforme Geschäftsprozesse. Manuelle Prozesse sind jedoch nicht länger skalierbar.

    Manuelle Identifikationsprozesse gelangen endgültig an ihre Grenzen

    Nicht nur die enorme Datenmenge, auch die zunehmende Komplexität der Prüfpflichten macht deutlich: Manuelle KYC-Prozesse reichen in Zukunft nicht mehr aus. Denn die händische Auswertung von Registerinformationen, Organigrammen oder Gesellschafterlisten nimmt viel Zeit in Anspruch. Gleichzeitig erhöht sich die Fehleranfälligkeit.

    Zusätzlich muss jeder manuelle Bearbeitungsschritt ausführlich und nachvollziehbar dokumentiert werden. Auch dadurch entsteht ein hoher Zeit- und Organisationsaufwand. Je komplexer dabei eine Unternehmensstruktur ausfällt, desto komplizierter kann es werden, sämtliche Entscheidungen konsistent und revisionssicher festzuhalten.

    Steigen die Kundenzahlen in die Höhe, lassen sich solche Prozesse für FinTechs und Kryptodienstleister weder wirtschaftlich noch organisatorisch skalieren. Verlängern sich die Bearbeitungszeiten, drohen nicht nur höhere Prozesskosten. Auch die Effizienz sinkt.

    Insbesondere für wachsende Unternehmen und Startups kann der interne Aufbau einer AMLR-konformen Infrastruktur daher zu einer unüberwindbaren Hürde werden. Um das immense regulatorische Haftungsrisiko der neuen EU-Geldwäscheverordnung zu minimieren und global skalierbar zu bleiben, lagern immer mehr Krypto-Institute die hochkomplexen Onboarding- und Prüfprozesse über KYC as a Service an spezialisierte B2B-Dienstleister aus.

    Compliance und Kundenerlebnis dürfen sich nicht widersprechen

    Die strengeren Compliance-Regularien der EU führen für FinTechs und Kryptodienstleister zu einem immer stärker hervortretenden Zielkonflikt. Auf der einen Seite verlangen die AMLR sowie MiCAR eine immer tiefere Prüfung der Kunden und deren Eigentümerstrukturen. Auf der anderen Seite sind Nutzer inzwischen vollständig digitale Prozesse gewöhnt, die sie innerhalb weniger Minuten abschliessen können.

    Mit jeder Nachforderung von Dokumenten, jedem Medienbruch und jeder zusätzlichen manuellen Prüfung steigt das Risiko, dass potenzielle Kunden den Onboarding-Prozess vorzeitig abbrechen. Für Finanzdienstleister aller Art ist das ein Problem. Denn sinkt die Conversion-Rate, wirkt sich diese Entwicklung unmittelbar auf das Wachstum und auf die Wettbewerbsfähigkeit von Banken, FinTechs und Kryptodienstleistern aus.

    Eine moderne Compliance-Strategie muss daher nicht nur regulatorisch belastbar sein. Sie muss gleichzeitig dazu in der Lage sein, ein sowohl schnelles als auch komfortables Kundenerlebnis zu schaffen.

    Vollautomatisierte KYC-Prozesse werden zum wesentlichen Wettbewerbsfaktor

    Die logische Konsequenz aus den neuen EU-weiten regulatorischen Anforderungen: der Einsatz vollautomatischer und medienbruchfreier Identifizierungslösungen.

    Dabei werden nicht nur personenbezogene Daten automatisiert erfasst. Es werden ebenfalls Plausibilitätsprüfungen durchgeführt, Informationen mit relevanten Datenquellen abgeglichen und sämtliche Prüfschritte revisionssicher dokumentiert.

    Technologien wie das Auslesen der eID, QES-Verfahren (Qualifizierte Elektronische Signaturen) sowie automatisierte UBO- und Registerprüfungen ermöglichen die effiziente Umsetzung der komplexen Compliance-Anforderungen der AMLR, ohne dabei die Conversion-Rate im digitalen Kunden-Onboarding negativ zu beeinflussen.

    Für Banken, FinTechs und Kryptodienstleister wird AMLR‑konforme KYC‑Automatisierung damit zum doppelten Schlüsselthema: Sie reduziert regulatorische Haftungsrisiken und bildet zugleich die Grundlage für schnelle, friktionsarme Onboarding‑Prozesse mit hoher Conversion‑Rate. Institute, die ihre Identifizierungsprozesse frühzeitig auf das neue Single Rulebook ausrichten, verschaffen sich einen deutlichen Vorsprung – sowohl gegenüber der Aufsicht als auch im Wettbewerb um digitale Kundenerlebnisse.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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