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    Strategy verankert mit dem Digital Credit Framework eine USD-Reserve von 2.55 Mrd. und genehmigt Bitcoin-Verkäufe bis 1.25 Mrd. USD.

    Verlust von 13 Milliarden USD: Strategy lanciert Digital Credit Framework

    von Redaktion cvj.ch am 29. Juni 2026 News

    Strategy hat das Digital Credit Capital Framework vorgestellt, ein fünfteiliges Rahmenwerk zur Stärkung seiner Preferred-Stock-Strukturen. Das Programm verankert eine USD-Reserve von 2.55 Mrd. USD und ermächtigt den Verkauf von Bitcoin im Umfang von bis zu 1.25 Mrd. USD.

    Strategy ist ein börsennotierter Bitcoin-Treasury-Investor mit dem Tickerkürzel MSTR an der Nasdaq. Sein ursprüngliches Softwaregeschäft hat der Konzern hingegen zugunsten einer Bitcoin-Akkumulationsstrategie in die Nebenrolle gedrängt. Die Klassen STRC, STRF, STRK und STRD sind strukturierte Preferred-Stock-Produkte, die zusammen als Digital Credit Securities firmieren. Sie gewähren ihren Inhabern zudem feste Dividendenansprüche, abgesichert durch den Bitcoin-Bestand als impliziten Puffer. Seit August 2020 baut das Unternehmen systematisch Bitcoin auf. Mittlerweile hält es 847'363 BTC und damit den grössten Bestand eines börsennotierten Unternehmens weltweit. Die Preferred-Klassen kamen später, in den Jahren 2024 und 2025, hinzu. Über ein Form 8-K bei der SEC kündigte der Konzern das Framework nun an. Die Märkte reagierten unmittelbar. Die MSTR-Aktie legte vorbörslich rund 6 Prozent zu, STRC gewann 9 Prozent.

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    2.55 Mrd. USD als fester Liquiditätspuffer für Preferred-Dividenden

    Zunächst bildet eine formell definierte USD-Reserve den Kern des Frameworks. Sie umfasst per Ende Juni 2026 rund 2.55 Mrd. USD, einschliesslich noch nicht abgerechneter Erlöse aus dem At-the-Market-Programm. Dem stehen jährliche Verpflichtungen aus Preferred-Stock-Dividenden und Zinszahlungen von etwa 1.76 Mrd. USD gegenüber. Daraus ergibt sich eine Reserve-Deckung von 17.4 Monaten. Somit kann das Unternehmen seine fixen Kapitalkosten über mehr als ein Jahr ohne frische Mittel bedienen.

    Als verbindliche Untergrenze hat der Verwaltungsrat eine Mindestdeckung von zwölf Monaten festgelegt. Die aktuelle Quote liegt folglich über dieser Schwelle. Verwenden darf das Unternehmen die Reserve ausschliesslich für Preferred-Dividenden und Zinszahlungen; jede andere Nutzung erfordert eine Genehmigung des Boards. Rechnet man ausserdem die Kapazität des Bitcoin-Monetisierungsprogramms hinzu, steigt der gesamte Liquiditätspuffer auf rund 3.80 Mrd. USD. Das entspricht einer Deckung von 25.9 Monaten und gibt dem Konzern erstmals eine klar bezifferte Reserve-Matte für seine Kreditverbindlichkeiten. Daher reduziert sich seine Abhängigkeit von kurzfristigen Kapitalmarktfenstern.

    STRC-Dividende steigt auf 12 Prozent und wird monatlich neu bewertet

    Als zweiten Hebel erhöht Strategy zudem den Dividendensatz der STRC-Aktie von 11.5 auf 12.00 Prozent jährlich. Wirksam wird dies für halbmonatliche Ausschüttungsperioden mit Record-Dates ab dem 1. Juli 2026. STRC ist formal eine Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock mit einem Nennwert von 100 USD. Das Management strebt einen Handel nahe diesem Nennwert an, also im Bereich von 99 bis 100 USD. Der höhere Satz erhöht die laufenden Ausschüttungsverpflichtungen, zielt aber auf einen stabileren Kurs. Vor der Ankündigung notierte das Papier jedoch bei rund 72.30 USD und damit etwa 28 Prozent unter Nennwert.

    STRC-Kurs bricht über die letzten Wochen ein (4h) / Chart: Tradingview

    Ferner bewertet der Verwaltungsrat den STRC-Dividendensatz künftig monatlich neu. Massgeblich sind dabei die Handelspreise, Marktrenditen, Credit Spreads, der Bitcoin-Preis samt Volatilität sowie die Reserve-Deckung. Vergleichsweise hohe Renditen sollen neue Käufer anziehen und den Abschlag zum Nennwert verringern. Somit wird die Dividende zu einem aktiven Steuerungsinstrument, das den Kurs gezielt an den Nennwert heranführen soll. Gleichzeitig erlaubt das Framework dem Verwaltungsrat, die erwarteten Preferred-Dividenden zu senken, sobald sich dies als vorteilhaft erweist. In Strategys Logik dient STRC als Amplifikator für MSTR-Investoren, während MSTR umgekehrt als Asset-Puffer für die STRC-Inhaber fungiert.

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    Board genehmigt Bitcoin-Verkäufe zur Reserveauffüllung

    Den heikelsten Bestandteil bildet schliesslich das Bitcoin-Monetisierungsprogramm. Der Verwaltungsrat ermächtigt darin Verkäufe für drei klar umrissene Zwecke. Dazu zählen der Aufbau der USD-Reserve bis maximal 1.25 Mrd. USD. Hinzu kommen die Deckung von Dividenden und Zinszahlungen sowie die Finanzierung von Rückkäufen. Das Programm hat allerdings kein festes Ablaufdatum und lässt sich jederzeit anpassen, aussetzen oder beenden. Eine Verpflichtung zum Verkauf von Bitcoin geht das Unternehmen damit ausdrücklich nicht ein.

    Strategy hält aktuell 847'363 BTC bei Gesamtinvestitionskosten von 64.10 Mrd. USD. Das entspricht einem Durchschnittseinstiegspreis von 75'651 USD je Coin. Bei einem Marktpreis um 59'910 USD ergibt sich folglich ein unrealisierter Buchverlust von rund 13 Mrd. USD. Der Buchverlust verdeutlicht den Druck, unter dem die bisherige Kaufstrategie zuletzt stand. In der Woche bis Ende Juni 2026 tätigte der Konzern ausserdem keine neuen Bitcoin-Käufe. Dies unterstreicht die veränderte Kapitalallokation.

    Weiterhin genehmigte der Verwaltungsrat zwei Rückkaufprogramme von je 1.0 Mrd. USD. Das erste richtet sich auf die Digital Credit Securities STRC, STRF, STRD und STRK, das zweite auf MSTR-Stammaktien der Klasse A. Diese Rückkäufe sollen bevorzugt unterhalb des Nennwerts beziehungsweise unterhalb des modifizierten Net Asset Value erfolgen. Insbesondere unter dem Net Asset Value gelten solche Rückkäufe als wertsteigernd für die verbleibenden Aktionäre.

    Digital Credit verlangt aktives Kapitalmanagement

    Das Framework markiert einen Wandel in der Finanzierungslogik des Unternehmens. Bislang speiste Strategy seine Dividenden- und Zinszahlungen primär aus At-the-Market-Erlösen, also aus der Ausgabe neuer MSTR-Aktien. Künftig verschiebt sich der Schwerpunkt hingegen hin zu Cash-Reserven, selektiven Bitcoin-Verkäufen und Rückkäufen. Das Framework formalisiert damit den Übergang von opportunistischer Kapitalmarktemission zu einem planbaren, regelbasierten Kapitaleinsatz. Dennoch bleibt Bitcoin laut Unternehmen das primäre Reserve-Asset. Bereits im Mai 2026 hatte der Konzern erstmals seit Jahren 32 BTC veräussert. Dies galt als erstes Signal einer Abkehr von Michael Saylors „Never Sell"-Philosophie.

    „Strategy bleibt Bitcoin als primärem Treasury-Reserve-Asset verpflichtet. Gleichzeitig erfordert Digital Credit Liquidität, Disziplin und aktives Kapitalmanagement." - Michael Saylor, Founder & Executive Chairman, Strategy

    Insgesamt deutet die Marktreaktion darauf hin, dass Investoren das Framework als Signal für eine gestärkte Kreditqualität werten. Die MSTR-Aktie legte daraufhin rund 6 Prozent zu, STRC sogar 9 Prozent. Für Halter der Preferred-Klassen verbessert die zusätzliche Liquidität die Sicherheit ihrer Dividenden. Letztlich verschiebt das Framework die Lasten von der reinen Aktienverwässerung hin zu einem gemischten Kapitalmodell.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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