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    Sie sind hier:Home » Aktuell » News » Strategy-CEO: Ab einem Bitcoin-Preis von 8’000 USD entstehen Bilanzprobleme
    Strategy verkauft erstmals seit Dezember 2022 Bitcoin, 32 BTC für 2.5 Mio. USD zur Finanzierung der Preferred-Stock-Dividenden.

    Strategy-CEO: Ab einem Bitcoin-Preis von 8’000 USD entstehen Bilanzprobleme

    von Redaktion cvj.ch am 6. Februar 2026 News

    Strategy, ehemals MicroStrategy, verzeichnete im vierten Quartal 2025 einen Nettoverlust von 12.6 Milliarden Dollar für Stammaktionäre. Der Verlust entspricht 42.93 Dollar pro verwässerter Aktie und geht fast vollständig auf unrealisierte Verluste der Bitcoin-Bestände zurück.

    Im Vorjahresquartal lag der Nettoverlust noch bei 671 Millionen Dollar. Der weltgrösste korporative Bitcoin-Halter erwarb im selben Quartal rekordhohe 218'887 BTC für 20.5 Milliarden Dollar. Gleichzeitig fiel Bitcoin von seinem Allzeithoch bei rund 126'000 Dollar auf etwa 89'000 Dollar zum Jahresende, ein Rückgang von 25 Prozent. Die Aktie verlor am Tag der Bekanntgabe entsprechend 17 Prozent und notiert bei rund 107 Dollar.

    Strategy-Aktienkurs MSTR/USD (daily) / Chart: Tradingview

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    Fair-Value-Bilanzierung verstärkt Quartalsvolatilität

    Strategy wendet seit Anfang 2025 die FASB Fair Value Accounting-Methode an. Das Unternehmen bewertet seine Bitcoin-Holdings seither quartalsweise zum Marktwert. Zuvor buchte Strategy bei Kursrückgängen Impairment-Verluste, erfasste Kursgewinne jedoch nicht. Die neue Methode bildet zwar den tatsächlichen Marktwert ab, führt aber zu deutlich höherer Volatilität bei den Quartalsergebnissen.

    Der operative Verlust im Q4 2025 betrug 17.4 Milliarden Dollar. Der Grossteil entfällt auf unrealisierte Wertminderungen der Bitcoin-Bestände. Das eigentliche Software-Geschäft blieb stabil und verzeichnete einen Umsatzanstieg von knapp 2 Prozent auf 123 Millionen Dollar im Jahresvergleich. Für die Gesamtbewertung des Unternehmens spielt das Kerngeschäft allerdings kaum noch eine Rolle.

    Strategys Verlust gehört somit zu den grössten Quartalverlusten in der US-Unternehmensgeschichte. AOL Time Warner verbuchte 2002 zum Vergleich einen Quartalsverlust von 54 Milliarden Dollar, damals getrieben durch Goodwill-Abschreibungen nach der gescheiterten Fusion. Bei Strategy handelt es sich hingegen um unrealisierte Verluste auf digitale Assets.

    Aktienkurs im freien Fall, Bewertung unter Buchwert

    Die MSTR-Aktie hat seit ihrem Allzeithoch im November 2024 bei rund 540 Dollar etwa 75 Prozent ihres Wertes verloren. Im Gesamtjahr 2025 fiel der Kurs um 49 Prozent. Das ist die zweitschlechteste Jahresperformance in der Unternehmensgeschichte. Seit acht Monaten verzeichnet die Aktie ausserdem aufeinanderfolgende monatliche Rückgänge.

    Die Marktkapitalisierung sank insgesamt von 75 Milliarden Dollar im Oktober 2025 auf 32.1 Milliarden Dollar. Das Trading-Ratio liegt bei 0.85x des marktbereinigten Nettoinventarwerts (mNAV). Damit notiert die Aktie unter dem Buchwert der Bitcoin-Holdings. Noch Anfang 2025 handelte MSTR demgegenüber mit einer erheblichen Prämie auf den Bitcoin-Bestand.

    Marktkapitalisierung der Strategy Aktie MSTR gegenüber dem Nettoinventarwert / Quelle: Strategytracker
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    Schuldenstruktur als Schlüsselfrage

    Strategy hat insgesamt 8.2 Milliarden Dollar an Wandelanleihen ausstehend. Der Durchschnittscoupon liegt bei 0.42 Prozent, die durchschnittliche Laufzeit bei 5.1 Jahren. Die erste grosse Fälligkeit steht im September 2028 an, wobei Investoren bereits ab März 2027 eine Put-Option besitzen.

    Die Cash-Position beträgt 2.25 Milliarden Dollar. Laut Unternehmensangaben reicht das für 2.5 Jahre an bevorzugten Dividenden und Schuldzinsen. CEO Phong Le sieht daher keinen unmittelbaren Druck.

    "Bitcoin müsste auf 8'000 Dollar fallen und dort fünf bis sechs Jahre bleiben, bevor eine echte Bedrohung für die Bedienung unserer Wandelanleihen entsteht." - Phong Le, CEO von Strategy

    Bisher hat Strategy erfolgreich Anleihen refinanziert, ohne Bitcoin verkaufen zu müssen. Dafür nutzten die Verantwortlichen eine Kombination aus Eigenkapitalerhöhungen und Wandelanleihen mit Nullcoupon. Im Jahr 2025 sammelte das Unternehmen insgesamt 25.3 Milliarden Dollar über Kapitalerhöhungen ein.

    713'000 Bitcoin und die Frage der Konzentration

    Per Februar 2026 hält Strategy 713'502 Bitcoin zu Gesamtkosten von 54.26 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 76'052 Dollar pro Bitcoin. Beim aktuellen Kurs von rund 65'000 Dollar ergibt sich folglich ein unrealisierter Verlust von 8.5 Milliarden Dollar auf den Gesamtbestand.

    Die eigene Kennzahl "BTC Yield" zeigt, ob das Unternehmen Bitcoin schneller akkumuliert als die Verwässerung durch Kapitalerhöhungen zunimmt. Für 2025 erreichte Strategy einen BTC Yield von 22.8 Prozent, innerhalb des Zielkorridors von 22 bis 26 Prozent. Konkret entspricht das einem Zugewinn von 101'873 Bitcoin im Gesamtjahr.

    Dennoch bleibt das Grundproblem bestehen. Strategys gesamte Marktkapitalisierung hängt an einem einzigen Asset. Bitcoin notiert derzeit 48 Prozent unter seinem Allzeithoch. Der Fear-and-Greed-Index für Krypto-Märkte fiel auf 17 Punkte, was extreme Angst signalisiert. Bitcoin-ETFs verzeichneten zuletzt nämlich Abflüsse von 2.3 Milliarden Dollar. Saylors öffentliche Reaktion auf die Quartalszahlen beschränkte sich auf ein einziges Wort auf X - "HODL."

    HODL

    — Michael Saylor (@saylor) February 5, 2026

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    Über den Autor

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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