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    Mark Cuban hat den Grossteil seiner Bitcoin verkauft und kritisiert das Asset nach der Iran-Krise als gescheiterten Inflationsschutz.

    Mark Cuban verkauft Grossteil seiner Bitcoin-Bestände

    von Redaktion cvj.ch am 27. Mai 2026 News

    Mark Cuban hat den Grossteil seiner Bitcoin-Bestände verkauft und bezeichnet den Krypto-Bereich inzwischen als „enttäuschend". Bitcoin habe als Inflationsschutz versagt, so der Unternehmer; der Kurs liegt aktuell rund 38% unter dem Allzeithoch von 126'198 USD.

    Cuban ist ein US-Unternehmer, Investor und Miteigentümer des NBA-Teams Dallas Mavericks, bekannt auch als früherer Juror der Sendung „Shark Tank". Im Krypto-Bereich galt er seit 2020 als prominenter Befürworter, mit einem Portfolio aus 60% Bitcoin, 30% Ethereum und 10% kleineren Token. Im Januar 2025 empfahl er Bitcoin zunächst noch als überlegenes Absicherungsinstrument gegenüber Gold. Das Interview, das seinen Kurswechsel dokumentiert, erschien bei Front Office Sports und wurde später von Fortune aufgegriffen.

    Mark Cubans Positionswechsel bei Bitcoin

    Cubans Engagement begann früh und sichtbar. Bereits 2019 akzeptierten die Dallas Mavericks als erstes grosses NBA-Team Bitcoin für Tickets und Merchandise. Im März 2021 folgte zudem Dogecoin als Zahlungsmittel, dessen Zahlungseingänge in den ersten vier Wochen um 550% stiegen. Später, im Oktober 2021, schloss das Team eine fünfjährige Partnerschaft mit dem Krypto-Broker Voyager Digital ab. Damals las der Unternehmer nach eigenen Angaben täglich drei bis vier Stunden über Kryptowährungen und nannte Bitcoin „besseres Gold als Gold selbst", während er Ethereum als das einstufte, was einer echten Währung am nächsten komme.

    Die Überzeugung bekam jedoch früh Risse. Im Juli 2022 stellte Voyager Digital einen Konkursantrag. Daher wurden Cuban und die Mavericks in einer Sammelklage genannt, die den Broker als Ponzi-System bezeichnete. Im selben Jahr verlor der Investor ebenfalls Kapital bei der Pleite des Iron-Finance-Tokens TITAN. Trotzdem deutete er 2024 an, die Bedingungen für eine Preisbeschleunigung bei Bitcoin seien günstig, und empfahl die Anlage im Januar 2025 erneut über Gold, sollten sich die Wirtschaftsbedingungen verschlechtern. Diese Empfehlung steht nun in scharfem Kontrast zum jüngsten Schritt: dem Verkauf des Grossteils der Bitcoin-Bestände im Mai 2026, während er seine Ethereum-Position behielt.

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    Die Iran-Krise als Wendepunkt für die Bitcoin-Absicherungsthese

    Der konkrete Auslöser war die Iran-Krise, die Ende Februar 2026 begann und im März eskalierte, bevor Mitte April ein Waffenstillstand folgte. In der Frühphase verhielt sich Bitcoin entgegen Cubans Erwartung. Gold kletterte am 2. März auf ein Hoch von rund 5'400 USD, während Bitcoin zunächst fiel. Der Ölpreis sprang gleichzeitig von rund 73.50 USD pro Barrel auf bis zu 120 USD, ein Plus von etwa 64%. Genau diese Frühphase untergrub für Cuban die jahrelang gepflegte These vom „digitalen Gold".

    „Als der Iran-Krieg ausbrach, galt Bitcoin immer als beste Alternative zu Fiat-Währungen, die an Wert verlieren, und ich hielt es stets für eine bessere Version von Gold als Gold selbst. Gold ist explodiert und auf 5'000 USD gestiegen. Bitcoin ist gefallen. Es ist nicht die Absicherung, die ich erwartet hatte." - Mark Cuban, Unternehmer und Investor

    Bitcoin bleibt hingegen stark mit dem Nasdaq korreliert, was die Gold-These weiter relativiert. Folglich gruppieren institutionelle Handelsdesks Bitcoin und den Technologieindex oft gemeinsam, weshalb ein Nasdaq-Einbruch häufig Bitcoin-Verkäufe zur Deckung von Margin-Forderungen auslöst. Allerdings zeigt sich das Absicherungsverhalten zeitlich verschoben. Bei den Zoll-Ankündigungen im April 2025 stieg Gold in den ersten zehn Tagen um 4%, Bitcoin kaum, doch nach 60 Tagen lag Bitcoin mit 23% vorn und Gold nur mit 6%. Ebenso drehte sich in der Iran-Krise das Bild über die Gesamtdauer: Gold fiel zwischenzeitlich auf rund 4'000 USD, ehe es sich Ende April auf etwa 4'700 USD erholte.

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    Cubans Urteil zur Krypto-Branche mit Ethereum als Ausnahme

    Cubans Enttäuschung reicht über den Preis hinaus. Memecoins bezeichnet er pauschal als „garbage", also als Müll. Schwerer wiegt jedoch sein Vorwurf, die Branche habe es trotz Jahren der Entwicklung nicht geschafft, eine Alltagsanwendung für den Massenmarkt zu schaffen, salopp formuliert „eine Anwendung für die Grossmutter". Ethereum verschont er dabei weitgehend und behielt diese Position auch nach dem Bitcoin-Verkauf.

    Bemerkenswert ist die historische Ironie in dieser Argumentation. Ausgerechnet die von Cuban mitgeführten Mavericks akzeptierten einst Dogecoin, einen Memecoin, für Tickets und Merchandise und verbuchten damit in den ersten Wochen einen Anstieg der entsprechenden Zahlungen um 550%. Auch seine aktuelle Skepsis ist kein Novum. Bereits 2013 äusserte er sich kritisch auf Twitter, 2014 erklärte er, Bitcoin habe „keine Chance" als langfristige Währung, und 2019 zog er nach eigener Aussage Bananen einer Investition in Bitcoin vor. Erst später folgte die Wandlung zum Befürworter.

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    Die Redaktion des Crypto Valley Journal berichtet seit 2018 aus Zug, dem Sitz des Schweizer Crypto Valley, über Bitcoin, Krypto, Blockchain und die regulatorische Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Hinter der kollektiven Redaktionsstimme steht ein Team aus Autoren mit Hintergrund in Finanzmarkt, Recht und Technologie.

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