Der Kanton Luzern ist der Swiss Blockchain Federation (SBF) beigetreten und wird damit siebter Mitgliedskanton. Verantwortlich auf kantonaler Seite ist Fabian Peter, Vorsteher des Wirtschaftsdepartements.
Insgesamt reiht sich Luzern damit neben Tessin, Zürich, Zug, Neuenburg, Genf und Bern ein. Bereits heute sind im Kanton 73 aktive Blockchain-Unternehmen tätig, womit die Region gemäss CV VC Crypto Top 50 Report zu den zehn aktivsten Blockchain-Standorten der Schweiz zählt. Schwerpunkt ist dabei Consulting und Advisory.
Die Swiss Blockchain Federation als Brückenbauer
Die Swiss Blockchain Federation entstand 2018 als Public-Private-Partnership und hat ihren Sitz in Bern. Sie versteht sich zudem als zentrale Stimme des Schweizer Blockchain-Ökosystems und wirkt als Brücke zwischen Wirtschaft, Regulierung und Politik. An der Spitze steht heute Heinz Tännler, der ehemalige Zuger Finanzdirektor.
Per Mai 2026 zählt die SBF rund 100 Mitglieder, gegenüber 96 Ende Dezember 2025. Allein 2025 gewann die Föderation 17 neue Mitglieder, darunter beispielsweise die Kantone Bern und Genf, die das Mitgliederverzeichnis damals auf sechs Kantone erweiterten.
Auch bei der Regulierung wirkte die SBF an einem Schritt mit, der das Schweizer Krypto-Ökosystem international sichtbar machte. So genehmigte die FINMA 2019 mit SEBA und Sygnum erstmals weltweit zwei Krypto-Banken. Damit etablierte sich die Schweiz früh als Standort mit klaren Regeln für digitale Vermögenswerte.
Luzerns Position im Schweizer Blockchain-Ökosystem
Der Beitritt zeigt, dass die Blockchain-Branche auch ausserhalb des klassischen Crypto Valley in Zug Wurzeln schlägt. Mit 73 aktiven Unternehmen liegt Luzern zwar hinter Zug und Zürich, hat sich aber als eigenständiger Standort mit Fokus auf Beratung etabliert. Daneben gelten die Hochschule Luzern (HSLU) und die Universität Luzern als wichtige Forschungspartner im lokalen Ökosystem.
Fabian Peter begründete den Beitritt damit, Luzern biete gute Bedingungen, digitale Lösungen mit der Realwirtschaft zu verbinden. SBF-Präsident Tännler wiederum ordnet den Schritt strategisch ein: Mit Luzern wachse die Föderation weiter und gewinne an Stimme. Hinzu kommt die geografische Nähe, denn Luzern grenzt unmittelbar an Zug, den Heimatkanton des Schweizer Krypto-Sektors. Somit fasst die SBF die Innerschweiz als zusammenhängende Wirtschaftsregion in ihrer Mitgliederstruktur zusammen.
Forschungspartnerschaft mit Zug bereits etabliert
Bereits vor dem SBF-Beitritt war Luzern im Blockchain-Bereich aktiv. So gründeten am 23. Januar 2026 der Kanton Zug und die Universität Luzern gemeinsam das Zug Institute for Blockchain Research (ZIBR). Für die fünfjährige Aufbauphase steht ein Budget von 25 Mio. CHF bereit, wobei die Universität Luzern als Forschungspartnerin wirkt. Eine direkte wissenschaftliche Blockchain-Zusammenarbeit zwischen den beiden Kantonen bestand also schon, bevor Luzern den formellen Schritt in die SBF vollzog.
Die Vorgeschichte der SBF reicht bis ins Jahr 2017 zurück. Damals rief der damalige Bundesrat Ueli Maurer die Swiss Blockchain Taskforce ins Leben, aus der 2018 die heutige Föderation entstand. Seither positioniert sich die Schweiz konsequent als Standort, der digitale Vermögenswerte mit klaren Regeln behandelt, statt sie pauschal abzulehnen oder zu ignorieren.








